Handball Albertsen: „Unser bisher größtes Spiel“

Voller Einsatz wie hier von Luisa Schulze zum Champions-League-Auftakt bei den Vipers Kristiansand wird auch im ersten Heimspiel der Königsklasse nötig sein.
Voller Einsatz wie hier von Luisa Schulze zum Champions-League-Auftakt bei den Vipers Kristiansand wird auch im ersten Heimspiel der Königsklasse nötig sein. © Foto: Terje Refsnes
Von Mathias Schmid 13.10.2018

Für die Frauen der SG BBM Bietigheim steht am Sonntag (18 Uhr) das erste Heimspiel in der diesjährigen Champions-League-Saison an. Mit dem rumänischen Meister CSM Bukarest empfängt der deutsche Vizemeister einen der Titelfavoriten in der MHP Arena in Ludwigsburg. Trainer Martin Albertsen ist voller Vorfreude auf dieses Kräftemessen. Sein Team möchte gegen die mit Top-Handballerinnen gespickte Mannschaft „die Sensation schaffen“.

Der Däne hat mit den Bietigheimerinnen in seinen knapp vier Jahren auf der Trainerbank schon einiges erlebt: das Finale im EHF-Cup gegen Rostov-Don 2017 oder erst im Mai das Final Four im DHB-Pokal in der Stuttgarter Porsche-Arena. Doch der jetzt bevorstehenden Champions-League-­Partie spricht er einen ganz besonderen Stellenwert zu. „Bukarest hat viele der Top-Spielerinnen aus ganz Europa im Team. Wenn man das Spielermaterial anschaut, ist das unser bisher größtes Spiel“, sagt er, „allein, dass wir uns gegen solche Mannschaften präsentieren dürfen, ist schon ein Hammer-Event. Dafür haben wir über Jahre gekämpft.“

Damit gibt sich der ehrgeizige Handballexperte aber natürlich nicht zufrieden. „Wir wollen versuchen, die Mannschaft zu ärgern und die Sensation zu schaffen.“ Dass seine Mädels das drauf haben, da sei er „zuversichtlich – auch wenn wir in so ein Spiel als völliger Außenseiter gehen.“ Denn Heimspiel hin oder her – die individuelle Klasse Bukarests sei einfach enorm. „Dass wir zu der Mannschaft werden, die in Ludwigsburg immer Favorit ist – da müssen wir erst noch hinkommen.“

Der rumänische Gegner von Neutrainer Magnus Johansson, der den Champions-League-Titel zum Hauptziel erkoren hat, gewann seine Auftaktpartie gegen den FTC Rail-Cargo Hungaria mit 36:31. Vor der Saison wurde der ohnehin hochkarätig besetzte Kader um Rückraum-Ass Christina Neagu nochmals verstärkt. Vom letztjährigen Finalteilnehmer Varda Skopje lotste man zudem in Dragana Cvijic, Andrea Lekic, Jovanka Radicevic und Barbara Lazovic gleich vier Topspielerinnen nach Rumänien.

Für die Bietigheimerinnen wird es, wollen sie eine Chance haben, darum gehen, eine nahezu perfektes Partie aufs Parkett zu zaubern. „Wir haben schon Spiele abgeliefert, in denen wir nur fünf bis acht technische Fehler gemacht haben. Mehr dürfen es nicht sein“, betont Albertsen. Nicht nur die Mannschaftsleistung muss passen, auch möglichst viele Akteurinnen sollten ihr Potenzial abrufen. „Wenn 60 Prozent ihre Topform zeigen, geht es in eine Richtung, in der wir mit solchen Mannschaften mithalten können“, hofft der Trainer.

Da trifft es sich gut, dass sich zuletzt bei 34:24-Sieg in der Bundesliga bei den Schwaben Hornets seine Torhüterinnen in ebendieser Topform gezeigt haben. Vor allem Valentyna Salamakha war nur schwer zu überwinden, hielt unter anderem drei Siebenmeter. „Sie haben dort beide eine Steigerung gezeigt und überragend gehalten. Das macht Hoffnung, dass wir auch gegen Bukarest stark stehen. Und genau diese Sicherheit brauchen wir“, betont Albertsen.

Gustin und Kudlacz-Gloc dabei?

Er ist auch zuversichtlich, dass für die schwere Heimpartie wieder die gesamte Mannschaft an Bord sein könnte. Daniela Gustin hat nach ihrer Gehirnerschütterung zwar zuletzt erneut über Kopfschmerzen geklagt, am Freitag aber wieder mittrainiert. Und bei Karolina Kudlacz-Gloc läuft es nach ihrer Oberschenkelverletzung ebenfalls immer besser. Bei 100 Prozent sind freilich beide noch nicht. „Es wäre erst mal eine mega Teamsache, wenn sie dabei sein könnten. Und wir hätten mehr Pausen für die anderen. Das wäre sehr wichtig“, spricht Albertsen, der das Fehlen der beiden  bereits zum Auftakt in die Champions League bei den Vipers Kristiansand (27:27) bedauert hatte, noch im Konjunktiv.

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