Handball Auftakt im DHB-Pokal ist der letzte Bietigheimer Härtetest

Einer für alle, alle für einen: Die SG BBM Bietigheim geht mit den Neuzugängen (von links) Jonathan Fischer, Patrick Weber, Maximilian Trost, Vetle Ronningen, Michael Oehler, Jonas Link und dem neuen Trainer Ralf Bader in die Spielzeit 2018/2019. Zum Auftakt geht es am Wochen- ende im DHB-Pokal beim Turnier in Hanau um den Einzug ins Achtelfinale.
Einer für alle, alle für einen: Die SG BBM Bietigheim geht mit den Neuzugängen (von links) Jonathan Fischer, Patrick Weber, Maximilian Trost, Vetle Ronningen, Michael Oehler, Jonas Link und dem neuen Trainer Ralf Bader in die Spielzeit 2018/2019. Zum Auftakt geht es am Wochen- ende im DHB-Pokal beim Turnier in Hanau um den Einzug ins Achtelfinale. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim / bg 18.08.2018

Die erste Pflichtaufgabe der neuen Saison wartet am Wochenende auf die Handballer der SG BBM Bietigheim. Der Bundesliga-Aufsteiger tritt in der ersten DHB-Pokal-Runde an diesem Samstag (20 Uhr) beim hessischen Drittligisten HSG Hanau an. Im Erfolgsfall könnte der Gegner im zweiten Akt des Auftaktturniers am Sonntag (17 Uhr) Liga-Konkurrent HC Erlangen sein.

Doch so weit mag der neue Bietigheimer Trainer Ralf Bader zwei Tage vor dem Gastspiel in der Hanauer Main-Kinzig-Halle noch nicht denken. „Der Fokus liegt auf dem Samstagsspiel, wenn es gegen eine gute Drittliga-Mannschaft geht, die sicher vor heimischem Publikum alles zeigen will.“ Personell stellt Bader den Fokus auf den Ligaauftakt: „Wir werden für den DHB-Pokal in keinem einzelnen Fall etwas riskie­ren. Dennoch sollten wir in der Lage sein, einen Klassenunterschied erkennbar zu machen.“

Heimstarke Hanauer

Der von Patrick Beer trainierte letztjährige Dritte der Oststaffel hat die erfolgreichste Saison in seiner Vereinsgeschichte hinter sich. Die HSG Hanau blieb in der Punkterunde zu Hause ungeschlagen und musste in der Tabelle nur Aufsteiger TV Großwallstadt und dem HC Erlangen II den Vortritt lassen. Durch diese Platzierung haben sich die Grimmstädter erstmals in ihrer Vereinsgeschichte für den DHB-­Pokal qualifiziert und stehen jetzt vor dem ersten Pflichtspiel gegen einen Erstligisten überhaupt.

Bader hat die laufende Saisonvorbereitung seiner SG BBM an die bevorstehende Pokalaufgabe angepasst. „Wir werden das Ganze so dosieren, dass wir am Samstag topfit sind und unsere bestmögliche Leistung zeigen können“, sagt der 37-Jährige und wählt dabei seine Worte ganz genau. Als Ziel fürs Wochenende definiert der Neutrainer nicht unbedingt den Einzug ins Achtelfinale. „Wir wollen am Samstag gegen Hanau eine gute Leistung abrufen und damit ein echtes Topspiel für uns am Sonntag erreichen.“ Vorausgesetzt auch der HC Erlangen gewinnt seine Partie am Samstag erwartungsgemäß gegen den Drittligisten MSG Groß-Bieberau/Modau. Der 13. der zurückliegenden Saison in der Handball-Bundesliga wäre eine echte Standortbestimmung für den Neuling vor dessen Punktspielauftakt eine Woche später in Wetzlar.

Als „durchwachsen“ bezeichnet Bader den bisherigen Verlauf der jetzt siebenwöchigen Vorbereitungsphase. „Der eine oder andere Ausfall ist in einer intensiven Vorbereitung eher der Normalfall“, stellt der Coach klar. Im Trainingsspiel am Mittwoch beim Schweizer Erstligisten Pfadi Winterthur fehlten aus seinem Kader jedoch gleich sieben Akteure. Max Emanuel (Rücken) und Felix König (Knie) haben aufgrund ihrer hartnäckigen Beschwerden praktisch noch gar nicht an der Vorbereitung mit Ball teilgenommen. Zudem fehlten in Winterthur mit Martin Marcec und Jan Asmuth beide Linksaußen. Auch Kapitän Patrick Rentschler musste mit einer Fußverletzung passen, Neuzugang Vetle Ronningen meldete sich gleich nach dem Spiel krank ab.

Bei einigen Akteuren wie Dominik Claus, der als einzig verbliebener Linkshänder nach dem Ausfall von Emanuel die Hauptlast im rechten Rückraum trägt, oder bei Neuzugang Patrick Weber würde Bader liebend gerne die Belastung etwas zurücknehmen. Die Integration der Neuzugänge sieht Bader zudem weiter als Hauptaufgabe Nummer eins an, und besonders in der Abstimmung in der Defensive muss in seinen Augen noch ein Schritt nach vorne folgen. „So kommen dann die durchwachsenen Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen zustande, über die wir natürlich alles andere als glücklich sind“, meint Bader.

Gewinner der Vorbereitung

Der kurzfristig angesetzten Partie in Winterthur kann Bader trotz der 25:30-Niederlage aber auch positive Seiten abgewinnen. „Es gibt auch Gewinner in der bisherigen Vorbereitung“, sagt er und nennt Youngster Nikola Vlahovic oder Jan Asmuth, der in den Defensiv-Planspielen von Bader aufgerückt ist. „Gewinner der Vorbereitung ist für mich aber in erster Linie die Mannschaft“, freut sich der Coach über die Stimmung im Team. „Jeder hängt sich maximal rein, es werden keine Ausreden im Vorfeld aufgrund der Ausfälle gesucht. Jeder ist bereit, alles von sich selbst und hoffentlich auch vom Gegner abzuverlangen.“

Pokal-Turniere in Horkheim und Kornwestheim

Während die SG BBM in Hanau um den Einzug ins DHB-Pokal-Achtelfinale kämpft, finden in der Region zwei weitere Erst- und Zweitrundenturniere statt. In der Horkheimer Stauwehrhalle trifft der TSB Heilbronn-Horkheim an diesem Samstag (17 Uhr) im Halbfinale auf die HG Oftersheim/Schwetzingen (beide Dritte Liga). Im zweiten Duell stehen sich ab 20 Uhr der Erstligist TVB 1898 Stuttgart und der Zweitligist DJK Rimpar Wölfe gegenüber. Die beiden Sieger ermitteln am Sonntag (17 Uhr) den Teilnehmer am Achtelfinale. In der Sporthalle Ost in Kornwestheim treffen am Samstag (16.30 Uhr) zunächst der Drittliga-Meister SV Salamander Kornwestheim und der HSC 2000 Coburg (Zweite Liga) aufeinander. Ab 19 Uhr messen sich die Traditionsvereine VfL Gummersbach (Erste Liga) und SG Leutershausen (3. Liga Ost). Das Finale wird am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen. ae

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