Zweites Spiel, zweiter Sieg – die MHP Riesen Ludwigsburg sind mit der Optimalausbeute von vier Punkten in die Bundesliga-Saison 2019/20 gestartet. Am Samstag feierte das Team aus der Barockstadt mit dem 94:80 (42:42) gegen die Telekom Baskets Bonn den ersten Erfolg vor heimischem Publikum. Damit war der Gala- Abend speziell für einen Protagonisten endgültig perfekt. Denn mit dem langjährigen Kapitän und heutigen Assistenzcoach David McCray wurde ein Mann offiziell von der Profibühne verabschiedet, der den Ludwigsburger Basketball als Spieler über Jahre geprägt hat (siehe auch Interview unten). Als besondere Anerkennung hängte der Verein das gelbe Trikot von McCray sogar unters Hallendach. Das Dress mit der Nummer vier wird künftig nicht mehr vergeben.

So leidenschaftlich wie der 32-jährige Sympathieträger während seiner aktiven Laufbahn zur Sache ging, spielten am Samstag auch die Riesen. Ein US-Trio wusste dabei besonders zu gefallen. Thomas Wimbush war mit 22 Zählern der Ludwigsburger Topscorer, gefolgt von Khadeen Carrington (18). Und Nick Weiler-Babb, ein weiterer Neuzugang, schaffte gar ein „Triple-Double“ mit zehn Punkten, elf Rebounds und zwölf Assists. „Ich glaube, das war das erste ,Triple-Double’, seit ich hier bin“, sagte John Patrick, der Ludwigsburgs Korbjäger seit Januar 2013 trainiert. Der starke Auftritt von Weiler-Babb war erstaunlich. Denn der 23-jährige bisherige College-Spieler laboriert nach wie vor an einer Verletzung an der rechten Hand und hat erst am Donnerstagabend, trotz Schmerzen, wieder mittrainiert, wie Patrick nach der Partie verriet.

Im ersten Viertel haperte es bei den Gastebern speziell an der Dreierausbeute: Zehnmal versuchten es die Riesen aus der Distanz, nur zweimal waren sie erfolgreich. Die Rheinländer punkteten hingegen immer wieder mit schnellen Gegenstößen und gingen mit einer 25:17-Führung aus dem ersten Durchgang. Ludwigsburg steigerte sich und schlug zurück. In der 18. Minute brachte Wimbush das Patrick-Team mit seinem ersten Dreier zum 36:34 erstmals in Front. 42:42 stand es zur Pause.

Talent Hukporti verletzt sich

Zur zweiten Hälfte schickte Patrick Youngster Ariel Hukporti aufs Parkett. Der 17-jährige Nachwuchsmann fügte sich gleich mit vier Zählern ein, ehe sein Einsatz nach 90 Sekunden schon wieder vorbei war: Bei einer Abwehraktion schlug Hukporti mit dem Rücken auf dem Hallenboden auf. Nach einer längeren Behandlungspause musste er mit der Bahre vom Feld und wurde zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht. Beckenprellung lautete die erste Diagnose.

„Jetzt erst recht“ dachten sich wohl seine Teamkollegen. Mit einer hauchdünnen 67:66-Führung gingen die Riesen ins Schlussviertel. Dort fielen dann die Dreier wie die Blätter im Herbst von den Bäumen. Je zweimal waren nun Weiler-Babb, Jaleen Smith und Wimbush aus der Distanz und durften sich letztlich als Matchwinner feiern lassen. Für Wimbush hat Patrick sogar ein Extralob parat: „Er ist ohne Frage ein sehr talentierter Spieler. Mit seinen Dunks und Blocks hat er heute einige Highlights geliefert“, kommentierte der Coach die Topleistung des Topscorers.