Eishockey Ausfall von McKnight drängt die Steelers von der Siegerstraße

Der Bietigheimer Stürmer Frédérik Cabana (rechts) versucht gegen Simon Mayr, Michael Rimbeck (am Boden) und Jared Gomes (alle SC Riesersee) an den Puck zu kommen. Hinten lauert Andrew McPherson, im Tor beobachtet Andrew Hare die Situation.
Der Bietigheimer Stürmer Frédérik Cabana (rechts) versucht gegen Simon Mayr, Michael Rimbeck (am Boden) und Jared Gomes (alle SC Riesersee) an den Puck zu kommen. Hinten lauert Andrew McPherson, im Tor beobachtet Andrew Hare die Situation. © Foto: Jan Simecek
Von Claus Pfitzer 16.04.2018

Die Finalserie um die Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) zwischen den Bietigheim Steelers und dem SC Riessersee geht über mindestens fünf Spiele. Nach einer 2:0-Führung in Spiel zwei verloren die Steelers am Sonntagabend mit 3:5. Der Ausfall von Topscorer Matt McKnight nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Schiedsrichter brachte die Bietigheimer im zweiten  Drittel völlig aus der Spur. Am Ende siegte der SC Riessersee mit 5:3 und glich zum Gesamtstand von 1:1 aus. Am Freitag hatten die Steelers in Garmisch mit 3:1 gewonnen. Dort geht die Serie am Dienstag um 20 Uhr mit Spiel drei weiter.

Als die Steelers gegen eine starke Mannschaft aus Garmisch-Partenkirchen auf dem besten Weg zum zweiten Sieg schienen und damit der Meisterschaft ein Stückchen nähergekommen waren, mussten sie innerhalb von 80 Sekunden drei Nackenschläge hinnehmen, die sie lange aus dem Konzept brachten. Bis zur 18. Minute führte die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet vor den 3638 Zuschauern in der EgeTrans-Arena mit 2:0. In der neunten Minute beendete Norman Hauner den entfachten Angriffswirbel mit dem Führungstreffer. René Schoofs war zuvor noch an SCR-Schlussmann Andrew Hare gescheitert, den Nachschuss hämmerte Hauner dann unter die Torlatte.

Auch Preibisch wieder dabei

Hauner konnte ebenso wie der von den Fans bei seinem Comeback stürmisch gefeierte Alexander Preibisch nach Verletzungspause wieder mitwirken. Dafür fiel neben Rob Brown Stürmer Maximilian Lukes aus, der sich am Freitag verletzt hatte. Nach zwölf Minuten knackten die Steelers den SC Riessersee zum zweiten Mal. Beim ersten Powerplay spielten Justin Kelly und Tyler McNeely den Torschützen Shawn Weller frei, und Hare war erneut geschlagen. Fünf Minuten später musste Verteidiger Valentin Gschmeißner für seinen Keeper bei einem Schuss von Weller auf der Torlinie klären.

Die Waage im Spiel neigte sich dann in der 17. Minute auf die Seite der Gäste. Zuerst musste Frédérik Cabana auf die Strafbank, dann fiel ein Unparteiischer unglücklich auf den nach einem Zweikampf am Boden liegenden McKnight. Der 33-jährige Kanadier musste vom Eis geführt werden und konnte mit einer Sprunggelenksverletzung nicht mehr weiterspielen. Noch im Powerplay durch Cabanas Strafzeit gelang dem Riesserseer Andreas Driendl mit einem Schlagschuss der 1:2-Anschlusstreffer.

Im zweiten Drittel nahm Preibisch den Platz von McKnight in der Reihe mit Marcus Sommerfeld und Kelly ein. Die Steelers waren aber sichtlich angeschlagen, verloren ihren Rhythmus und vernachlässigten ihr Kombinationsspiel. Innerhalb von neun Minuten kassierten sie drei Gegentreffer und lagen nach dem zweiten Drittel mit 2:4 in Rückstand. In dieser Phase bewiesen die Garmischer, weshalb sie die Hauptrunde auf Platz eins beendet hatten. Ihre große Klasse zeigten vor allem Driendl, Lubor Dibelka und Richard Mueller in der ersten SCR-Angriffsreihe. In der 23. Minute legte Driendl seinem Sturmpartner Dibelka das 2:2 auf. Steelers-Schlussmann Sinisa Martinovic verhinderte gegen die in Penalty-Manier auf ihn zulaufenden Mueller und Andreas Eder noch einen Rückstand seines Teams.

Zwei Tore in 22 Sekunden

Doch in der 32. Minute trafen die Gäste dann innerhalb von 22 Sekunden gleich zweimal ins Bietigheimer Tor. Nach einem Konter revanchierte sich Dibelka mit seiner Torvorlage für Driendl, das 4:2 für den SCR durch Florian Vollmer ließen sich die Referees Stefan Vogl und Elvis Melia zuerst per Videobeweis bestätigen. Zwei Minuten nach dem 2:4 verhinderte der Pfosten nach einem Weitschuss von SCR-Verteidiger Joel Johannsson den fünften Gegentreffer für die Steelers.

Im Schlussdrittel legten die Gastgeber eine Energieleistung aufs Eis und drängten mit Kampf und Einsatz auf den Anschlusstreffer. Den erzielte Benjamin Zientek in der 48. Minute kurz vor Ablauf einer Strafzeit gegen Christian Hummer vom SCR. Die Steelers hatten zwar noch zwölf Minuten vor sich, um wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Sie verloren aber den Wettlauf gegen die Zeit und die stark verteidigenden Gäste. Die legten zwölf Sekunden vor Schluss durch Stephan Wilhelm ein Empty-Net-Goal zum 5:3-Endstand nach.

So spielten sie

DEL 2, Finale, Spiel 2
Bietigheim – SC Riessersee

3:5

Drittel: 2:1, 0:3, 1:1.
Tore:
1:0 Hauner (9.), 2:0 Weller (12.), 2:1 Driendl (18./Überzahl), 2:2 Dibelka (23.), 2:3 Driendl (32.), 2:4 Vollmer (32.), 3:4 Zientek (48./Überzahl), 3:5 Wilhelm (60./Empty Net).
Strafminuten:
10 (5 Strafen) – 4 (2 Strafen).
Schiedsrichter: Stefan Vogl (München), Elvis Melia (Herne).
Zuschauer: 3638.