Eishockey Alexander Preibisch schießt die Steelers zum Auftaktsieg

Mann mit Torriecher: Der Bietigheimer Stürmer Max Lukes (Mitte) schoss die Steelers am Dienstag im ersten Viertelfinalspiel gegen Heilbronn mit 2:1 in Front. Der slowakische Falken-Torhüter Martin Melichercik (links) kassierte insgesamt fünf Treffer.
Mann mit Torriecher: Der Bietigheimer Stürmer Max Lukes (Mitte) schoss die Steelers am Dienstag im ersten Viertelfinalspiel gegen Heilbronn mit 2:1 in Front. Der slowakische Falken-Torhüter Martin Melichercik (links) kassierte insgesamt fünf Treffer. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 14.03.2018

Auf in die fünfte Jahreszeit – Bietigheim ist bereit“ – mit diesem Banner und vielen grün-weißen Choreo-Blättern stimmten die Fans der Bietigheim Steelers sich und ihre Mannschaft am Dienstagabend auf die Playoffs in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) ein. Und die Steelers ließen diesem ermutigenden Motto auf dem Eis im ersten Viertelfinalduell Taten folgen: Sie setzten sich vor 3155 Zuschauern in der EgeTrans-Arena nach einem harten Kampf mit 5:4 durch und legten damit einen erfolgreichen Start in die Playoffs hin. Das entscheidende Tor erzielte Alexander Preibisch in der vierten Minute der Verlängerung. Am Freitag (20 Uhr) kommt es in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena zum zweiten Kräftemessen, ehe am Sonntag (17 Uhr) die dritte Partie auf dem Programm steht, dann wieder im Ellental.

Kein Leistungsunterschied

Der Erzrivale aus dem Unterland erwies sich  als der erwartet unbequeme Widersacher. In den insgesamt fast 64 Derby-Minuten war kein Leistungsunterschied zwischen dem Hauptrundenzweiten aus Bietigheim und dem Neunten aus Heilbronn zu sehen. Am Ende gingen die Falken aber auch bei ihrem dritten Saisonauftritt in der EgeTrans-Arena als Verlierer vom Eis.

Trainer Kevin Gaudet schenkte dem 23-jährigen Ilya Sharipov im Tor das Vertrauen. Dieser hatte im ersten Drittel gleich deutlich mehr zu tun als sein Heilbronner Gegenüber Marcel Melichercik.  Die Falken gaben den Ton an, Bietigheim rannte oft nur hinterher. In der achten Minute tankte sich in Unterzahl Justin Kirsch mit viel Speed durch und überwand Sharipov aus spitzem Winkel – der Underdog lag verdient mit 1:0 vorne.

Die Steelers, die wie angekündigt ohne die verletzten Marcus Sommerfeld und Benjamin Zientek angetreten waren, brauchten ein paar Minuten, bis sie sich gesammelt hatten. Der Gastgeber tat sich schwer gegen die kompakt stehende und körperbetont verteidigende Falken-Defensive und fand kaum ein Durchkommen. Nachdem auch das zweite Powerplay verpufft war und die Falken gerade wieder vollzählig waren, schlug Altmeister Justin Kelly zu: Nach einem Rückpass von Frédérik Cabana düpierte der kanadische Center HEC-Schlussmann Melichercik mit einer trockenen Direktabnahme – 1:1 (15.).

Auch im zweiten Drittel begann der Außenseiter besser, doch den nächsten Treffer erzielte Bietigheim mit der ersten Chance: Der nach seiner krankheitsbedingten Pause ins Team zurückgekehrte Max Lukes überraschte Melichercik mit einem rotzfrechen Schuss ins kurze Eck (23.). Die Falken ließen nicht lange die Flügel hängen. In der 30. Minute gelang Kevin Lavallée, der sich energisch durchgesetzt hatte, der 2:2-Ausgleich. Nur 76 Sekunden später antwortete Tyler McNeely mit dem 3:2. Melichercik hatte für einen Moment die Orientierung verloren, und dies nutzte der Kanadier, um die freie Scheibe aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen (32.). Doch wieder schlug der Lokalrivale zurück – Kapitän Jordan Heywood traf 47 Sekunden vor der zweiten Drittelpause bei einem Heilbronner Powerplay zum 3:3.

Der dritte Durchgang begann für die Steelers mit einer heiklen Aufgabe: Sie mussten eine doppelte Unterzahl schadlos überstehen, was allerdings misslang: Kirsch überwand Sharipov mit einem Distanzschuss zum 3:4 (41.).  Die Steelers rannten  weiter an, Norman Hauner erzwang mit seinem Treffer in der 55. Minute eine Verlängerung. Dort hatte dann Preibisch seinen großen Auftritt: Sein Schlenzer prallte an Melicherciks Körper und von dort zum 5:4 ins Netz – die Steelers waren im Glück, und ihre Fans selig. „Den Sieg nehmen wir gern mit, aber das war nur ein Spiel“, bilanzierte Coach Gaudet.

So spielten sie

DEL 2, Viertelfinale, Spiel 1
Bietigheim – Heilbronn

5:4 n.V.

Drittel: 1:1, 2:2, 1:1; 1:0.
Tore: 0:1 Kirsch (8./Unterzahl), 1:1 Kelly (15.), 2:1 Lukes (23.), 2:2 Lavallée (30.), 3:2 McNeely (32.), 3:3 Heywood (40./Überzahl), 3:4 Kirsch (41./doppelte Überzahl), 4:4 Hauner (55.), 5:4 Preibisch (60.+4).
Strafminuten: 10 (5 Strafen) – 24 (8 Strafen); Schiedsrichter: Benjamin Hoppe (Frankfurt), Christoffer Hurtik (Bad Nauheim); Zuschauer: 3155.

Trainer Gaudet: „Es war eine Ehre, hier zu arbeiten“

Ein Abschied mit Wehmut bahnt sich für Kevin Gaudet an. Nach dann sechseinhalb sehr erfolgreichen Jahren verlässt der Trainer nach der laufenden DEL-2-Spielzeit die Bietigheim Steelers – sein Vertrag im Ellental wird nicht verlängert (die BZ berichtete). Gaudet wird Bietigheim im Sommer allerdings ohne Groll den Rücken kehren. „Es war eine Ehre für mich, hier zu arbeiten. In meiner Zeit in Bietigheim hatte ich bisher den meisten Spaß und den größten Erfolg in den 27 Jahren als Trainer – und ich habe hier Freunde für immer gefunden“, sagt der 54-jährige Kanadier. Einen neuen Verein habe er noch nicht. „Mein Ziel ist die DEL, aber die Trainerstellen dort sind besetzt“, stellt Gaudet fest. Darum werde er nach der Saison zunächst wohl nach Kanada zurückkehren und dort bis auf Weiteres bleiben. ae

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