Der Hamburger SV hat Trainer Daniel Thioune drei Spiele vor dem Ende der Saison entlassen. Klub-Ikone Horst Hrubesch übernimmt den Posten beim Zweitligisten bis zum Saisonende.

Trainerwechsel beim HSV

Zur Saison 2020/21 übernahm Daniel Thioune den HSV, der zuvor auf dem 4. Platz zum zweiten Mal in Folge den Wiederaufstieg in die Bundesliga verpasst hatte. Sein Vertrag war bis Sommer 2022 datiert. Nun ist im Mai 2021 der Aufstieg der Rothosen wieder in Gefahr. Der Verein reagiert und entlässt den Trainer.

Thioune-Nachfolger Horst Hrubesch: „Den Mist wieder geraderücken“

„Ich kenne viele der Spieler und habe in dieser Saison neben einigen Trainingseinheiten mehrere Spiele als Teil der HSV-Delegation gesehen. Zunächst einmal geht es darum, die Köpfe der Spieler freizubekommen“, wurde Hrubesch in einem Interview auf der HSV-Homepage zitiert. „Zuletzt hat die Mannschaft leider oft unter Wert gespielt. Sie verfügt über eine andere Qualität, die wir jetzt in den verbleibenden Spielen auf den Platz bringen müssen. Wir müssen alles daransetzen, den Mist, den wir verbockt haben, wieder geradezurücken", sagte Hrubesch, der nach der Saison wieder auf seinen Posten des Direktor Nachwuchs bei den Hamburgern zurückkehren soll.
Am Montagnachmittag soll der 70-Jährige die erste Trainingseinheit leiten. Mit der Entscheidung zogen die Verantwortlichen die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt in der Rückrunde. Nach nur zwei Siegen aus den jüngsten zwölf Spielen hat der HSV (52 Punkte) als Tabellendritter acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter VfL Bochum (60), fünf Punkte liegt er hinter dem Zweiten Greuther Fürth (57).

Hrubesch stellt klar: HSV-Cheftrainer nur bis Saisonende

Horst Hrubesch hat klargestellt, dass er den Posten nur für die verbleibenden Spiele dieser Zweitliga-Saison übernimmt. „Wir hatten am Wochenende viele interne Gespräche. Und irgendwann haben wir dann auch über Traineralternativen gesprochen. Bei nur drei oder maximal fünf verbleibenden Spielen machen andere Lösungen nicht viel Sinn. Ich brauche keine Kennenlernphase“, sagte der 70-Jährige am Montag in einem Interview auf der Homepage des Hamburger SV und betonte: „Ich bin nur für die letzten Spiele in dieser Saison Trainer. Danach kehre ich auf meinen Posten im Nachwuchsleistungszentrum zurück.“

Gelingt dem HSV die Wende im Aufstiegsrennen?

Mit dem harten Schnitt hoffen die Hanseaten im engen Aufstiegsrennen doch noch auf eine Wende - zuletzt hatte der HSV den Anschluss an die direkten Aufstiegsplätze verloren. Die Hanseaten belegen aktuell den Relegationsplatz, Verfolger Holstein Kiel kann durch Nachholspiele aber noch vorbeiziehen.

HSV-Sportvorstand Boldt: Eine größere Justierung war zwingend nötig

Sportvorstand Jonas Boldt vom Hamburger SV hat den Trainertausch beim Fußball-Zweitligisten als alternativlos bezeichnet. „Wir haben festgestellt, dass die Dynamik zuletzt immer mehr zugenommen hat, dass wir Gefahr laufen, von unserem Weg abzukommen und dass die Saison austrudelt“, begründete der 39-Jährige am Montag die Freistellung von Coach Daniel Thioune. Interimslösung bis zum Saisonende ist Nachwuchsdirektor Horst Hrubesch.
„Wir haben es als zwingend angesehen, eine größere Justierung vorzunehmen. Zuletzt war bei Daniel die Führungskraft nicht mehr in diesem Maße vorhanden“, betonte Boldt. „Zuletzt war die Überzeugung nicht mehr da, dass das Konstrukt mit Mannschaft und Trainer noch funktioniert.“

Trainerwechsel kurz vor Saisonende: Das schreibt der HSV auf Twitter

Der HSV-Vorstand und Sportdirektor Michael Mutzel informierten die Mannschaft am Montagmorgen über die Entscheidungen. Am Montagnachmittag findet die erste Trainingseinheit unter der Regie Hrubeschs statt.