Handball David gegen Goliath im Ellental

Die SG BBM und Jan Asmuth (links), hier gegen den Melsunger Simon Birkefeldt, bekommt es am Sonntag mit einem Gegner zu tun, der für den Aufsteiger kaum zu bezwingen ist: Der Meisterschaftsfavorit Rhein-Neckar Löwen gastiert in der EgeTrans-Arena.
Die SG BBM und Jan Asmuth (links), hier gegen den Melsunger Simon Birkefeldt, bekommt es am Sonntag mit einem Gegner zu tun, der für den Aufsteiger kaum zu bezwingen ist: Der Meisterschaftsfavorit Rhein-Neckar Löwen gastiert in der EgeTrans-Arena. © Foto: Julia Rahn
Bietigheim-Bissingen / Bernhard Gaus 08.09.2018

Am Sonntag (16 Uhr) gastiert der deutsche Vizemeister und Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen in der EgeTrans-Arena in Bietigheim. Viele Handball-Fans in der Region haben sich das Spiel im Heimkalender von Aufsteiger SG BBM Bietigheim dick angekreuzt, das lässt sich an der Ticketnachfrage ablesen. „Wir wollen uns gut präsentieren“, betont Coach Ralf Bader angesichts eines scheinbar übermächtigen Gegners.

Starke Löwen-Auftritte bisher

„Sind wir schon in der Rolle des David?“, fragt Bader. Der hatte immerhin eine schlagkräftige Geheimwaffe bei sich und brachte damit am Ende einen überlegenen Gegner zu Fall. Zu übermächtig scheint die Konstellation am Sonntag, präsentieren sich die Rhein-Neckar Löwen doch bereits früh in der Saison in einer bestechenden Form. Die Partien der ersten drei Spieltage gegen Lemgo (28:21), in Stuttgart (26:20) und gegen Melsungen (34:26) entschied der Vizemeister überlegen für sich und führt bereits wieder die Bundesliga-Tabelle an. Zum Auftakt der Saison gab es gleich den ersten Titel, im Supercup hatte Meister SG Flensburg-Handewitt das Nachsehen (33:26). So ist die Truppe von Löwen-Coach Nicolaj Jacobsen – nicht nur in den Augen von Ralf Bader – neben dem THW Kiel – der absolute Titelfavorit.

Dem Bietigheimer Trainer imponiert vor allem der Spirit, den die Mannheimer bislang ausstrahlen. Zudem ist die Qualität beim deutschen Pokalsieger durch die Neuzugänge, darunter die beiden deutschen Nationalspieler Jannik Kohlbacher (Wetzlar) und Steffen Fäth (Berlin), noch ein bisschen besser geworden. Kohlbacher ist neben Spielmacher Andy Schmid bislang erfolgreichster Werfer beim Vizemeister. Ab Sommer 2019 wird sich Jacobsen ausschließlich um die dänische Nationalmannschaft kümmern, ein weiterer Titel mit den Löwen wäre da sicher ein krönender Abschluss.

In den kommenden beiden Spielen – in einer Woche geht es zum THW Kiel – stehen bei Aufsteiger Bietigheim naturgemäß qualitative Ziele auf der Agenda. „Wir wollen uns in den beiden Partien in der Breite weiter einspielen und uns fit machen für die kommenden Aufgaben“, sagt Bader. Leistungsmäßig verliefen die ersten drei Spiele wie erhofft, teilweise wurden seine Erwartungen übertroffen, so der Bietigheimer Kommandogeber. „Einziger Wermutstropfen ist, dass wir keinen Punkt mitgenommen haben.“

Der wäre am Dienstag auch beim SC DHfK Leipzig möglich gewesen. Gefühlt sei seine Truppe in der Arena Leipzig nicht schlechter gewesen, am Ende war das gutklassige Spiel nach einigen schlechten Aktionen dann viel zu schnell weg. Entsprechend geknickt war die Stimmung auch noch im ersten Mannschaftstraining unter der Woche. „Das ist verständlich“, sagt Bader, „die Jungs hatten sich etwas vorgenommen.“

Bader wird also gegen die Rhein-Neckar Löwen wieder mehr Alternativen aufs Feld bringen. „Am Anfang der Saison sind wir in einer Phase, in der jeder durch seine Leistung Spielzeit erkämpfen kann“, so der Coach. „Mir tut es deshalb ausdrücklich für Valentin Schmidt leid, dass er in Leipzig nicht zum Zuge kam“, pickt sich Bader den 24-jährigen Spielmacher heraus. Das lag aber daran, dass Jonas Link auf der Position im Moment „einfach in einer absoluten Topform spielt“.

Kräftemäßig müssen die beiden Spiele gegen die Titelfavoriten so vernünftig wie möglich bestritten werden. Aber Bader fordert jederzeit auch Leistung von seiner Truppe. „Wir wollen auch die Rhein-Neckar Löwen mit viel Kämpferherz und Optimismus mit allen Mitteln, die wir haben, bekämpfen und das Spiel möglichst lange offen halten“, verspricht Bader, dem mit Ausnahme der Langzeitverletzten Maximilian Trost, Felix König und Max Emanuel sein kompletter Kader zur Verfügung steht. Gelingt es, die Rhein-Neckar Löwen mit diesen Tugenden aus der Reserve zu locken, dürfen sich die Fans am Sonntag auf eine attraktive Partie freuen. Für die Löwen beginnt übrigens bereits am Mittwoch die Champions League-Saison mit einem Heimspiel gegen den FC Barcelona.

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