Bei der Ironman-WM auf Hawaii macht Christian Störzer seinen großen Traum wahr. Als Gesamtsieger aller Amateure überquert er nach 8:31.26 Stunden die Ziellinie. Nach seinem Sieg im Frühjahr in Utah holt sich der Metzinger am Wochenende in Hawaii das zweite Mal die Weltmeister-Trophäe.
3,86 km Schwimmen im Pazifik, 180,2 km Radfahren auf dem Queen Kaahumanu Highway und der 42,195 km lange Marathon mit dem Ziel auf dem Alii Drive – das sind die Eckdaten der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii, für viele Triathleten ein Lebenstraum. Christian Störzer aus Metzingen, der für die Böhnlein Sports Bamberg e. V. am Start war, sicherte sich das WM-Ticket insgesamt schon zum dritten Mal. Nachdem das Rennen 2020 der Coronapandemie zum Opfer fiel und auch die 2021er-Auflage nicht wie geplant auf Hawaii ausgetragen wurde, fand die diesjährige Challenge wieder an ihrem Ursprungsort statt.

Ganz großes Kino

Für den gebürtigen Franken war es die zweite Teilnahme auf Hawaii, sein Debut gab er 2019. Damals kam er auf Anhieb unter die Top100, Platz 71 bei den sogenannten Age-Groupern, den Amateuren bei diesem Wettbewerb. In diesem Jahr wurde die berühmt-berüchtigte Ironman-Weltmeisterschaft zweimal ausgetragen, im Frühjahr fand der Nachholtermin für den 2020 gecancelten Wettbewerb in Utah statt. Christian Störzer holte sich dort den Titel in der Altersgruppe M40-44. Kein halbes Jahr später wird er für sein hartes Training, die eiserne Disziplin und seinen brutalen Willen erneut belohnt. Eine wohl einmalige Sache, zwei Weltmeistertitel in einem Jahr zu erringen. Neben dem ersten Platz seiner Altersklasse krönte das Triathlon-Ass seinen Sieg auf Hawaii jetzt noch mit dem Gesamtsieg über alle Altersklassen hinweg: Er war der schnellste Nicht-Profi von fast 5000 Startern. Zum ersten Mal in der Geschichte des Hawaii-Triathlons gab es zwei Renntage. Nachdem die WM auf Hawaii 2020 und 2021 wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war, ließ der Veranstalter in diesem Jahr die doppelte Teilnehmeranzahl zu. Zu viele für einen Massenstart, wie es sonst üblich war. Für Christian Störzer fiel der Startschuss am zweiten Renntag um 7.05 Uhr. Die Rechnung für den Sieg, ist für den Laien einfach: Eine Stunde Schwimmen, 4,5 Stunden Radfahren und 3 Stunden Laufen. Doch ganz so simpel ist es nicht: Nach 57:10 Minuten im relativ ruhigen Pazifik, absolvierte Störzer in unglaublichen 4:29:06 Stunden die 180,2 km lange Radstrecke, was einem Durchschnitt von 40 km/h entspricht. Eines darf man nicht vergessen: Der Kurs geht auf und ab über die Hügel von Hawaii, die Strecke hat knapp 1800 Höhenmeter und das Fahren im Windschatten ist verboten.

Marathon ist der Scharfrichter

Der darauffolgende Marathon ist bei über 35 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit stets der Scharfrichter. Auf die Frage seiner Frau am Streckenrand „Wie geht es Dir?“ nach den ersten Metern zu Fuß auf der Marathonstrecke, kam ein verhaltenes „es geht so“. Zu diesem Zeitpunkt war Störzer in seiner Altersklasse führend, Platz zwei in der Gesamtwertung. Nach 30 Minuten auf dem heißen Asphalt konnte er die Führung in der Gesamtwertung übernehmen, bei „Kilometer 20“ hatte er fast zwei Minuten Vorsprung.
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Metzingen

Von zu Hause fieberte eine Gruppe von 70 Teilnehmern am Online-Tracker mit, begutachtete Zwischenzeiten von ihm und der Konkurrenz. Seine Frau vor Ort versorgte ihn dann mit den Daten, so wurde die Renntaktik bestimmt. Bei „Kilometer 34“ war der Vorsprung weiter ausgebaut worden, eine Endzeit von 08:30 Stunden schien möglich. Dann begann das Zittern um den Gesamtsieg aller Amateure. Hier galt es, die Siegerzeit aus dem ersten Wettbewerbstag von Metthew Marquardt (USA), 08.35.49, zu unterbieten. Störzer blieb im Marathon unter drei Stunden (2:59:05) und überquerte als Weltmeister in 08:31:26 die Ziellinie.

Wechsel ins Profi-Lager?

Zufrieden resümierte er am späten Abend: „Ja, es war ein perfekter Tag und ein sportlicher Traum ist in Erfüllung gegangen.“ Wie die Zukunft des Ausnahmeathleten im Triathlon-Sport aussehen wird? „Mal sehen“, war seine Antwort auf diese Frage kurz nach der Siegerehrung. Reizen würde ihn eine Saison als Profi schon einmal. Ob die Überlegungen in diese Richtung reifen, wird er sicherlich bekannt geben, sobald er den überragenden Erfolg in der Amateurszene richtig realisiert hat.