Jugendhandball Bei der Viertelfinal-Premiere lange auf Augenhöhe

Lena Klingler von der SG BBM Bietigheim steigt hoch und wirft aufs Leverkusener Tor. Am Kreis Meike Becker. Links Sophia Cormann vom TSV Bayer.
Lena Klingler von der SG BBM Bietigheim steigt hoch und wirft aufs Leverkusener Tor. Am Kreis Meike Becker. Links Sophia Cormann vom TSV Bayer. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / Bernhard Gaus 09.04.2018

Die weibliche Handball-A-Jugend der SG BBM Bietigheim ist erstmals unter die besten acht Teams in Deutschland vorgestoßen. Im Viertelfinale zur deutschen Meisterschaft treffen die Bietigheimer Mädels jetzt allerdings auf den TSV Bayer 04 Leverkusen, einen Hochkaräter im deutschen Jugendhandball und einen der Titelfavoriten. Das Hinspiel verloren die Bietigheimer Nachwuchstalente am Sonntag in der Viadukthalle mit 28:35 (14:13) Toren.

Die Spielerinnen von Kerstin Reckenthäler gehen jetzt als haushohe Favoritinnen ins Rückspiel in einer Woche, auch wenn Bayers Ex-Nationalspielerin das so nicht unterschreiben wollte: „Die Erfahrung hat schon oft gezeigt, dass die sieben Tore zu drehen sind. Jetzt gilt es, die Konzentration aufrechtzuhalten.“

Beeindruckende Erfolgsbilanz

Die Erfolgsbilanz der „Junior-Elfen“, wie die Nachwuchsteams unterm Bayerkreuz genannt werden, liest sich beeindruckend. In den letzten fünf Jahren war Leverkusen stets ins Finale vorgestoßen, holte dreimal die deutsche Meisterschaft der A-Juniorinnen. Schon die erstmalige Teilnahme am Viertelfinale dagegen markiert einen weiteren Meilenstein für den aufstrebenden Jugendbereich der Bietigheimer Handballer. Und auch wenn der Einzug ins Final Four diesmal noch verwehrt bleiben sollte – denn so sieht es nach dem Resultat vom Sonntag aus – das Ende der Fahnenstange scheint in den nächsten Jahren noch lange nicht erreicht zu sein.

40 Minuten auf Augenhöhe

Was das Endergebnis auf den ersten Blick gar nicht vermuten lässt: Mehr als 40 Minuten lang war das erste Viertelfinale bis zum 20:20 ein Spiel auf Augenhöhe. Das junge Bietigheimer Team des Trainergespanns Cornelius Väth und Bianca Dinkel – bis auf fünf Spielerinnen könnten alle noch in der B-Jugend antreten – rackerte und kämpfte engagiert. Schon früh waren es Lena Klingler und Leonie Patorra, die mit ihren Würfen die robuste Abwehr der Gäste ein ums andere Mal düpierten. Eine frühe 7:4-Führung der SG BBM hatte keinen Bestand, Leverkusen glich zum 12:12 aus. In die Pause nahm Bietigheim einen knappen 14:13-Vorsprung.

Ganze fünf Minuten genügten den Gästen dann, um auf die Siegerstraße einzubiegen. Und das, obwohl die SG BBM davon zwei Minuten sogar in Überzahl spielte. Aus dem 20:20 (41.) wurde ein 20:25-Rückstand (46.). Die Würfe von Leverkusens Junioren-Nationalspielerin Annika Lott aus dem linken Rückraum saßen, die Bietigheimer Defensive bröckelte bedenklich. „In dieser Phase ist uns ein wenig der Faden gerissen“, musste SG-Coach Väth eingestehen. Bietigheim versuchte nach einer Auszeit mit einer offensiv umgestellten Deckung zu antworten, doch Leverkusen zeigte sich unbeeindruckt, hatte jetzt die Spielkontrolle übernommen.

Die Bietigheimerinnen wehrten sich auch in der Schlussviertelstunde nach Kräften, die in diesem temporeichen Spiel gegen Ende zu schwinden drohten. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff verkürzte die SG BBM den Rückstand noch einmal auf 24:27. Bayer Leverkusen blieb aber ohne Gnade am Drücker und sicherte sich noch einen komfortablen Sieben-Tore-Vorsprung fürs Rückspiel.