Im Handball passieren mitunter Dinge, die sich nicht jedem gleich erschließen. Warum beispielsweise spielen einige Teams relativ häufig ohne Torwart, wenn sie in Ballbesitz sind? Und wieso gibt es eine Blaue Karte? Die Deutsche Presse-Agentur erklärt einige der grundlegenden Regeln.

Siebter Feldspieler statt Torwart:

Ist eine Mannschaft im Angriff, nimmt sie öfter ihren Torhüter heraus und schickt dafür einen siebten Feldspieler auf das Parkett. Das soll Überzahlsituationen in der Offensive herstellen und damit einen Vorteil schaffen. Bei einer Zeitstrafe wird durch den zusätzlichen Spieler die Unterzahl ausgeglichen. Verliert die Mannschaft im Angriff jedoch den Ball, hat der Gegner leichtes Spiel: Er muss dann nur noch ins leere Tor werfen.

Zeitspiel:

Ist eine Mannschaft nach Ermessen der Schiedsrichter zu lange in Ballbesitz, ohne auf das gegnerische Tor zu werfen, heben die Unparteiischen die Hand - das ist das Zeichen für Zeitspiel. Die angreifende Mannschaft darf dann noch maximal sechs Pässe spielen, bevor sie den Angriff abschließt. Tut sie das nicht, wird abgepfiffen und der Gegner erhält den Ball. Die Sechs-Pässe-Regel gilt auch dann, wenn die gegnerische Mannschaft einen Wurf abblockt oder die Angreifer einen Freiwurf erhalten.

Blaue Karte:

Um allen Beteiligten nach einer Roten Karte sofort zu signalisieren, dass es wegen eines besonders groben Vergehens einen Zusatzbericht gibt, dem eine mögliche Bestrafung durch die Disziplinarkommission des Weltverbandes folgt, zeigen die Schiedsrichter in solchen Fällen zusätzlich die Blaue Karte.

Zeitstrafe:

Zwei-Minuten-Strafen kommen im Handball regelmäßig vor. Begeht ein Spieler ein schwereres Foul oder fällt anderweitig durch unsportliches Verhalten auf, kann der Schiedsrichter ihn für zwei Minuten auf die Bank schicken. Seine Mannschaft muss in dieser Zeit dann in Unterzahl spielen. Kassiert ein Spieler während einer Partie drei Zwei-Minuten-Strafen, wird er disqualifiziert und kann anschließend nicht mehr in dem Spiel mitwirken.

Videobeweis:

Dass es auch im Handball den Videobeweis gibt, wissen die deutschen Fans spätestens seit der EM 2018. Im Gruppenspiel gegen Slowenien (25:25) hatte die DHB-Auswahl nach dem Abpfiff noch einen Siebenmeter bekommen, der zum Ausgleich führte. Grund war eine Regelwidrigkeit der Slowenen Sekunden vor dem Ende, welche die Schiedsrichter erst nach Sichtung der Videobilder erkannten. Das sogenannte Instant Replay gibt es seit der WM 2015 in Katar, genutzt wurde es seither aber nur selten.

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