Badminton „Schach im Formel-1-Tempo“

Motiviert, trainingsfleißig und tatendurstig sind die Badminton-Spieler des TSV Bietigheim.  Foto: Helmut Pangerl
Motiviert, trainingsfleißig und tatendurstig sind die Badminton-Spieler des TSV Bietigheim. Foto: Helmut Pangerl © Foto: Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Yasina Hipp 23.02.2018

Wenn federleichte Bälle mit Höchstgeschwindigkeiten durch die Halle schießen, trainieren die Spieler der Badminton-Abteilung des TSV Bietigheim. Etwa 15 Sportler finden ein- bis zweimal in der Woche den Weg in die Halle. Andreas Schuch, stellvertretender Abteilungsleiter sagt: „Es gibt bei uns nur ganz selten geführtes Training, wir machen das alles selber.“ Sofern es die Hallenzeiten hergeben, findet das Training der aktiven Mannschaften montags und donnerstags in Ingersheim und Bissingen statt. Diese erweiterten Trainingsmöglichkeiten sind aus der Spielgemeinschaft mit der Badminton-Abteilung des TSV Kleiningersheim entstanden.

2001 haben sich die beiden Abteilungen langfristig zusammengeschlossen. „Die Spielvereinigung ist besonders wichtig: Einmal für die zweite Halle, die uns zur Verfügung steht und natürlich wegen der Spieler, die dazukommen“, so Schuch. Die Badminton-Abteilung des TSV Bietigheim zählt, ohne die Ingersheimer, rund 130 aktive und passive Mitglieder. 1983 bildete sich die Badminton-Abteilung des TSV. Damals gegründet von 22 Federball-Pionieren, entwickelt sich die Abteilung seitdem stetig weiter. Von Behelfsnetzen und geklebten Federn der Anfänge sind sie schon lange weit entfernt.

Der stellvertretende Abteilungsleiter Andreas Schuch ist selber seit 1997 dabei: „Ich bin damals hierhergezogen und habe nach einem neuen Verein gesucht. Das Badmintonspielen ist eine Erblast von meinen Eltern.“ Er engagiert sich vom ersten Zeitpunkt an für die Abteilung, war zwischendurch für acht Jahre Abteilungsleiter und arbeitet ehrenamtlich beim Badminton-Fachverband. Den Kontakt zwischen Hauptverein, Fachverband und der Badminton-Abteilung zu halten, ist die wichtigste Aufgabe der beiden Abteilungsleiter Simone Bitz und Andreas Schuch.

Von vielen wird der Sport unterschätzt. Denn oft wird Badminton mit Federball gleichgesetzt. Aber es gibt wichtige Unterschiede: Als Federball bezeichnet man das Freizeitvergnügen mit zwei Schlägern und einem Ball außerhalb von Sporthallen. Badminton hingegen ist eine Wettkampfsportart. In einer adäquaten Halle mit Linien, Netzen und Regeln.

Der erfolgreiche Badmintonspieler Martin Knupp beschrieb die Sportart als „Schach im Formel-1-Tempo“. Auch Andreas Schuch weiß, was dem Sportler beim Badmintonspielen abverlangt wird: „Es erfordert eine Mischung von allem. Von Bewegung, Schnelligkeit, Koordination, dem Verständnis der Spieltaktik und der Teamfähigkeit im Doppel oder Mixed.“

Im Moment gibt es drei Aktiven-Mannschaften in der Badminton-Abteilung mit Sportlern im Alter von 16 bis 60. Die erste Mannschaft, spielt in der Verbandsliga Nordwürttemberg, der sechsthöchsten Liga im Badminton. Aktuell liegt das Team auf dem fünften Platz und muss gegen den Abstieg kämpfen, da die Punktabstände zwischen den letzten Plätzen sehr gering sind. Die zweite und dritte Mannschaft spielen in der Bezirks- und Verbandsliga. Auch in der Bezirksliga sieht es für die Bietigheimer düster aus. Dort ist der Abstieg kaum noch zu vermeiden.

Im Jugendbereich will der Vereine noch mehr tun. „Wir müssen wieder Struktur in das Jugendtraining bekommen und die Motivation und den Wettkampfgedanke aus den Jugendlichen herauskitzeln“, sagt Schuch. Obwohl von den 130 Mitgliedern rund die Hälfte Jugendliche sind, reicht es derzeit nicht, eine Jugendmannschaft aufzustellen, die an Wettkämpfen teilnimmt. Andreas Schuch wünscht sich: „Es wäre schön, wenn sich aus einer funktionierenden Jugendarbeit dann Nachwuchsspieler für die Aktiven-Mannschaften herausbilden würden.“ Der 19-jährige Patrick Bergmann hat in Bietigheim das Badmintonspielen gelernt. Da ihm hier die ausreichende Förderung fehlte, wechselte er nach Gerlingen. Er trainiert aber noch immer hin und wieder in Bietigheim mit „Unser Ziel ist es, Talente wie Patrick hier bei uns zu halten oder wieder zurückzuholen“, betont Schuch.

Abteilung hat sich etabliert

In der nun 34-jährigen Vereinsgeschichte der Badminton-Abteilung gab es Höhen und Tiefen. Sportliche Höhepunkte waren vor allem die kontinuierlichen Aufstiege von der Kreisliga in die Verbandsliga. Seit 2001 war die erste Mannschaft nur vier Jahre nicht in der Verbandsliga Nordwürttemberg zu finden. Die Abteilung hat sich im Kreis etabliert.Schuch hat aber auch persönliche Highlights. „Ich habe jetzt zum zweiten Mal den baden-württembergischen Titel in meiner Altersklasse gewonnen“, erzählt der 49-Jährige. Siegreich war er im Doppel mit seinem Teampartner Rolf Hartbrich aus Künzelsau. In den nächsten Wochen wird es für die Spieler vor allem um den Klassenerhalt in der Verbands- und Bezirksliga gehen. Dafür wird weiterhin fleißig trainiert. „Die Mischung zwischen Ehrgeiz und Spaß macht’s“, stellt Schuch fest.

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