Nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga auf dem Feld haben die Hockey-Frauen des Bietigheimer HTC nun auch den Durchmarsch in der Halle geschafft. Mit einem 4:1-Heimsieg gegen den Mannheimer HC 2 sicherte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Dauner die Meisterschaft in der 2. Regionalliga und spielt künftig in der 1. Regionalliga, der zweithöchsten deutschen Spielklasse im Hallenhockey. Letztlich war der BHTC um zwei Tore besser als der punktgleiche Tabellenzweite SB DJK Rosenheim, der zum Abschluss einen 7:1-Erfolg beim TB Erlangen feierte.

Heikle Ausgangssituation

Die Ausgangslage vor der Aufstiegsentscheidung war heikel: Bietigheim und Rosenheim lagen punktgleich an der Tabellenspitze, nur das Torverhältnis des BHTC war besser. Beide Mannschaften kämpften somit zeitgleich in einem Fernduell um den Aufstieg – Bietigheim gegen Mannheim 2 und Rosenheim in Erlangen. Trainer Thomas Dauner sah seine Mannschaft aber im Vorteil: „Wir dürfen hier in Bietigheim, in unserem Wohnzimmer, spielen, und Rosenheim müsste sehr hoch gewinnen.“

Trotz des Heimvorteils starteten seine Schützlinge nervös, die Anspannung vor einem so wichtigen Spiel war zu spüren. So erarbeitete sich der MHC immer wieder gefährliche Chancen im Bietigheimer Kreis, die aber noch rechtzeitig abgewehrt wurden. Der BHTC-Youngster Ines Wanner erkämpfte sich oft den Ball und sorgte durch engagierte Einzelaktionen für knappe Situation im gegnerischen Kreis. In der letzten Minute vor der Halbzeit gab es dann eine Strafecke für Bietigheim, die Lena Klösel mit dem Nachschuss verwandeln konnte. Zu dieser Zeit führte der SB DJK Rosenheim in Erlangen schon mit 3:1.

Nur 20 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit erzielte Ines Wanner das 2:0. Der Knoten der Anspannung bei den rot-weißen Bietigheimerinnen war gelöst. In der 39. Minute gelang es Melanie Senghaas durch Vorarbeit von Theresa Lindenberger die Führung auf 3:0 auszubauen. Der Mannheimer HC war konditionell nicht so gut wie die BHTC-Damen und hatte nur zwei Auswechselspieler auf der Bank. Trotzdem hielt sich die Mannschaft gut und verkürzte durch eine Strafecke auf 3:1.

Immer wieder kamen Meldungen aus Erlangen: Zwischenzeitlich führten die Rosenheimer mit 7:1. Mit einem Treffer mehr wären die Oberbayerinnen aufgestiegen und nicht der BHTC. Aber zwei Minuten vor Schluss, nach einer hart umkämpften letzten Hälfte, erzielte Melanie Senghaas dann das entscheidende Tor zum 4:1-Endstand.

Der Aufstieg war perfekt, denn die vielen Tore der Rosenheimer reichten am Ende nicht aus. Die doppelte Torschützin Melanie Senghaas freute sich: „Ich habe zu den Mädels vor dem Spiel gesagt, dass sie einer alten Frau wie mir einen Gefallen tun und einmal noch aufsteigen sollen.“ Die 40-Jährige möchte in Zukunft aber den jüngeren Spielerinnen den Vortritt lassen, denn ihr Traum vom nochmaligen Aufstieg ist jetzt in Erfüllung gegangen.

„Das 1:0 war unser Türöffner in dem Spiel, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte Coach Dauner. Er habe schon nach der guten Vorbereitung geahnt, dass sie den Aufstieg schaffen könne. „Aber ohne unser Team hinter dem Team hätten wir es nicht geschafft“, sagt Dauner und meinte damit die beiden Lauf- und Athletiktrainer Martin Grund und Steffen Kreft, Mentaltrainer Wolfgang Kringler, Physiotherapeut Florian Knapp und Betreuerin Manuela Meissner.

Bietigheimer HTC: Rönsch, Hegen; Klösel, Schönamsgruber, Jana Fili, Sabrina Rummel, Wanner, Traxler, Knapp, Lindenberger, Melanie Rummel, Senghaas.