Beim 39. Bietigheimer Silvesterlauf starten am Dienstag (14 Uhr) auch im Frauenrennen mehrere Weltklasse-Läuferinnen – allen voran Hanna Klein (Laufteam Tübingen) und Alina Reh (SSV Ulm), zwei Top-Athletinnen des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV).

Die Vorjahressiegerin Hanna Klein qualifizierte sich über 5000 Meter für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar). Dort wurde die 26-jährige Psychologie-Studentin im Vorlauf mit 15:28,64 Minuten Elfte, womit sich Klein aber nicht für das Finale qualifizieren konnte. Zuvor feierte die deutsche Hallenmeisterin über 1500 Meter bei der Team-WM in Polen noch einen souveränen Sieg über die 5000 Meter und trug damit zum Gewinn der Silbermedaille für Deutschland bei.

Mit einem Sieg könnte die Laichingerin Alina Reh an ihre Silvesterlauferfolge aus den Jahren 2013 bis 2016 anknüpfen und ein furioses Jahr beenden. Bei den deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften katapultierte sich die 22-Jährige mit 31:19,87 Minuten in eine neue Leistungssphäre auf der Langstrecke. Nur drei deutsche Läuferinnen waren jemals schneller. Bei der U23-EM in Schweden dominierte Reh über 10 000 Meter und stand nach 31:39,34 Minuten ganz oben auf dem Podium. Zwei Tage später folgte über 5000 Meter in 15:11,25 Minuten mit Silber die zweite Medaille. Publikumsliebling Reh hält mit 36:47 Minuten den Streckenrekord in Bietigheim.

In die Herzen der Zuschauer könnte auch Victoria Brandt (LAC Olympia 88 Berlin) laufen. Zweimal ging die Berlinerin in Bietigheim an den Start und war jeweils mit Platz drei erfolgreich. In einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld belegte die 30-Jährige bei der diesjährigen City Night Berlin in 36:09 Minuten den zehnten Rang. Mit 2:41:32 Stunden, gelaufen beim Berlin Marathon, ist die LAC-Läuferin in der diesjährigen DLV-Bestenliste geführt.

Ebenfalls aus Berlin reist Agnes Thurid Gers (SCC Berlin) an. Die 22-jährige Hindernisläuferin verpasste dieses Jahr bei der U23-EM in Schweden eine Medaille über 3000 Meter Hindernis nur knapp. Am Ende fehlte ihr nur eine halbe Sekunde zu Bronze. Mit ihrer Zeit von 9:53,73 Minuten gelang Gers nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern sie stellte gleichzeitig den neuen Vereinsrekord und eine neue Berliner Bestmarke auf. Aktuell ist sie drittbeste deutsche Frau auf der Hindernis-Strecke. Bei der Heim-DM im Berliner Olympiastadion gewann Gers die erhoffte Bronzemedaille. Gespannt darf man sein, wie die junge Athletin mit der Strecke in Bietigheim zurechtkommt.

TSG-Ass Leibfried ist in Topform

Eine Kandidatin für die vorderen Ränge ist Isabel Leibfried von der TSG Heilbronn. Eine bärenstarke Vorstellung zeigte die 28-jährige Unterländerin bei den deutschen Titelkämpfen im Marathon. Die Vorjahres-Vizemeisterin aus Offenau holte mit dem Gewinn der Bronzemedaille innerhalb eines Jahres zum zweiten mal Marathon- Edelmetall. Mit der Zeit von 2:39:35 Stunden steigerte Leibfried ihre Bestmarke um zwei Minuten und fünf Sekunden. Zu Saisonende ließ Leibfried mit guten Leistungen nochmals von sich hören. Über zehn Kilometer stellte sie mit 35:24 Minuten eine persönliche Bestmarke auf, und zu guter Letzt gewann die Athletin den Marathon um den Baldeneysee in Essen.

Immer gut für eine Überraschung ist W40-Ass Simone Raatz (ASC Darmstadt) Die 43- jährige Karlsruherin lief in der Kategorie W40 bei der Masters- EM zu Silber im Zehn-Kilometer-Straßenlauf und gewann die deutsche Cross- und Berglaufmeisterschaft. Obendrein holte sie DM-Gold über 10 000 Meter auf der Bahn. Raatz belegte bei den letzten drei Silvesterläufen den undankbaren vierten Platz. Trotzdem gehört Bietigheim zu ihren Lieblingsläufen.