Eishockey Bereit für die Wachablösung

Andreas Eberle
Andreas Eberle © Foto: Saskia Eberle
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 15.09.2017

Das Gesetz der Serie sollte den Fans der Bietigheim Steelers Mut machen. Denn noch nie hat in der zweithöchsten deutschen Spielklasse ein amtierender Meister seinen Titel in der Folgesaison verteidigen können. Der Krösus und Topfavorit Löwen Frankfurt ist also allein aus statistischen Gründen schon einmal aus dem Rennen.
    Ein heißer Kandidat für die Wachablösung sind die Bietigheim Steelers. Die Mannschaft ist durch kluge Personalpolitik noch stärker und auch jünger geworden, zumindest auf dem Papier. Neuzugänge wie Hauner, Preibisch, McNeely und Hüfner bringen viel Speed mit und passen damit perfekt ins System von Trainer Kevin Gaudet, der von seinem Team schnelles Power-Eishockey sehen will.
    Frankfurt, Bietigheim und Kassel sind nicht nur die drei Titelfavoriten, sondern auch die drei Standorte, die am ehesten das Potenzial haben, mal den Sprung in die DEL zu schaffen und sich dort zu behaupten – wenn man sie nur ließe. Denn auch in der Spielzeit 2017/2018 wird es keine Chance geben, sich sportlich für das Oberhaus zu qualifizieren. Die Widerstände, Vorbehalte und wohl auch Abstiegsängste sind bei einzelnen DEL-Platzhirschen offenbar immer noch so groß, dass sie mit aller Macht den im deutschen Sport eigentlich üblichen und bewährten Auf- und Abstieg verhindern.
    Dennoch werden auch in dieser Runde die Fans wieder zahlreich in die Eisstadien strömen – weil dort eben (fast) erstklassiger Sport geboten wird. Spannende Playoff-Serien, packende Spiele, hitzige Zweikämpfe, Derbys und viele Tore gibt es auch in der DEL 2 zu sehen. Auch wenn das für manchen Fan nur ein schwacher Trost sein mag.