Im Duell der beiden für ihre Defensivstärke bekannten Bundesligisten dominierten die MHP Riesen Ludwigsburg in der zum achten Mal in Folge ausverkauften MHP-Arena die erste Halbzeit gegen Rasta Vechta eindeutig und ließen im ersten und zweiten Viertel nur jeweils 14 Punkte der Gäste zu. Am Ende wurde es trotz eines zwischenzeitlichen Vorsprungs von 26 Punkten noch einmal spannend. Mit dem 85:78-Sieg beulten die Gastgeber die kleine Ergebnisdelle aus der Vorwoche, verursacht durch die überraschende Niederlage bei den Gießen 46ers, aus und behaupteten ihren zweiten Tabellenplatz hinter dem Titelverteidiger FC Bayern München. Dem hatten die Riesen bekanntlich vor 14 Tagen die erste Saisonniederlage beigebracht.

Erfolgreichster Werfer beim Sieger war Nick Weiler-Babb mit 19 Punkten. Darunter waren fünf erfolgreiche Dreierwürfe. Einen guten Eindruck in seinem erst zweiten Spiel für Ludwigsburg machte Cameron Jackson, der es ebenso wie Khadeen Carrington auf 17 Punkte brachte. Trainer John Patrick lobte den Neuzugang: „Jackson hat eine sehr solide Leistung gebracht. Er hat hart gearbeitet und nun seine zweite Chance genutzt, um im Spiel zu zeigen, was er hat und kann.“

Vechta lag schnell mit 5:0 vorne, gestaltete die temporeiche Partie bis zum 11:11 ausgeglichen und ging durch einen Dreier von Ishmail Wainright noch mit 14:11 in Führung. Dann allerdings gelangen dem Aufsteiger der Vorsaison und erneutem Playoff-Kandidaten fünf Minuten lang keine Punkte mehr. Trotz mehrerer vergebener Distanzwürfe legten die Ludwigsburger, die ihren Rhythmus gefunden hatten, einen 12:0-Lauf aufs Parkett und erspielten sich eine 23:14-Führung nach dem ersten Viertel.

Zur Halbzeit lagen sie beim 47:28 schon mit 19 Punkten vorne und schienen einem klaren Sieg entgegenzusteuern. Allerdings war schon im zweiten Viertel eine Leistungssteigerung bei den Gästen zu spüren, die auf 26:19 herangekommen waren. Bei einer Auszeit stimmte Coach Patrick sein Team wieder ein.

Vechta holt mächtig auf

Im dritten Viertel betrug der Abstand der Riesen beim 56:30 schon 26 Zähler. Den verringerten die Gäste allerdings, denn sie steigerten sich in der Verteidigung und nutzten die eine oder andere Schwäche der Gastgeber unterm eigenen Korb. Während dem Team von Trainer John Patrick nur noch sechs Punkte gelangen, erzielte Rasta 16 und die Partie stand „nur“ noch 60:46 für den Tabellenzweiten.

Im letzten Viertel wuchs die Punkteausbeute der ab der zweiten Halbzeit enorm druckvoll und zielstrebig agierenden Gäste auf 29 an. Sie hatten auch zur Genauigkeit bei den Würfen aus der Distanz gefunden. Allen voran Josh Smith, der mit einem Drei-Punkte-Wurf Vechta in der Schlussphase auf 78:82 heranbrachte. Plötzlich wackelte der sicher geglaubte Sieg der 25 Minuten lang dominanten Ludwigsburger. Aber Carrington verwandelte nervenstark zwei Freiwürfe und machte den neunten Sieg im neunten Saison-Heimspiel perfekt. Kraftpaket Marcos Knight legte noch Punkt 85 nach.