Handball Aufmunternder Applaus für einen engagierten Auftritt

Bietigheim / Von Bernhard Gaus 03.09.2018

Auch im ersten Heimspiel gab es für Bundesliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim am Ende nichts Zählbares. Zu stark präsentierte sich die mit Nationalspielern gespickte MT Melsungen in der EgeTrans-Arena und siegte am Sonntag gegen engagierte Bietigheimer Handballer letztlich verdient mit 33:24 (17:16).

Die Bietigheimer Handball-Fans haben zum Heimspielauftakt wieder einmal ihr feines Gespür bewiesen. Der aufmunternde Applaus der 2141 Zuschauer nach dem Schlusspfiff dürfte den Spielern des Neulings gutgetan haben. Honorierte er doch eine engagierte Leistung der SG BBM, die in ihr erstes Heimspiel alles reingelegt hatte, was im Moment möglich scheint. Gegen ein Spitzenteam wie die MT Melsungen wäre alles andere als eine Niederlage auch eine faustdicke Überraschung gewesen. Die Nordhessen siegten verdient, der Aufsteiger muss weiter geduldig auf seine ersten Punkte in der höchsten Spielklasse warten.

Kühn ist kaum zu stoppen

Schon der knappe 16:17-Rückstand zur Pause war für die SG BBM ein kleiner Teilerfolg. Zwar zeichnet sich schon in den ersten Minuten ab, dass der Aufsteiger gegen die individuelle Klasse eines Julius Kühn aus dem linken Rückraum oder eines Marino Maric am Kreis mit seinen Defensivbemühungen wenig auszurichten hatte. Dazu besitzt Melsungen in Domagoj Pavlovic einen brandgefährlichen Spielmacher. Die Tormaschinerie der Nordhessen funktionierte, die Gäste erzielten acht Tore in den ersten neun Minuten. „Wir haben in der Abwehr zu Beginn keinen Zugriff bekommen“, sagte Kapitän und Abwehrchef Patrick Rentschler – „und das ist im Spielverlauf nicht wirklich besser geworden.“ Doch die Hausherren, wie zuletzt in Wetzlar angeführt von einem gut aufgelegten Robin Haller, hielten mit teilweise schön herausgespielten Toren dagegen.

MT-Coach Heiko Grimm war unzufrieden mit seiner Defensive, wechselte früh im Tor, brachte Sjöstrand für Simic. Auf der Gegenseite schnappte sich Domenico Ebner einige freie Bälle und in der 24. Minute stand es nach dem fünften Treffer von Haller plötzlich wieder 14:14. Dass die Gäste in dieser ersten Hälfte ihre Mühe hatten, zeigte auch die Aktion von Michael Müller, der nach einer Viertelstunde gegen den starken Jonas Link zu hart eingestiegen war. Dafür gab es vom deutschen Top-Schiedsrichtergespann Lars Geipel und Marcus Helbig die Rote Karte.

Jan Döll brachte den Ball mit dem Pausenpfiff noch artistisch im verwaisten Gästetor unter zum 16:17 – aus Sicht der mit Ambitionen auf einen Europacup-Startplatz in die Saison gestarteten Gäste ein etwas schmeichelhaftes Halbzeitresultat. Das Bild sollte sich im zweiten Abschnitt jedoch schnell ändern. Melsungen setzte sich zunächst auf 20:17 ab. Bietigheim hatte Probleme, im stehenden Angriff zu Toren zu kommen und erzielte in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte nur drei Treffer. Die Nordhessen hatten sich defensiv sortiert, zeigten auch mehr Sicherheit in ihren Abschlüssen und setzten sich schnell auf 26:19 weiter ab. Das war elf Minuten vor dem Ende mehr als die Vorentscheidung.

„Wir werden am Dienstag auch beim Spiel in Leipzig wieder alles versuchen“, versprach Patrick Rentschler nach dem Schlusspfiff. Die Distanz zu den Topteams der Liga wurde am Sonntag zwar deutlich, für die Bietigheimer Handballer zählt jedoch nichts als der Klassenerhalt. Und da sind die Schwaben noch 32 Spieltage davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel