Von solchen Personalien wie Steelers-Torhüter Sinisa „Silo“ Martinovic leben Derbys. Einst als junger Eishockeyspieler von Heilbronn nach Bietigheim gewechselt, kehrte er, nachdem er mit Schwenningen das Playoff-Finale gegen die Steelers verloren hatte, in der Saison 2013/14 noch einmal in die Käthchenstadt zurück. Eine Runde später wechselte der inzwischen 38-jährige Deutsch-Kroate dann wieder nach Bietigheim. Martinovic identifiziert sich voll mit Stadt und Verein. Nach dem 4:3-Sieg nach Verlängerung am Freitag kam er mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Falkenjagd“ zurück aufs Eis. Er wird hier wohl seine Karriere beenden. Aber zum alten Eisen gehört er noch nicht. Er spielte in dieser Runde alle vier Derbys und war Garant für die drei Siege der Steelers und auch dafür, dass es in Heilbronn nach 0:3-Rückstand noch in die Verlängerung reichte.

Im letzten Lokalduell der Hauptrunde sah es zunächst so aus, als ob Martinovic eher zum tragischen Helden werden würde. Vor dem 1:2 durch Samuel Soramies (15.) ließ er die Scheibe aus der Fanghand fallen, war dann neben seinem Tor unterwegs, als er versuchte, sie doch noch zu sichern – wurde dabei so angeschossen, dass Soramies den Puck am Ende ins leere Tor drücken konnte. „Das war mehr Glück als sonst irgendwas“, beschreibt Martinovic die Szene. „Der Heilbronner schießt unserem Spieler gegen den Schläger, von dort trifft sie mich so, dass sie vors Tor trudelt.“ Das 3:2 durch Greg Gibson (30.) schien von der Tribüne aus gesehen ebenfalls nicht unhaltbar. Zumindest hatte der Steelers-
Schlussmann freie Sicht. Doch wenn man den Treffer in Schussrichtung betrachtet, kommt man eher zu dem Schluss, dass den Deutsch-Kroaten da keine Schuld trifft. Wenn doch, wäre das spätestens im Schlussdrittel vergessen gewesen, denn da lief Martinovic zu Hochform auf, sorgte mit tollen Paraden dafür, dass die Steelers mit nur einem weiteren Treffer wieder im Spiel waren, es in die Verlängerung schafften und dort noch den Sieg holten.

Aber nicht nur wegen des Erfolgs und seiner eigenen Vergangenheit hat Martinovic das Nachbarschaftsduell ganz besonders genossen. „Derbys sind immer etwas Besonderes, und ich hatte diese Saison das Glück, alle vier zu spielen. Aber heute haben wir auch brutal gut gekämpft. Jeder für jeden“, beschreibt Martinovic, was solche Spiele allgemein und das am Freitag im Besonderen ausmacht. „Für solche Spiele, für solch eine Kulisse spielt man Eishockey. Das ist einfach nur geil“, erzählt Martinovic begeistert. „Ich bin sehr glücklich, dass ich spielen durfte.“

Nach einer leichten Verletzung Martinovics und guten Leistungen von Ilya Sharipov war nicht unbedingt zu erwarten, dass der 38-Jährige  gegen Heilbronn zum Einsatz kommt.. Doch Trainer Hugo Boisvert weiß, was er an seinem Routinier zwischen den Pfosten hat und dass er ihn bei Laune halten muss. „,Silo’ hat jetzt länger nicht gespielt. Außerdem hat er in den ersten drei Derbys gut gehalten“, begründet der Steelers-Trainer den Einsatz. Falsch war diese Entscheidung nicht. Denn wie sagte Martinovic zum unglücklichen 1:2: „Am Ende zählt nur das Ergebnis.“

Kuqi und U18 verlieren letztes Turnierspiel


Die deutsche U18-Eishockey-Nationalmannschaft mit dem Bietigheimer Fabion Kuqi hat ihr letztes Spiel beim Vlado-Dzurilla-Cup verloren. In Piestany unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Thomas Schädler gegen Weißrussland mit 5:6 nach Verlängerung. Somit belegt die DEB-Auswahl den dritten Platz in der Endtabelle. Zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Weißrussland durch Simon Gnyp lieferte Kuqi die Vorlage (11.). Die weiteren deutschen Treffer erzielten Filip Varejka (2:2/23.), Filip Reisnecker (3:5/ 52.), Maksymilian Szuber (4:5/56.) und Elias Lindner (57.). sim