Frauenhandball Als Außenseiter nach Ungarn

Eine Szene aus dem Hinspiel: Die FTC-Handballerinnen Aniko Kovacsics (links) und Rea Meszaros versuchen die Bietigheimerin Karolina Kudlacz-Gloc zu stoppen. Luisa Schulze ist außen vor.
Eine Szene aus dem Hinspiel: Die FTC-Handballerinnen Aniko Kovacsics (links) und Rea Meszaros versuchen die Bietigheimerin Karolina Kudlacz-Gloc zu stoppen. Luisa Schulze ist außen vor. © Foto: Marco Wolf
Bietigheim-Bissingen / Von Andreas Eberle 03.11.2018

Sobald die Königsklasse ruft, verwandelt sich die SG BBM Bietigheim von einer großen Hausnummer in der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) zu einem kleinen Fisch. Denn die Champions League gilt als Haifischbecken. Dort tummeln sich die besten Vereins-Mannschaften der Welt. Gerade bei Auswärtsspielen ist die Herausforderung oft gewaltig. „Wir sind vollkommener Außenseiter“, sagt Trainer Martin Albertsen auch wieder vor dem Duell am Sonntag (14.30 Uhr) bei FTC Rail-Cargo Hungaria, das in Erd bei Budapest ausgetragen wird. Chancenlos sieht der Däne sein Team aber nicht: „Wir glauben an uns und an eine Überraschung.“

Schlüsselspiel gegen die Vipers?

Mit drei Zählern aus den ersten drei Partien steht der deutsche Vizemeister in der Gruppe D aktuell auf dem dritten Rang . Die ersten zwei Plätze belegen die favorisierten Klubs CSM Bukarest und FTC Rail-Cargo Hungaria mit jeweils vier von sechs möglichen Punkten. Viel spricht dafür, dass das Bietigheimer Heimduell am 11. November in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen den norwegischen Vertreter Vipers Kristiansand, der mit nur einem Punkt Vierter ist, zum Schlüsselspiel um Rang drei wird. Denn nur die drei erstplatzierten Vereine jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

Schon zweimal hat sich die SG BBM in dieser Saison mit FTC Rail-Cargo Hungaria gemessen. Beim Elek-Gyula-Cup, einem Vorbereitungsturnier, verlor sie im August das Finale mit 21:22. Schwerer wog allerdings die Niederlage beim Champions-League- Duell vor zwei Wochen, als Ungarns Vizemeister in der MHP- Arena mit 28:25 triumphierte und den Bietigheimerinnen die erste Pflichtspiel-Niederlage 2018/19 zufügte. „Gegen einen Klassegegner wie Budapest muss man ein Topniveau erreichen, um zu bestehen. Das war leider nicht der Fall“, lautete da das Fazit von Albertsen.

Die Generalprobe ist der Spielgemeinschaft am Mittwoch gelungen: Mit einem ungefährdeten 30:24-Heimsieg gegen Frisch Auf Göppingen zog das Team um Kapitänin Kim Naidzinavicius ins DHB-Pokal-Viertelfinale ein.

„Wir wissen, dass uns eine Herkulesaufgabe erwartet“, sagt Albertsen. Der Trainer hofft auf eine weitere Topleistung seiner Schützlinge – so wie beim sensationellen 30:28-Heimerfolg über das Star-Ensemble aus Bukarest vor drei Wochen. „Wichtig ist, dass wir an unserem Plan festhalten und über 60 Minuten den Fokus behalten. Wenn du in der Champions League nur fünf Minuten schlecht spielst, ist das Spiel vorbei“, sagt Albertsen. Verzichten muss er wie gehabt auf die dänische Linksaußen Fie Woller, die noch an den Folgen eines Faserrisses in der Bauchmuskulatur leidet. Zuletzt sprang für sie Kim Braun in die Bresche – und überzeugte in den vergangenen beiden Partien gegen Buxtehude und Göppingen auf Anhieb mit vier und fünf Treffern.

Info Das Spiel zwischen FTC Rail-Cargo Hungaria und der SG BBM wird live auf www.ehftv.com im Internet gezeigt.

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