Nach der Coronapause präsentierte sich der 1. RMC Reutlingen prächtig in der ausverkauften Bad Cannstatter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Ein erst zwölfjähriger Metzinger im RMC-Team war dabei der Hauptdarsteller vor einem großen Publikum. Denn beim 38. ADAC Supercross Stuttgart eroberten zwar die französischen Piloten alle Podestplätze in den Top-Klassen. Cédric Soubeyras (SX1) und Lucas Imbert (SX2) gewannen die Gesamtwertung. Zwei deutsche Piloten erreichten immerhin das Finale der SX2. Doch ein erst zwölfjähriges Talent aus Metzingen siegte in der Jugendklasse.

Dominant in Jugendklasse SX4

Bei den Nachwuchstalenten in der SX4 triumphierte Nils Fauser vom 1. RMC Reutlingen. Der zwölfjährige RMC-Pilot aus Metzingen ließ seiner Konkurrenz keine Chance und gewann nach dem Qualifikationslauf auch das Finale. Nach einem perfekten Start gab Nils Fauser die Führung nicht mehr her – im Ziel wies er einen Vorsprung von 17 Sekunden auf.
„Ich habe mir am Anfang einen Abstand rausgefahren“, bilanzierte der blutjunge Metzinger. „Danach bin ich einfach sicher mein Ding gefahren und habe nichts riskiert.“
Richtig spannend stellte sich der Kampf um Platz zwei dar: Julian Verta (MSV Bühlertann) rettete sich knapp vor dem Schweizer Tizian Bolliger über die Ziellinie. Die Jugendklasse SX4 wurde beim ADAC Supercross Stuttgart am Samstag gefahren.

Reutlinger Ben Maier wird Dritter

Einen Tag zuvor waren die Jüngsten aus der SX5 am Start. Bei den Kleinsten freute sich nach acht Runden Sam Petreski vom MSC Wieslauftal über Platz eins. Der Rudersberger fuhr letztlich einen ungefährdeten Sieg am Freitagabend ein. Die ersten drei Runden hatte er sich einen spannenden Zweikampf mit Daniel Nelich (MSC Walldorf Astoria) geliefert, ehe dieser in einer Kurve wegrutschte und zurückfiel.
Dahinter kam mit 19 Sekunden Rückstand Ben Maier vom 1. RMC Reutlingen auf Rang drei ins Ziel. Zum ersten Mal in der Geschichte des ADAC Supercross Stuttgart wurde mit der SX5 eine komplette Klasse rein elektrisch ausgetragen. Alle Motocross-Talente kämpften auf Elektro-Crossbikes um die Plätze.
„In den Kurven fährt man direkt Vollgas. Ich fand es richtig cool“, zeigte sich der neunjährige Sieger Sam Petreski begeistert von seinem E-Motorrad. Die Jugendklasse SX5 wird beim ADAC Supercross Stuttgart stets am Freitag gefahren.

Spektakuläre Rückkehr

Beim spektakulären Opening mit Feuerwerk hieß es „We are back“ – das ADAC Supercross Stuttgart war nach zwei Jahren Coronapause zurück. Die 38. Ausgabe des Motorsport-Klassikers lockte am Wochenende rund 15 400 Fans in die Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Der Franzose Cédric Soubeyras zeigte über beide Renntage die mit Abstand beste Fahrleistung in der Klasse SX1 und krönte sich verdient zum „König von Stuttgart“. Der 33-Jährige wiederholte damit seinen Triumph aus dem Jahr 2017.
„Es ist ein großartiges Gefühl, wieder hier zu sein“, freute sich Soubeyras über seine erfolgreiche Rückkehr in die Schleyer-Halle. „Ich genieße es wirklich, in Stuttgart zu fahren.“
Nach dem souveränen Sieg vom Vortag (dem Rennen der Asse am Freitagabend) reichte ihm ein zweiter Rang im Finale am Samstagabend (Nacht der Revanche) zu Platz eins in der Gesamtwertung. Der Honda-Pilot musste sich am zweiten Renntag nur seinem Landsmann Maxime Desprey geschlagen geben.
„Am Samstag habe ich mich gut auf dem Motorrad gefühlt. Es war sehr cool beim ersten Mal hier in Deutschland“, bilanzierte Desprey. In der Gesamtwertung schob er sich infolgedessen auf Platz zwei vor, Greg Aranda komplettierte das rein französische Podium in der Top-Klasse SX1.

Zwei Deutsche im Finale der SX2

In der SX2 erklang ebenfalls die französische Nationalhymne bei der Siegerehrung. Lucas Imbert errang am Samstag einen Start-Ziel-Sieg: Von Beginn an setzte er sich an die Spitze des Feldes und fuhr im Finale ungefährdet als Erster über die Ziellinie. Zusammen mit dem zweiten Platz vom Freitag eroberte Imbert so den Sieg in der Gesamtwertung und den Titel „Prinz von Stuttgart.“
„Es war ein perfekter Abend für mich. Die Strecke war sehr gut und einfach zu fahren“, zeigte sich der Yamaha-Pilot überglücklich. Lucas Imbert ließ mit seinem starken Auftritt Julien Lebeau sowie Yannis Irsuti (beide Frankreich) hinter sich in der SX2.
Lokalmatador und Publikumsliebling Paul Bloy aus Biberach qualifizierte sich mit einem beherzten Auftritt für das Finale. Dort konnte er jedoch das hohe Tempo nicht mehr mitgehen und landete auf dem zwölften Rang.
„Ich wusste, dass ich nicht gewinnen kann. Aber ich habe trotzdem die Fahrt genossen und bin unfallfrei durch das Rennen gekommen“, sagte Bloy.
Neben dem Biberacher repräsentierte der Thüringer Dominique Thury die deutschen Farben im SX2-Finale. Über den Hoffnungslauf weitergekommen, reichte es jedoch am Schluss nur für Platz zehn. 

Freestyler bieten Action-Show

Für Begeisterungsstürme und großen Applaus beim Publikum sorgten erneut die Freestyler beim ADAC Supercross Stuttgart. Julien Vanstippen (Belgien), Victor Marcusson (Schweden), Matej Cesak (Tschechien) und Davide Rossi (Italien) heizten mit ihrer spektakulären Show ein. Sie präsentierten bei ihren waghalsigen Sprüngen anspruchsvolle Tricks wie den „Tsunami Flip.“

Alle Titelträger in Stuttgart

Die Gesamtergebnisse aller Klassen des 38. ADAC Supercross Stuttgart am Freitag und Samstag:
SX1:
1. Cédric Soubeyras (Frankreich) – „König von Stuttgart“
2. Maxime Desprey (Frankreich)
3. Greg Aranda (Frankreich)
SX2:
1. Lucas Imbert (Frankreich) – „Prinz von Stuttgart“
2. Julien Lebeau (Frankreich)
3. Yannis Irsuti (Frankreich)
SX4:
1. Nils Fauser (1. RMC Reutlingen)
2. Julian Verta (MSV Bühlertann)
3. Tizian Bolliger (Schweiz)
SX5:
1. Sam Petreski (MSC Wieslauftal)
2. Daniel Nelich (MSC Walldorf Astoria)
3. Ben Maier (1. RMC Reutlingen)