Kim Naidzinavicius geht voller Zuversicht in die neue Saison – und will am Samstag (19.30 Uhr) mit ihrem Team in der Ludwigsburger MHP-Arena gleich den ersten Titel holen: den Supercup. „Die Vorbereitung ist immer die schlimmste Zeit des Jahres“, sagt die 28-jährige Kapitänin im BZ-Interview. „Ich bin Handball-Spielerin geworden, weil ich die Spieltage genieße und den Wettkampf mag.“

Trainer Martin Albertsen spricht von einem „super Test“. Was bedeutet Ihnen der Supercup?

Kim Naidzinavicius: Es geht um einen Titel. Deshalb hat dieses Duell schon eine gewisse Brisanz. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man nach dem Spiel eine Trophäe in die Höhe reißen darf. Wir werden dafür alles geben – so wie wir das auch ab dem ersten Saisonspiel machen werden. Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß.

Zumal die SG den Heimvorteil hat.

Genau. Es wird mal wieder Zeit für ein Heimspiel in der MHP-Arena. Dort zu spielen, ist für uns immer ein Erlebnis.

Wer ist für Sie der Favorit?

Die letzte Saison hat gezeigt, dass beide Mannschaften auf Augenhöhe sind. Dieses Jahr erwarte ich nichts anderes. Die Spiele gegen den THC werden immer durch das Zusammenspiel aus Tagesform und der personellen Situation entschieden. Auch wie gut die Teams ihre Neuzugänge integriert haben, spielt am Samstag eine Rolle. Das wird wieder ein Fifty-Fifty-Spiel, das in beide Richtungen gehen kann.

Sind Sie nach der langen Vorbereitung und den vielen Tests froh, dass es jetzt wieder richtig losgeht?

Und wie! Die Vorbereitung ist immer die schlimmste Zeit des Jahres. Die Vorfreude auf die ersten Spiele ist immer riesig. Es tut gut, wenn wieder ein gewisser Alltag einkehrt – mit Spielen am Wochenende und, wie in unserem Fall, auch mit englischen Wochen. Ich bin Handball-Spielerin geworden, weil ich die Spieltage genieße und den Wettkampf mag.

Warum ist die SG BBM in dieser Runde noch stärker als in der Meistersaison 2019/20?

Ein Vorteil ist, dass wir sehr gut eingespielt sind und nur wenige Neuzugänge integrieren mussten – und diese waren sehr einfach zu integrieren, weil es sowohl sportlich als auch menschlich passt. In der vergangenen Saison haben wir diverse Situationen erlebt, aus denen wir viel gelernt haben. Darum denke ich, dass wir sportlich daran anknüpfen können, wo wir aufgehört haben.

Rechnen Sie in der Bundesliga wieder mit einem Zweikampf zwischen dem Thüringer HC und Bietigheim?

Das ist derzeit noch schwer einzuschätzen, weil ich keinerlei Einblicke in die Vorbereitung der anderen Teams wie Metzingen, Dortmund oder Leverkusen hatte. Nach den ersten absolvierten Saisonspielen kann man da mehr sagen. Wenn man sich aber die Verpflichtungen dieser Klubs anguckt, denke ich, dass die Spitze etwas breiter geworden ist.

Was ist diesmal in der Champions League drin?

Das Ziel ist klar: Wir wollen im Januar noch dabei sein, sprich in die Hauptrunde kommen. Das wird sicherlich nicht einfach, weil wir in der ersten Gruppenphase drei sehr gute Gegner haben. Sich mit starken Mannschaften messen – das ist aber genau das, was wir alle wollen. Dazu haben wir in diesem Jahr sechsmal die Chance, und dann schauen wir, wohin uns der Weg noch führt.

In den letzten zweieinhalb Jahren hatten Sie viel Verletzungspech. Stecken die beiden schweren Knieblessuren noch im Hinterkopf?

Daran denke ich nicht mehr. Verletzungen gehören zu dem Beruf dazu. Davon bleibt kein Sportler verschont. Ich bin froh, dass ich mich da rausgekämpft habe. Das war keine einfache Zeit. Ich bin mir sicher, dass ich jetzt wieder auf meinem alten Niveau bin.

Coach Albertsen verlässt den Klub nach dieser Saison. Wäre da ein Titelgewinn nicht das perfekte Abschiedsgeschenk?

Nicht nur für Martin wird es die letzte Saison in Bietigheim sein. Auch einige Spielerinnen werden nach diesem Jahr ihre Handballschuhe an den Nagel hängen. Es wäre toll, wenn wir diese Spielerinnen und unseren Trainer, die hier jahrelang alles für den Verein gegeben haben, gebührend verabschieden könnten – und das kann man nicht besser als mit Titeln.