Eishockey Auf der Strafbank den dritten Punkt verschenkt

Norman Hauner, hier gegen zwei Nauheimer, war der Matchwinner für die Steelers.
Norman Hauner, hier gegen zwei Nauheimer, war der Matchwinner für die Steelers. © Foto: Martin Kalb
Kaufbeuren / Von Jan Simecek 03.11.2018

Disziplin hatte Steelers-Trainer Hugo Boisvert vor dem Auswärtsspiel am 15. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) beim zuhause erst einmal geschlagenen ESV Kaufbeuren gefordert. Die Umsetzung klappte nur teilweise. Sechsmal saßen Bietigheimer auf der Strafbank, bei der Hälfte der Strafen überwanden die Allgäuer Sinisa Martinovic. Zusammen mit seinen taktisch sehr diszipliniert spielenden Vorderleuten war der Routinier im Steelers-Tor aber am Ende Garant für den 4:3-Auswärtserfolg nach Verlängerung. Norman Hauner sicherte den Zusatzpunkt in der 63. Minute.

Die Steelers begannen so, wie es Trainer Boisvert vorab gefordert hatte. Defensiv machte das Team Torhüter Martinovic zeitweise geradezu arbeitslos, da Passwege gut zugestellt und Schüsse frühzeitig geblockt wurden. Offensiv wurden mit den schnellen Spielern wie Alexander Preibisch, Dennis Swinnen oder auch Max Lukes Nadelstiche gesetzt. Durch extrem aggressives Forechecking wurden immer wieder Scheibenverluste der Kauf- beurer provoziert.

So richtig gefährlich wurde es allerdings zuerst vor dem Bietigheimer Tor, weil Max Lukes in der siebten Minute eine etwas unglückliche Strafe wegen Beinstellens kassierte. Lukes war dann aber gerade auf dem Eis zurück, als er im gegnerischen Drittel vehement die Scheibe behauptete und Benjamin Zientek bediente. Zientek erwischte Stefan Vajs etwas weit vor seinem Tor und tanzte ihn eiskalt aus (9.).

Mit der bärenstarken Defensive, die kaum etwas zuließ, beherrschte Bietigheim in der Folge die Partie und legte nur 71 Sekunden nach der Pause das 2:0 nach. Nach einem Traumpass aus dem eigenen Drittel von Matt McKnight  lief Preibisch auf und davon und zimmerte die Scheibe in den rechten Winkel. Der amtierende Meister war nun so überlegen, dass sich ESVK-Coach Andreas Brockmann schon in der 27. Minute dazu genötigt sah, seine Auszeit zu nehmen. Die Maßnahme griff, auch weil Joseph Lewis bei der zweiten Strafe gegen Lukes im zweiten Nachstochern durch die Beine von Martinovic traf (33.). Und weil Jere Laaksonen 41 Sekunden vor der zweiten Pause Steelers-Kapitän Nikolai Goc alt aussehen ließ und aus kurzer Distanz den Bietigheimer Torwart tunnelte. Diesmal saß Preibisch auf der Sünderbank.

Eigentlich hatte Martinovic einen starken Tag erwischt, doch irgendwie war das Glück nicht so recht auf seiner Seite. Denn auch beim dritten Kaufbeu- rer Treffer bekam er den Puck von Sami Blomqvist durch die Hosenträger (58.). Diesmal saß Goc draußen. Dabei hatte Boisvert noch vor dem Powerplay der Allgäuer gewarnt. McKnight hatte davor aber auch in Überzahl getroffen, und so ging es in die Verlängerung, obwohl die Steelers in den letzten 67 Sekunden noch einmal mit einem Mann mehr agierten. Auch in der Verlängerung konnten sie aus den verbleibenden 53 Sekunden personeller Überlegenheit kein Kapital schlagen.

Die Partie wogte hin und her. Dann fasste sich Hauner ein Herz, lief alleine gegen zwei Kaufbeurer an, schlug einen Haken zur Mitte und zog ab. Tyler McNeely hatte sich inzwischen geschickt in die Sicht von Vajs gestellt, so dass der den Schuss, der links oben einschlug, gar nicht kommen sah. Der Sieg war perfekt und Boisvert zufrieden: „Dieses Momentum müssen wir jetzt mit nach Hause nehmen.“

So spielten sie

DEL2, 15. Spieltag
Kaufbeuren – Bietigheim

3:4 n.V.

Drittel: 0:1, 2:1, 1:1, 0:1.
Strafminuten: 8 (4 Strafen) – 12 (6 Strafen).
Tore: 0:1 Zientek (9.), 0:2 Preibisch (22.), 1:2 Lewis (33./Überzahl), 2:2 Laaksonen (40./Überzahl), 2:3 McKnight (53./Überzahl), 3:3 Blomqvist (58./Überzahl), 3:4 Hauner (63.); Schiedsrichter: Vladislav Gossmann (Königsbrunn), Michael Klein (Stuttgart); Zuschauer: 3100 (ausverkauft).

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