Das hat es schon lange nicht mehr gegeben: Die Heilbronner Falken stehen in der Tabelle nach 13 Spieltagen der DEL2-Haupt­runde vor den Bietigheim Steelers. Die Unterländer sind mit 26 Punkten Zweiter, der Nachbar aus dem Ellental ist mit zwei Zählern weniger Dritter. Am Sonntag (17 Uhr) steigt nun in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena das erste Derby in dieser Saison.

Während die Steelers seit Jahren auf die Spitzenränge quasi ein Abonnement haben, kommt der Aufschwung der Falken überraschend. Denn der Verein war in den vergangenen Spielzeiten stets in den Niederungen der Tabelle zu finden. Nach einem Fehlstart – die ersten beiden Duelle gegen Crimmitschau (2:6) und Frankfurt (3:5) gingen verloren – ist die Mannschaft von Trainer Alexander Mellitzer immer besser in Schwung gekommen. Die Chemie im Kader scheint zu stimmen.

Neuzugänge überzeugen

Nahezu alle Neuverpflichtungen haben sich als Volltreffer erwiesen. Mit dem aus Freiburg geholten Matthias Nemec verfügen die Heilbronner nun neben dem Mannheimer Förderlizenzspieler Mirko Pantkowski über einen zweiten Torhüter mit DEL2-Format – beide wechseln sich im Kasten ab. Eine Stütze in der Abwehr ist Kevin Maginot, der vom Vizemeister Löwen Frankfurt an den Neckar gewechselt ist. Zwei Neuzugänge führen auch die interne Scorerliste an: Der Deutsch-Kanadier Dylan Wruck hat zwischen 2014 und 2019 für Iserlohn, Köln und zuletzt Straubing in der DEL gespielt und ist mit seinen 21 Punkten (6 Tore, 15 Vorlagen) der Topscorer. Mit 17 Zählern (11 Tore, 6 Vorlagen) folgt Yannik Valenti, dessen Vater Sven einst ebenfalls für die Falken gestürmt hat. Das 19-jährige Toptalent ist einer von gleich sieben Förderlizenzspielern, die beim DEL-Kooperationspartner Adler Mannheim unter Vertrag stehen. Mit dieser Unterstützung im Rücken kann Coach Mellitzer konstant vier Reihen aufs Eis schicken.

Dass sich der aktuelle Tabellenführer Kassel Huskies, Frankfurt und Bietigheim in der Spitzengruppe eingenistet haben, ist dagegen erwartet worden. Die Steelers profitieren bisher von ihrer Heimstärke und haben in der EgeTrans-Arena erst einen einzigen Zähler abgegeben – beim 4:3 gegen den EV Landshut nach Penaltyschießen. In der Fremde war zuletzt allerdings der Wurm drin: Die vergangenen vier Gastspiele gingen allesamt verloren, in Kassel (2:10) und Frankfurt (1:6) musste das Team von Trainer Hugo Boisvert sogar deftige Schlappen einstecken. In der Auswärtstabelle belegt Bietigheim daher nur Platz neun.

Noch nicht rund läuft es beim Titelverteidiger Ravensburg Towerstars. Die als Mitfavorit angetretenen Oberschwaben stehen mit 21 Zählern als Siebter im Mittelfeld und haben unter dem neuen Coach Tomek Valtonen bisher nur selten ihr Potenzial ausgeschöpft. Gerade zu Hause tun sich die Towerstars schwer. Dort haben sie drei ihrer sieben Partien in den Sand gesetzt.

Eine deutlich bessere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen bisher die Wölfe Freiburg auf Rang acht und die vom früheren Bietigheimer Meistercoach Kevin Gaudet trainierten Tölzer Löwen auf Rang neun. Gut möglich, dass beide Klubs diesmal nicht in die Abstiegsrunde müssen.

Die größten Enttäuschungen sind zwei Teams, die 2018/19 noch das Playoff-Halbfinale erreicht haben: Der ESV Kaufbeuren ist Vorletzter, die Dresdner Eislöwen stehen am Tabellenende. Die Sachsen haben als bisher einziger Verein den Trainer gewechselt: Rico Rossi löste schon nach vier Spieltagen Bradley Gratton ab, konnte bisher aber auch nicht die Wende herbeiführen. Etwas schief ist die Tabelle noch, weil der auf Platz elf liegende Aufsteiger EV Landshut vier Begegnungen weniger ausgetragen hat als die Konkurrenz und nach der Wiedereröffnung des sanierten Stadions am Gutenbergweg nun nach und nach seine Heimpartien nachholt.

Steelers-Amateure verlieren in Ravensburg


Der SC Bietigheim-Bissingen ist in der Regionalliga Südwest bisher noch nicht auf Touren gekommen. Der Titelverteidiger verlor am vierten Spieltag beim EV Ravensburg mit 3:6 (1:4, 1:2, 1:0). Mit nur zwei Punkten, die aus dem 4:3-Auftaktsieg gegen Hügelsheim nach Penaltyschießen resultieren, stehen die Steelers-Amateure nur auf dem siebten und damit vorletzten Platz. Die frühe Ravensburger Führung glich Timo Heinz mit einem Powerplay-Treffer noch aus, doch bis zur 26. Minute zogen die Oberschwaben auf 6:1 davon. Lukas Traub in Überzahl und Mathias Vostarek betrieben danach noch Ergebniskosmetik. ae

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