Die Telekom Baskets Bonn ließen in einem vorgezogenen Spiel des 31. Spieltags der Basketball-Bundesliga (BBL) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg aufblitzen, warum sie erstmals in der Vereins­geschichte die Champions-League-Gruppenphase überstanden haben. Am Ende behielt aber der BBL-Zweite aus der Borackstadt doch mit 83:77 die Oberhand über den Vorletzten.

Jonas Wolfarth-Bottermann erwischte einen unglücklichen Start in seiner Heimatstadt, vergab nach wenigen Sekunden den ersten Nahdistanzwurf. Ansonsten verlief die Partie im ersten Viertel extrem ausgeglichen. Ludwigsburg führte nach knapp zwei Minuten einmal mit 5:2, die Gastgeber konterten mit einem 7:0-Lauf und gingen ihrerseits mit 9:5 in Front. Das waren so ziemlich die deutlichsten Vorsprünge, die sich die beiden Teams in den ersten zehn Minuten einmal erspielen konnten.

Beim einen oder anderen Spieler ließ die Wurfquote schwer zu wünschen übrig. Bonns Yorman Polas Bartolo versenkte nur einen von sechs Versuchen von jenseits der 6,75-Meter-Markierung in der ersten Hälfte. Khadeen Carrington, sonst meist einer der eifrigsten Punktesammler der Riesen, traf in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht aus der Distanz und machte auch nur fünf Punkte bis zum Seitenwechsel.

Nachdem es mit einer knappen 22:21-Führung der Gastgeber in den zweiten Abschnitt ging, drehten die Ludwigsburger vor allem in der Defensive so richtig auf. Die Telekom Baskets wurden immer wieder zu Distanzwürfen gezwungen, die sie regelmäßig verfehlten. Auch US-Boy Benjamin Simons kam nur auf einen Erfolg bei sechs Versuchen in der ersten Hälfte. Die Rebounds schnappten sich immer wieder die langen Kerle aus der Barockstadt, und so zogen die Riesen bis zur Halbzeitpause auf 43:32 davon, ließen nur zehn Punkte in den zweiten zehn Minuten zu.

Bonner Aufholjagd

Bonns neuer Trainer Will Voigt hatte sich aber ganz genau angeschaut, was da passiert war und sich Maßnahmen dagegen überlegt. Zunächst einmal ließ sein Team die Gäste nicht mehr weiter davonziehen. Zur Mitte des dritten Abschnitts stand es 45:55 aus Sicht der Bundesstädter. Riesen-Coach John Patrick nahm eine Auszeit, weil seine Mannschaft kurz vorher noch mit 14 Zählern in Front lag und der Vorsprung weiter zu schmelzen drohte. Doch im Grunde verhalf er damit den Telekom Baskets dazu, sich noch besser einzustellen. Denn knapp drei Minuten später betrug der Vorsprung des Tabellenzweiten beim Stand von 54:57 nur noch mickrige drei Zähler.

38 Sekunden vor der dritten Pausensirene drohte sogar der Ausgleich. Der BBL-Vorletzte war auf 57:59 herangekommen. Doch der letzte erfolgreiche Angriff im dritten Viertel gehörte Ludwigsburg. Konstantin Konga versenkte einen Nahdistanzwurf als noch 22 Sekunden auf der Uhr standen. Ein Angriff blieb den Gastgebern noch, um mit einem möglichst geringen Rückstand in den Schlussabschnitt zu gehen, doch Polas Bartolo vergab drei Sekunden vor der Sirene aus der Halbdistanz, Tanner Leissner sicherte sich den freien Ball.

Im letzten Viertel schien es zunächst so, als ob sich Ludwigsburg stabilisieren würde. Mit dem ersten Ballbesitz machte Carrington das 63:57, nachdem Konga zunächst einen Dreier nicht versenkt hatte. Doch dann arbeiteten sich die Gastgeber wieder langsam heran. Nach etwas mehr als drei Minuten sorgte Alec Brown per Dreier für das 62:65, und als Jaleen Smith nur einen Freiwurf traf, machte der Ex-Ludwigsburger Martin Breunig mit einem Korbleger und einem Zusatz-Freiwurf die Partie wieder richtig spannend.

Ludwigsburgs Thomas Wimbush versiebte dann einen Dreier. Leissner holte sich zwar den Rebound, wurde aber von Breunig geblockt. Im Gegenzug versenkte Brown einen Korbleger. Plötzlich führten die Gastgeber zum ersten Mal seit  der elften Minute. Doch die Riesen fingen sich umgehend, machten neun Punkte in Folge. Exakt vier Minuten vor dem Ende waren sie mit 75:67 wieder auf der Siegerstraße. Und diesmal ließen sie nicht mehr locker, gewannen mit 83:77.