Eishockey Der Älteste und der Jüngste treffen

Dominic Auger hat gut lachen: Der Steelers-Routinier feierte am Freitag seinen 41. Geburtstag und erzielte gegen Bayreuth ein Tor. Hier gratulieren Shawn Weller, Tyler McNeely und Matt McKnight (von links) dem Verteidiger mit der Nummer zwölf nach dessen Überzahl-Treffer zum 1:0. 
Dominic Auger hat gut lachen: Der Steelers-Routinier feierte am Freitag seinen 41. Geburtstag und erzielte gegen Bayreuth ein Tor. Hier gratulieren Shawn Weller, Tyler McNeely und Matt McKnight (von links) dem Verteidiger mit der Nummer zwölf nach dessen Überzahl-Treffer zum 1:0.  © Foto: Avanti
Andreas Eberle 13.01.2018

Ein souveräner 5:2-Sieg, die Favoritenrolle bestätigt, den Zehn-Punkte-Vorsprung in der DEL-2-Tabelle gewahrt, Kräfte geschont – das Heimspiel der Bietigheim Steelers gegen das Schlusslicht Bayreuth Tigers war nicht wirklich eines, das sich als denkwürdiges Duell tief im Gedächtnis der Spieler und Zuschauer eingraben wird. Für SCB-Youngster Leon Müller war der Freitag allerdings ein bedeutsamer Tag und wird ihm als solcher wohl ewig in Erinnerung bleiben. Denn der 19-jährige Stürmer erzielte seinen ersten Treffer im deutschen Profi-Eishockey. „Er hat einen super Job gemacht. Sein erstes Tor zu schießen, ist immer besonders“, sagte Bietigheims Trainer Kevin Gaudet und stellte Müller ein prima Zwischenzeugnis aus: „Leon hat sehr gute Fähigkeiten. Er ist schnell, hat einen guten Schuss. In unserer Zone muss er defensiv aber noch etwas besser arbeiten. Ich bin mir sicher, dass er das noch lernen wird.“

Mit zwei Powerplay-Treffern innerhalb einer Minute waren die Steelers schon im ersten Drittel schnurstracks auf die Siegerstraße eingebogen. Der Bayreuther Verteidiger Jonas Gerstung saß gerade einmal fünf Sekunden auf der Strafbank, als Routinier Dominic Auger an seinem 41. Geburtstag zum 1:0 einschoss (6.). Beim zweiten Tor dauerte es immerhin acht Sekunden, ehe der Favorit seine Überzahl nutzte. Diesmal traf Topscorer Tyler McNeely ins lange Eck – und Mathias Müller durfte nach seiner Strafzeit wegen Hakens schnell wieder zu seinen Teamkollegen aufs Eis zurückkehren (7.). Schlimmeres aus Tigers-Sicht verhinderte danach EHC-Torhüter Tomas Vosvrda. Bei zwei Bietigheimer Kontern in Unterzahl tauchten Alexander Preibisch und McNeely kurz nacheinander allein vor ihm auf, aber jeweils parierte der 28 Jahre alte Tscheche (14.). Fehlerfrei agierte auf der Gegenseite auch Steelers-Goalie Sinisa Martinovic, der die eine oder andere gute Chance der Oberfranken vereitelte.

Vielleicht wiegten sich die Hausherren mit der 2:0-Führung schon zu sehr in Sicherheit. Denn den Auftakt in den zweiten Durchgang verpennte der Spitzenreiter. Nach einem Querpass von Anthony Luciani schob Eric Chouinard den Puck zum 1:2 über die Torlinie (22.). Doch mit dem dritten Treffer in Überzahl rückte Bietigheim die Verhältnisse sofort wieder zurecht. Diesmal durfte sich Shawn Weller als Torschütze feiern lassen (23.).  Damit war auch das dritte Powerplay von Erfolg gekrönt. Dass sie es auch im Duell fünf gegen fünf können, zeigten die Steelers vier Minuten vor dem Drittelende, als Matt McKnight auf 4:1 erhöhte (37.). Den Gästen hingegen hatte das Plus an Torschüssen letztlich nichts gebracht.

Erstes Tor im 22. DEL-2-Einsatz

Im Schlussdrittel tat der Tabellenführer aus dem Ellental nur das Nötigste und machte unaufgeregt den 17. Heimsieg im 18. Heimspiel perfekt. In der 51. Minute erlebte Müller aber noch seinen besonderen Moment – mit dem ersten Karrieretor in der DEL 2  beim 22. Einsatz fürs Bietigheimer Profiteam. Damit hatte neben Auger, dem ältesten Akteur im Steelers-Trikot, auch der jüngste Spieler getroffen. Dass nur 36 Sekunden nach dem 5:1 Bayreuths Andreas Geigenmüller noch auf 2:5 verkürzte (52.), juckte im SCB-Lager später keinen mehr – Jungspund Müller und vor allem Geburtstagskind Auger wurden nach der Partie von den Fans ganz groß gefeiert.

So spielten sie

DEL 2, 35. Spieltag
Bietigheim – Bayreuth

5:2

Drittel: 2:0, 2:1, 1:1.
Tore: 1:0 Auger (6./Überzahl), 2:0 McNeely (7./Überzahl), 2:1 Chouinard (22.), 3:1 Weller (23./Überzahl), 4:1 McKnight (37.), 5:1 Müller (51.), 5:2 Geigenmüller (52.).
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 8 (4 Strafen).
Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Darmstadt), Patrick Gogulla (Düsseldorf); Zuschauer: 2225.

Steelers gastieren am Sonntag in Kaufbeuren

Mit Rückenwind tritt der ESV Kaufbeuren am Sonntag (17 Uhr) in seiner neuen Erdgas-Schwaben-Arena gegen die Bietigheim Steelers an. Der Tabellenachte aus dem Allgäu feierte am Freitagabend beim kriselnden Meister Löwen Frankfurt einen 6:1-Kantersieg. „Das ist eine sehr schnelle und aggressive Mannschaft, die gegenüber der letzten Saison kaum verändert wurde“, urteilt SCB-Trainer Kevin Gaudet über die Kaufbeurer. Das erste Gastspiel beim ESV in dieser Hauptrunde hat sein Team mit 4:5 nach Verlängerung verloren. Daheim gewann Bietigheim dagegen Anfang Oktober 3:2.  ae