Handball Vor dem Derby: Stuttgarter Handballer schwelgen in Erinnerung

Stuttgarts Manuel Späth (r.) zeigt bei einem Vorbereitungsturnier dem Göppinger Rückraumspieler Ivan Sliskovic schon einmal, mit welcher Härte es im Bundesliga-Derby zur Sache gehen wird.
Stuttgarts Manuel Späth (r.) zeigt bei einem Vorbereitungsturnier dem Göppinger Rückraumspieler Ivan Sliskovic schon einmal, mit welcher Härte es im Bundesliga-Derby zur Sache gehen wird. © Foto: Michael Schmidt/Eibner
Göppingen / Von Sebastian Schmid 15.09.2018

Es wäre sogar noch ein wenig mehr Brisanz möglich gewesen, auch wenn das Derby zwischen Frisch Auf Göppingen und dem TVB 1898 Stuttgart das gar nicht nötig hat. Doch durch die 28:31-Niederlage in Gummersbach hat es Stuttgart versäumt, mit dem Nachbarn nach Punkten gleichzuziehen und vor dem morgigen Gastspiel (13.30/Sky) in der EWS-Arena Selbstvertrauen zu tanken.

Davon haben die Gastgeber nach dem sehr guten Start reichlich. Dennoch schwingt die Furcht mit, durch eine Derby-Pleite die Begeisterung nach den Heimsiegen gegen Berlin und Hannover zu ersticken. Beide Teams haben das letzte Duell in Göppingen noch in guter beziehungsweise unguter Erinnerung, als Stuttgart der erste Pflichtspielsieg überhaupt gegen den Altmeister gelang. Überragenden Akteur beim 23:21 war Jogi Bitter, an dem die Hausherren reihenweise scheiterten. TVB-Trainer Jürgen Schweikardt weiß, dass er für einen weiteren Coup seinen Keeper erneut in Topform benötigt: „Wenn Jogi diese Leistung wiederholen kann, haben wir wieder eine Chance.“  Mit einem Auftritt wie in Gummerbach, wird sein Team hingegen leer ausgehen. „Wir sind Außenseiter, aber das waren wir im letzten Jahr auch“, bemüht Schweikardt einmal mehr die vergangene Saison.

Die wollen sie in Göppingen so schnell wie möglich vergessen – wobei sie auf einem guten Weg sind.  Unter dem neuen Trainer Hartmut Mayerhoffer ist die Mannschaft um Nationalspieler Tim Kneule stark in die Saison gestartet, auch wenn die zurückliegenden Bundesliga-Partien gegen Hannover und Erlangen jeweils mit nur einem Tor gewonnen wurden. „Da hat man gesehen, dass wir die Ruhe bewahren“, sagt Mayerhoffer. Eine Eigenschaft, die in einem Derby durchaus von Vorteil sein kann. „Das sind immer besondere Spiele. Da kochen die Emotionen hoch, da geht es hitzig zur Sache“, sagt der Trainer.

Wie schnell die Stimmung in der „Hölle Süd“ hochkochen kann, wissen sie in Stuttgart nur allzu gut. Dominik Weiß, Simon Baumgarten, Michael Schweikardt, Michael Kraus und Manuel Späth haben allesamt bereits das grün-weiße Trikot getragen. Letzter sogar elf Jahre lang. Bei seiner ersten Rückkehr vor einem Jahr gelang dem 32-Jährigen dann gleich ein Erfolg gegen seinen Ex-Klub. Auch wenn er sich eine Wiederholung wünscht, wäre der Kreisläufer auch mit weniger zufrieden: „Mit einem Unentschieden könnten wir auch gut leben.“ Schwäbische Bescheidenheit, die sie in Göppingen jedoch in diesem Fall nicht teilen. Für die Hausherren zählt nur der Sieg.

Bietigheim: Respekt vor großen Namen ablegen

Es ist wahrlich kein Understatement, wenn sich die SG BBM Bietigheim vor dem Gastspiel morgen (16 Uhr/Sky) beim THW Kiel als „krasser Außenseiter“ bezeichnet. Eine Woche nach dem Duell mit dem Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen (21:36) trifft der Aufsteiger auf das nächste Handball-Schwergewicht. Auch wenn die Norddeutschen mit 4:4 Punkten nicht so glänzend dastehen wie erhofft, wird es für die SG schwer, die ersten Zähler einzufahren. Versuchen  werden es die Bietigheimer natürlich trotzdem. „Wir müssen mit allem dagegenhalten, was wir haben“, sagt Trainer Ralf Bader. Dabei sollen seine Spieler „den Respekt vor großen Namen ablegen“.

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