Handball Aufsteiger fiebert Auftakt entgegen

Kapitän Patrick Rentschler macht eine Fußverletzung zu schaffen.
Kapitän Patrick Rentschler macht eine Fußverletzung zu schaffen. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / bg 25.08.2018

Der Aufsteiger fiebert seinem Auftaktspiel in der Handball-Bundesliga entgegen. Am Sonntag (16 Uhr) ist es soweit: Die SG BBM Bietigheim gibt bei der HSG Wetzlar ihre erste Visitenkarte ab. „Wir sind der Außenseiter, das liegt auf der Hand“, sagt der neue SG-Coach Ralf Bader. Für den Neuling ist die Partie dennoch eine Standortbestimmung.

„In den ersten Wochen warten wirklich ausnahmslos sehr schwere Gegner auf uns“, sagt Bader mit Blick auf die Auftaktgegner. Die HSG Wetzlar, die die vergangene Runde als Tabellenelfter abgeschlossen hat, zählt ohne Zweifel auch dazu. Die Bietigheimer haben das Pokalwochenende, das mit einer 20:34-Pleite gegen Ligakonkurrent HC Erlangen endete, für sich längst abgeschlossen. Der Blick galt schon zuvor ganz dem Punktspielauftakt. „Wir haben klare Worte gefunden für das, was nicht gepasst hat“, merkt Bader zum Auftritt in Hanau an. „Auf der anderen Seite haben wir die Situation aber auch realistisch eingeschätzt“, sagt er und erinnert dabei an den stark dezimierten Kader beim Pokalturnier.

Fußblessur plagt Rentschler

Die mehr oder weniger leicht angeschlagenen Spieler sind seit Mitte der Woche nahezu komplett wieder im Mannschaftstraining. Nur bei Patrick Rentschler dauert es etwas länger. Der Kapitän hofft nach seiner Fußverletzung spätestens beim Abschlusstraining wieder mitmischen zu können. Die Frage, ob seine Mannen damit im in diesen Tagen viel zitierten „Wettkampfmodus“ angekommen sind, beantwortet Bader so: „Ich gehe fest davon aus, dass alle fürs sportliche Überleben alles geben werden. Das ist dann der richtige Wettkampfmodus.“ Für die Schwaben gibt’s nur ein Ziel: Klassenerhalt. Den hat sich auch die HSG Wetzlar auf ihre Fahnen geschrieben, allerdings fein differenziert. „Primärziel“ ist für die Spieler von HSG-Coach Kai Wandschneider der frühzeitige Klassenerhalt. Alle weiteren Ziele bleiben mannschaftsintern.

Dafür haben sich die Mittelhessen, die sich auch in ihrer mittlerweile 21. Erstliga-Saison in Folge als Ausbildungsverein verstehen, mit entwicklungsfähigen Spielern verstärkt wie Emil Frend Öfors (Kiel), Lenny Rubin (Thun) und Lars Weissgerber (Saarlouis). Neuzugang Tibor Ivanisevic (Skjern Håndbold) wurde zwischen den Pfosten zum großen Rückhalt beim 28:18 gegen den Zweitligisten EHV Aue, mit dem die Wandschneider-Truppe ins Achtelfinale des DHB-Pokals eingezogen ist. „Wir haben in Wetzlar die besten Fans der Liga, eine der schönsten Handball-Arenen Deutschlands und richtig gute Strukturen im Klub geschaffen. Dazu eine Mannschaft, die viel Talent und die besten Fitnesswerte nach der Sommerpause hat, seitdem ich hier Trainer bin“, wird Wandschneider zum Selbstverständnis der HSG zitiert.

Bader spürt genau eine gewisse Anspannung in seiner Truppe. „Das muss vor dem ersten Spiel auch so sein“, sagt er und registriert eine gute Stimmung im Team. Die Ziele fürs Auftaktspiel umschreibt der 37-jährige Trainer mit viel Bedacht. „Wir müssen ohne Furcht alles reinlegen, was wir haben, und ein Stück weit genießen, dass wir befreit aufspielen können. Wir können uns eigentlich nur wünschen, dass wir die beste Leistung zeigen, zu der wir in der Lage sind.“ Vielleicht gelten die letzten Ergebnisse der Bietigheimer gegen Wetzlar als gutes Omen. In ihrer Premieren-Spielzeit 2014/2015 in der Bundesliga feierten die Schwaben zwei Siege.

Info Bei „Kreis ab“, der führenden Handball-Sendung im Internet, werden auch in dieser Saison die 18 Bundesliga-Teams vorgestellt. BZ-Sportredakteur Andreas Eberle sprach dabei in einer Folge über die SG BBM Bietigheim.

www.soundcloud.com/kreis-ab

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