An diesem Samstag (20.30 Uhr) empfangen die MHP Riesen Ludwigsburg mit den Telekom Baskets Bonn ihren bisher nominell stärksten Gegner in der noch jungen Basketball-Saison. Das Duell des zweiten Bundesliga-Spieltags steht unter einem besonderen Stern. Denn der langjährige Kapitän David McCray wird gegen seinen früheren Klub aus Nordrhein-Westfalen offiziell verabschiedet – und sein Trikot mit der Nummer vier symbolisch unter die Hallendecke der MHP-Arena gehängt.

Die Bonner beendeten die vergangene Saison auf Platz sieben und spielen auch in diesem Jahr in der Champions League. Die letzte hierfür nötige Hürde, die dritte Qualifikationsrunde, übersprangen sie vor Wochenfrist: Olympic Fribourg wurde mit 80:66 und 80:72 zweimal besiegt und so erfolgreich aus dem Weg geräumt. Ebenfalls erfolgreich bezwungen, wenn auch erst nach einer nervenaufreibenden Aufholjagd in der „Crunchtime“, wurde am Mittwoch Frankfurt (77:76). Das Pokal-Achtelfinale der Telekom Baskets gegen Bayern München wurde aufgrund des internationalen Wettbewerbs verlegt, die anderen drei Pflichtspiele wurden gewonnen.

Maßgeblichen Anteil am Auftakt nach Maß hat der neue Trainer Thomas Päch: Der 37-Jährige wechselte aus Berlin auf den Hardtberg und brachte viele Details aus der Arbeit mit dem spanischen Star-Coach Aito Garcia Reneses mit in den Westen der Republik. Schneller, freier, aktiver und jünger soll es sein, das Spiel der Bonner. Ganz offenkundig führt dies bislang zu beachtlichem Erfolg.

Auch abseits des Parketts haben die Verantwortlichen den Neustart bisher mit Erfolg bewerkstelligt: Anfang September verlängerte die Deutsche Telekom AG ihr Namenssponsoring bis 2022. Zuvor hatten die letztjährigen Leistungsträger T.J. DiLeo, Martin Breunig und Yorman Polas Bartolo ihre Verträge ausgeweitet und damit die Grundlage für ein neues Team gelegt, aus welchem nun Stephen Zimmerman und Benjamin Simons hervorstechen. Während Zimmerman mit 2,13 Metern und 110 Kilogramm mächtig Masse unter die Körbe bringt und dort auch aufräumt, ist Simons bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die erhoffte Säule im Angriff. Der US-Amerikaner ist vor allem von jenseits der 6,75-Meter-Linie gefährlich. Allein gegen Frankfurt verwandelte Simons vier seiner sechs Distanzwürfe, unter anderem den siegbringenden Versuch elf Sekunden vor Schluss.

Sowohl Päch als auch sein Riesen-Kollege John Patrick sahen in den bisherigen Partien zwar sehr gute Ansätze, allerdings keine über 40 Minuten konsequent zufriedenstellenden Leistungen. Vor allem die Riesen wollen nun nach dem Pokal-Aus vor einer Woche zu Hause gegen Braunschweig in ihrer Festung die erste „Humba“ der Spielzeit 2019/20 anstimmen. Mit Kapitän Konstantin Konga, Jonas Wohlfarth-Bottermann und McCray sind insgesamt drei Akteure aus dem Ludwigsburger Profiteam früher schon für Bonn aufgelaufen.