Mit dem Schwabenduell bei Frisch Auf Göppingen beginnt für die SG BBM Bietigheim an diesem Samstag (19 Uhr) die Mission Titelverteidigung in der Handball-Bundesliga Frauen (HBF). Die erste Pflichtspiel-Prüfung hat der Deutsche Meister vor einer Woche bereits mit Bravour bestanden: Mit einem 27:26-Sieg gegen den Pokalsieger Thüringer HC holten sich die Bietigheimerinnen in der Ludwigsburger MHP-Arena zum zweiten Mal nach 2017 den Supercup. Die Leistung gerade in der zweiten Hälfte hat gezeigt, dass die Spielgemeinschaft bereit ist für den Tanz auf drei Hochzeiten mit Liga, DHB-Pokal sowie Champions League.

Martin Albersten fiebert dem Rundenstart in der deutschen Eliteklasse ebenfalls entgegen. „Endlich geht es wieder los. Ein guter Start in die Saison ist immer wichtig. Der Sieg zuletzt gegen Thüringen hat uns noch mehr Selbstvertrauen gegeben“, sagt der SG-Coach. Auf drei Spielerinnen muss Albertsen in der EWS- Arena allerdings verzichten: Anna Loerper befindet sich nach einer Achillessehnenverletzung noch im Aufbautraining, die dänische Linksaußen Fie Woller fällt nach ihrer Schulteroperation noch drei Wochen aus. Auch Kim Braun, ihre Kollegin auf dem linken Flügel, wird die ersten zwei Spieltage verpassen: Die deutsche Nationalspielerin hat sich bei einem Zweikampf im Training den Daumen verdreht. Albertsen will darum in Göppingen mit Antje Lauenroth auf Linksaußen antreten. Die 30-jährige Kreisläuferin hat schon im Supercup, in der Vorbereitung und in der Vergangenheit auf dieser Position gespielt – zum Beispiel auch in der deutschen Nationalmannschaft. Als Backup steht zudem Eigengewächs Leonie Patorra bereit.

Das letzte Kräftemessen mit Göppingen haben die Bietigheimerinnen und ihre Fans noch in bester Erinnerung. Denn mit einem 34:18-Kantererfolg sicherte sich das Team um Kapitänin Kim Naidzinavicius im Mai am letzten Spieltag der Saison 2018/19 endgültig den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Doch Albertsen will das damalige Heimspiel in Ludwigsburg nicht zum Maßstab nehmen und mahnt seine Schützlinge zur vollen Konzentration. „Wir dürfen den Gegner zu keiner Zeit unterschätzen“, sagt der Trainer. „Göppingen auswärts und Göppingen zu Hause – das sind zwei völlig verschiedene Mannschaften. Mit ihrem super Heimpublikum im Rücken hat Frisch Auf schon vielen Topteams Punkte abgeknöpft.“

Die tschechische Nationalspielerin Michaela Hrbkova ist dabei der unangefochtene Star im Göppinger Ensemble. Die 32-jährige Linkshänderin, die seit 2016 für den Klub aufläuft und noch einen Vertrag bis 2021 hat, wurde von den Frisch-Auf-Fans zuletzt viermal in Folge zur Handballerin der Saison gewählt.