Noch drei  Mal hat die SG BBM Bietigheim in der laufenden Saison Gelegenheit, Punkte für den Klassenerhalt in der Bundesliga zu holen. Vor dem Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr) in der EgeTrans-Arena gegen den TBV Lemgo äußert sich mit Jan Asmuth im BZ-Interview ein Führungsspieler im Team von Trainer Hannes Jon Jonsson zu den Aussichten auf den Klassenerhalt, die Rolle von „Mimi“ Kraus, die Auswirkungen des Trainerwechsels erklärt, wie wichtig Emotionen sind.


Herr Asmuth, wie fällt Ihr Fazit auf der Zielgeraden der Saison aus?

Jan Asmuth: Bisher erleben wir auf jeden Fall eine aufregende Saison mit sportlichen Höhen und Tiefen und vielen Highlights. Dass es für uns als Aufsteiger nicht einfach würde, war natürlich zu erwarten. Deshalb sind wir sehr stolz darauf, kurz vor dem Saisonende noch gute Chancen auf den Klassenerhalt zu haben. Es wird jetzt nochmal richtig spannend und wir haben noch zwei echte Endspiele in der EgeTrans-Arena, gegen Lemgo und Gummersbach.

Was bedeutet es für Sie, wenn Sie auf die Großen der Liga mit zahlreichen Weltklasse-, und Nationalspieler treffen?

Es ist natürlich eine Ehre, in dieser Liga und gegen solche Gegner spielen zu dürfen. Während des Spiels selbst mache ich mir kaum einen Kopf drüber, wer mir gegenüber steht. Es stachelt mich auf jeden Fall an, gegen fast jeden Gegner der Underdog zu sein.

Sie geben in den Auszeiten und auf dem Spielfeld häufig den „Aggressive Leader“ und feuern Ihre Mitspieler an. Wie wächst man in eine solche Rolle hinein?

Das ist meine Art, ich bin ein sehr emotionaler Spieler und brauche das einfach. Wir müssen in jedem Spiel 100 Prozent geben, und das geht nur mit Emotionen. Auch deshalb versuche ich emotional voran zu gehen, und ich denke, wenn das die Mannschaft mitreißt, bekommt man eine solche Rolle im Team automatisch.

Was hat der Trainerwechsel zu Hannes Jon Jonsson bewirkt?

Es kam mit Hannes ein ganz anderer Trainertyp zu uns und das spürt man auf jeden Fall. Hannes lehrt uns seine Art Handball zu spielen und das ist – zumindest in Teilen – vor allem in der Defensive schon gut erkennbar. Die Stimmung im Team ist auf jeden Fall super und wir freuen uns, auch über die Saison hinaus mit Hannes zu arbeiten.

Welche Rolle spielt Michael „Mimi“ Kraus für die Mannschaft?

„Mimi“ bringt unheimlich viel Erfahrung und Qualität mit. Vor allem in schwierigen Situationen auf dem Feld haben wir nun noch jemanden, der vorausgeht und Verantwortung trägt. Er gibt uns einfach immer das Gefühl, an unser großes Ziel zu glauben – das ist unheimlich wichtig. Auch auf privater Ebene macht es einfach riesig Spass  mit ihm. Wir haben uns die ein oder ander lustige Geschichte zu erzählen.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Mannschaft seit dem Aufstieg?

Wir haben zwei wichtige Spieler verloren und sieben neue Spieler und einen neuen Trainer bekommen. Damit haben wir uns anfangs schwer getan und insbesondere in der Abwehr hat man deutlich gespürt, dass die Abläufe noch nicht optimal sind. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team und stabilisieren uns von Woche zu Woche. Wir treten jetzt ganz anders auf als zum Saisonstart und das ist gut. Am meisten freut es mich zu sehen, wie sich einige Spieler in den letzten Monaten entwickelt haben und wie extrem sich so etwas auf die Mannschaft auswirkt.

Das Spiel am Samstag gegen den TBV Lemgo ist ein eminent wichtiges im Kampf um den Klassenerhalt. Wie stehen denn die Chancen?

Ich bin davon überzeugt, dass wir den Ausgang des Spiels selbst in der Hand haben. Wir haben die Qualität und den Biss, Lemgo zu Hause zu schlagen. Jeder von uns will das und jeder einzelne glaubt daran, dass wir es schaffen können. Die letzten Prozent werden uns die Zuschauen bringen, die wir in diesem wichtigen Spiel dringend brauchen. Wir wollen unbedingt das Endspiel gegen Gummersbach.

Hoffen Sie auf Schützenhilfe durch Ihren ehemaligen Trainer Hartmut Mayerhoffer, der mit Frisch Auf noch in Gummersbach spielt?

Göppingen hat selbst noch große Pläne mit der Qualifikation für Europa. Hartmut und seine Mannschaft werden dort nichts anbrennen lassen, da bin ich mir sicher.

Was macht Sie sicher, dass Bietigheim als Aufsteiger den Klassenerhalt schafft?

Auf diese Frage habe ich zu Beginn der Saison mit „Weil wir zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen werden“ geantwortet. Das haben wir bisher immer dann gemacht, wenn es unabdingbar war. Von diesen Zeitpunkten stehen uns noch zwei Endspiele bevor, und auch da werden wir das wieder tun.

Sie sind als projektleitender Ingenieur im Hochbau nebenbei berufstätig. Wie kriegen Sie Beruf und Bundesliga-Handball auf die Reihe?

Ich habe in den letzten Jahren meine Berufstätigkeit kontinuierlich etwas nach unten geschraubt, um auch dem Handball voll gerecht zu werden und an allen Trainingseinheiten teilnehmen zu können. Ab der neuen Saison möchte ich mich noch mehr auf den Handball konzentrieren, um vielleicht doch noch ein ein paar Prozent aus mir rausholen zu können. Dennoch werde ich auch weiterhin nebenbei arbeiten.

Herr Asmuth, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Jan Asmuth


Der 26-jährige Jan Asmuth spielt beim Bundesligisten SG BBM Bietigheim als Linksaußen. Der im Hauptberuf als Hochbau-Ingenieur tätige Asmuth stammt aus dem Nachwuchsbereich der SG BBM, für die er in der Jugend bis zur C-Jugendgespielt hat. Nach Gastspielen beim TV Kornwestheim und beim VfL Waiblingen kehrte der 1,83 Meter große Rechtshänderr zur Spielgemeinschaft zurück und schaffte über die Bietigheimer A-Jugend und die zweite Mannschaft im Februar 2017 den Sprung ins Zweitliga-Team. 2018 stieg er mit Bietigheim in die Bundesliga auf. cp

Ein Ticket für zwei Spiele der SG BBM


Im Saison-Endspurt um den Klassenerhalt in der Bundesliga setzt die SG BBM in den beiden Heimspielen in der EgeTrans-Arena am Samstag (20.30 Uhr) gegen den TBV Lemgo und in einem möglichen „Finale um Platz 16“ am 9. Juni (15 Uhr) gegen den VfL Gummersbach auch auf die Fans und bietet eine besondere Aktion an: Mit jedem gekauften Ticket für ein Spiel gibt es kostenlos eine Karte für das zweite Spiel. Weitere Infos unter www.sgbbm.de. bz