Wer diese Konstellation vor Saisonbeginn prognostiziert hat, dürfte sich nun über diverse Wetteinnahmen freuen: Denn wenn die MHP Riesen Ludwigsburg am Samstag (18 Uhr) bei den Hakro Merlins Crailsheim antreten, gastiert der Tabellenfünfte beim Dritten. Das Topspiel der Basketball-Bundesliga steigt in dieser Woche in Ilshofen. Am Rande der A6 sind in der Arena Hohenlohe wie gewohnt die Hakro Merlins heimisch, ungewohnterweise handelt es sich beim Fast-Absteiger aus der Vorsaison aktuell jedoch um eines der besten Teams der Liga. Coach Tuomas Iisalo hat zu dieser Runde eine neue Mannschaft zusammengestellt, die bereits früh in der Saison mit Automatismen, Selbstvertrauen und einer Teamchemie agiert und brilliert, die deutschlandweit für Aufsehen sorgt. Crailsheim im Jahr 2019 ist ein Klub, der viele Dinge über den Sommer richtig gemacht hat – und nun die Früchte der Arbeit in Form von Punkten und Anerkennung erntet.

Denn wie auch bei Ludwigsburg war der Start in die Spielzeit ein voller Erfolg und die Etablierung im oberen Ligadrittel folgerichtig. Die Merlins stellen hinter Alba Berlin mit 96 Punkten pro Partie die zweitbeste Offensive der Liga und mussten sich bis dato erst einem Team geschlagen geben: Gegen die EWE Baskets Oldenburg setzte es Anfang Oktober im BBL-Pokal (75:86) und Anfang November in der BBL (93:98 nach Verlängerung) jeweils in den eigenen vier Wänden eine Niederlage, Auswärts sind die Crailsheimer noch ungeschlagen. Allen voran im Telekom-Dome zeigten sie eine herausragende Leistung und schossen die Telekom Baskets Bonn 114:82 aus dem klubeigenen Wohnzimmer und lieferten ein Paradebeispiel für Vielseitigkeit und Wurfgefahr.

Trumpf im Iisalo-Kader ist dabei, neben der Athletik, die Scoring-Qualität im Team. Gleich sieben Profis punkten pro Duell im Schnitt zweistellig und bilden, gemeinsam mit Fabian Bleck (4,8 Punkte pro Spiel) und Dejan Kovacevic (4,2), einen schwer zu bremsenden Mannschaftskern, der von Topscorer Javontae Hawkins (15,1) angeführt wird.

Duell auf Augenhöhe

Auf die Barockstädter kommt entsprechend am Samstagabend viel Arbeit zu. Doch auch die schwäbischen Gäste sind voller Selbstvertrauen. Mit drei Siegen in Serie hat sich das Team von Coach John Patrick erfolgreich im oberen Liga-Drittel und den Playoff-Rängen etabliert. Neben den Arbeitssiegen in Göttingen und gegen Hamburg sorgten vor allem die berauschenden Leistungen gegen Bonn und Ulm für das Freisetzen von viel Energie und Glückshormonen.