Nun geht sie also los, die heißeste Phase der Saison. 52 Hauptrundenpartien waren quasi nur Vorgeplänkel. Erst in den Playoffs geht es für die Spieler und Trainer so richtig los. Darauf arbeiten sie die gesamte Saison hin. Für die Bietigheim Steelers führt der Weg zur Titelverteidigung in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) zunächst über die Dresdner Eislöwen. An diesem Freitag (20 Uhr) startet die Best-of-Seven-Serie in der EgeTrans-Arena.

„Vor den Pre-Playoffs hatte ich keinen Wunschgegner. Jetzt finde ich es aber doch schade, dass es nicht Heilbronn geworden ist“, blickt Steelers-Trainer Hugo Boisvert noch einmal auf das knapp entgangene Viertelfinal-Derby. „Es wäre mir lieber gewesen, weil die Halle voll geworden und es näher gewesen wäre“, so Boisvert weiter. Andererseits sagt er aber auch: „Es ist nicht meine Aufgabe, mir über die Zuschauer Gedanken zu machen. Ich muss schauen, dass wir auf dem Eis erfolgreich sind.“

Momentum mitnehmen

Erfolgreich, das waren die Steelers zuletzt wahrlich. Vielleicht nicht in dem Maßstab, wie es mancher erfolgsverwöhnte Zuschauer aus der Ära von Kevin Gaudet gewohnt ist, aber immerhin hatte man nach einer bis dahin eher durchwachsenen Saison im Endspurt beinahe noch die Tabellenspitze gestürmt. „Im Februar hatten wir einen Push. Die Jungs haben nun mein Spiel verstanden. Das war wichtig“, so der Steelers-Coach. „Dieses Momentum müssen wir jetzt mit in die Playoffs nehmen“, fordert Boisvert. Ganz so einfach wird das aber seiner Ansicht nach nicht. „Wir hatten jetzt eine lange Pause, mussten warten. Es ist auf jeden Fall ein Vorteil für die Dresdner, dass sie im Rhythmus sind“, erklärt der Franko-Kanadier.

Respekt hat Boisvert vor allem vor der Dresdner Paradereihe mit Jordan Knackstedt, Steve Hanusch und Steffan Della Rovere. „Knackstedt ist überragend. Er hat in den Pre-Playoffs schon wieder neun Punkte gemacht. Die Reihe funktioniert richtig gut.“ Dagegen kann er eine Mannschaft mit sehr viel Erfahrung und Tiefe im Kader stellen. „Verletzungen waren immer eine Chance, die andere genutzt haben. Auch ohne Cabana haben wir gut gespielt. So muss eine Mannschaft sein“, freut sich der Steelers-Trainer über diesen Vorteil.

Nicht nur, weil es seine ersten Playoffs als Cheftrainer sind, ist es ein ganz besonderes Viertelfinale für Boisvert. Dresden war die letzten fünf Jahre seiner aktiven Eishockey-Karriere seine Heimat. „Dort habe ich auch meine Trainerkarriere begonnen, in der Laufschule. Wir haben noch viele Freunde dort“, berichtet der 43-Jährige. „Aber wir haben eine Aufgabe zu erledigen. Die Freunde sind bei den Spielen Nebensache“, so Boisvert weiter.

Überhaupt erwartet er von allen volle Konzentration. „Der Fokus muss auf dem Eis, in der Kabine, auch im Büro, auf den Playoffs liegen“, fordert der Coach. Deshalb möchte er sich auch nicht zu Spekulationen bezüglich Personalien äußern. Aktuell werden beispielsweise Tim Schüle und Brett Breitkreuz aus Frankfurt im Ellental heiß gehandelt. Torhüter Ilya Sharipov soll dagegen bereits in Schwenningen unterschrieben haben.

Apropos Torhüter. Davon hat Boisvert mit Sharipov und Sinisa Martinovic zwei zur Verfügung, die im Vorjahr auch entscheidenden Anteil am Titelgewinn hatten. Der Coach hat sich auch schon für einen entschieden, will aber nicht mitteilen für wen, weil er nicht will, dass sich Dresden darauf einstellen kann. „Ich habe in beide großes Vertrauen“, sagt er. Und um zu unterstreichen, wie wichtig ihm der Kampf um den Titel ist, fügt er noch an: „Jede Meisterschaft ist eine Meisterschaft. Wir spielen jetzt alle auch für Bastian Steingroß und Marcus Sommerfeld, damit sie vielleicht mit einem Titelgewinn aufhören können.“