Eishockey „Die Mutter aller Derbys“

Mittelstürmer Matt McKnight trug auch in dieser Saison oft den goldenen Helm als Bietigheimer Topscorer. Der 33-jährige Kanadier bekannte sich vor den Playoffs zu den Steelers.
Mittelstürmer Matt McKnight trug auch in dieser Saison oft den goldenen Helm als Bietigheimer Topscorer. Der 33-jährige Kanadier bekannte sich vor den Playoffs zu den Steelers. © Foto: Avanti
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 13.03.2018

Um markige Vergleiche ist Kevin Gaudet nicht verlegen. „Das ist die Mutter aller Derbys“, sagt der scheidende Trainer der Bietigheim Steelers vor der DEL-2-Viertelfinalserie gegen den Erzrivalen Heilbronner Falken, die an diesem Dienstag (19.30 Uhr) mit einem Heimspiel in der EgeTrans-Arena beginnt. Es ist eine Premiere, denn noch nie sind die beiden Nachbarvereine in den Playoffs aufeinandergetroffen. „Das wird eine der größte Serien in meiner Bietigheimer Zeit – und eine verdammt schwere noch dazu, denn Heilbronn hat eine wirklich starke Mannschaft zusammen“, sagt Gaudet.

Drei der vier Hauptrundenduelle zwischen den Falken und den Steelers verliefen äußerst knapp. Die erste Partie im Unterland gewann Bietigheim noch klar mit 6:3, in der zweiten unterlagen sie nach Penaltyschießen mit 5:6. Zu Hause setzte sich das Gaudet-Team dagegen zweimal hauchdünn durch – mit 4:3 und zuletzt mit 3:2 nach Verlängerung.

Pünktlich zum Start der Playoffs haben die Steelers einen Erfolg bei der Kaderplanung für die neue Saison erzielt: Mittelstürmer und Topscorer Matt ­McKnight bleibt im Ellental. Dies gab der Verein am Montag auf seiner Facebook-Seite bekannt. Der 33 Jahre alte Kanadier hatte bereits im Juni 2017 einen Zweijahresvertrag unterschrieben, allerdings laut Geschäftsführer Volker Schoch mit der beiderseitigen Option, die Laufzeit zu verkürzen. „Matt fühlt sich sehr wohl in Bietigheim. Er ist ein Vollprofi und ein ganz wichtiger Mann für uns“, sagt Schoch.

In der Tat kann McKnight, der seit der DEL-2-Spielzeit 2013/2104 das Bietigheimer Trikot trägt, eine außergewöhnliche Erfolgsbilanz vorweisen: Der 1,85 Meter große Center brachte es bei seinen bisher 233 Einsätzen auf 367 Punkte (122 Tore und 245 Assists) – ein Schnitt von 1,6 Zählern pro Spiel. 2017 wurde er sogar als bester DEL-2-Stürmer ausgezeichnet.

Die Ausfallliste ist gegenüber den letzten Hauptrundenduellen deutlich kleiner geworden. Die zuletzt verletzt fehlenden Verteidiger Max Prommersberger und Bastian Steingroß kehren ebenso ins Aufgebot zurück wie Allrounder René Schoofs und Stürmer Max Lukes. Letzterer hatte beim 4:2-Sieg in Kassel vor neun Tagen krankheitsbedingt gefehlt. Für die Angreifer Marcus Sommerfeld und Benjamin Zientek kommt ein Einsatz hingegen noch zu früh. Beide werden Gaudet zufolge auch am Freitag und am Sonntag noch nicht mitmischen.

Wem er im Tor das Vertrauen schenken wird – dem jungen Ilya Sharipov (23) oder Routinier Sinisa Martinovic (37) –, will der Coach aber noch nicht öffentlich machen. „Die Heilbronner müssen ja nicht gleich alles wissen“, stellt Gaudet augenzwinkernd fest. Für ihn steht fest, dass Kleinigkeiten in der Serie den Ausschlag geben werden und nennt als Beispiele die bessere Torhüterleistung, kleine Fehler an der blauen Linie und unnötige Strafzeiten. „Im Training haben die Jungs einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ich erwarte, dass wir in diesen Derbys unsere beste Leistung bringen“, sagt Gaudet und betont: „Wir sind für eine lange Serie vorbereitet.“

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