TVN TVN rettet sich ins Ziel

WOLFGANG SEITZ 16.03.2015
Spannend hat es der TV Neuhausen in Hildesheim gemacht. Nach zwischenzeitlicher Neun-Tore-Führung zitterte man sich zu einem 33:32 (18:11)-Sieg, der am Ende vielleicht mehr als zwei Punkte wert ist.

Man wird das Spiel nie vergessen. Die, die dabei waren sowieso nicht, aber auch Liveticker-Beobachter brachte das Spiel an die Grenzen dessen, was ein Mensch aushalten kann. Am Ende des Tages zählte aber nur eines: Der TV Neuhausen durfte sich beim 32:33 in Hildesheim die Punkte gutschreiben. Noch viel wichtiger ist indes, dass er damit den Abstand zu den Abstiegsplätzen auf acht Zähler vergrößern konnte. Doppeltes Aufatmen also bei den Ermstälern.

Was der TVN zu Beginn veranstaltete, war nicht zu fassen. Sieben Minuten waren gespielt, der Gast führte 5:0. Beim 2:10 (12.) wurde eine 100-prozentige Quote für die Stevic-Jungs vermeldet, 5:13 stand es in Minute 20, 9:18 drei Minuten vor dem Pausensprudel, in die Kabine ging es beim 11:18. Für Cornelius Maas wurden bis zu diesem Zeitpunkt fünf Treffer notiert, Philipp Keinath hatte vier Mal getroffen, Tim Keupp, Ferdinand Michalik und Daniel Reusch jeweils drei Mal. Eigentlich konnte da nichts mehr anbrennen. Denkste.

Zunächst lief alles weiter ganz prima. 13:20 stand es in der 33. Minute, der TVN bekam aber zunehmend Probleme mit Hildesheims Kreisläufer Nikolaos Tzoufras. Leicht alarmiert war man beim 16:20 (35.), aus einem zwischenzeitlichen 17:22 wurde das 20:22 (39.). Für Zahlenfreaks: Der Start in Hälfte zwei wurde dem Gastgeber mit 9:4 gutgeschrieben. "Drei Leute wurden manngedeckt, Hildesheim machte drei schnelle Tore. Und dann wurde es schwierig", sagte TVN-Trainer Aleksandar Stevic:

Drei Zeigerumdrehungen später führte Neuhausen aber wieder mit 25:20, Leventoux und zwei Mal der überragende Tim Keupp hatten getroffen. Wiederum Keupp, mit Tor Nummer acht, sorgte für TVN-Treffer Nummer 28, Hildesheim hatte 23 (47. Minute).

Auch in der Folge wurden etliche Annäherungen gekontert. Aus 26:29 (50.) wurde 26:31 (52., Michalik-Siebenmeter). Das 28:31 (54.) beantworteten Philipp Keinath und Remi Leventoux mit dem 28:33 (55.). "Am Schluss spielte die Eintracht mit einer offenen Manndeckung, gegen die wir praktisch alles falsch gemacht haben. Wir versuchten, zu früh die Bälle an den Kreis durchzustopfen, Pässe wurden abgefangen, Hildesheim kam in den Gegenstoß, Michalik kassierte noch eine unberechtigte Zeitstrafe, zudem ging es in der Halle richtig rund und wir haben die Kugel einfach nicht mehr reingebracht." So beschrieb Aleksandar Stevic das Szenario bis zum finalen 32:33. Die ganze Woche war er krank, was sich in der zweiten Hälfte abspielte, war dem Rekonvaleszenz-Prozess gar nicht förderlich. Ein bisschen freute er sich trotzdem über den Sieg, wird seine Jungs auf der Heimfahrt aber gefragt haben, warum das Verteidigen nach dem Seitenwechsel eingestellt wurde. Gelobt hat er Tim Keupp. Ein "Bombenspiel" habe der junge Kerl gemacht, der gegen die offene Deckung geschickt die Räume zu nutzen wusste.

So spielten sie

Eintracht Hildesheim: Wetzel, Kinzel - Struck (3), Nikolov, Stüber, Simon (11/5), Przybylski (6), Zechel, Lungela, Zufelde, Tzoufras (7), Herbold (2), von Hermanni (3), Savvas.

TV Neuhausen: Redwitz, Becker - Hansen (1), Schuldt, Keinath (6/3), Reusch (5), Wessig, Klingler, Keupp (8), Michalik (5/1), Leventoux (2), Maas (6), Bader.

Siebenmeter: 6/5 (Simon scheitert) - 6/4 (Keinath scheitert zwei Mal).

Zeitstrafen: Struck, Tzoufras (2), Herbold (2), von Hermanni - Reusch, Wessig (2), Keupp, Michalik, Leventoux.

Schiedsrichter: Jan Grell, Raphael Piper (Hamburg, Kiel).

Zuschauer: 1163.

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