Vorschau TV Steinheim setzt auf die Defensive

Kreis Heidenheim / Edgar Deibert 03.02.2017
Württembergliga: Im Abstiegskampf greifen der TV Steinheim und die SG Herbrechtingen/Bolheim zu neuen Trainingsmaßnahmen.

Wie einfach Sport doch sein kann. Aufgrund der Heimniederlage gegen Gerhausen vor knapp zwei Wochen seien die Handballer des TV Steinheim niedergeschlagen gewesen, berichtet Gerd Mühlberger, der eben seit dieser Partie Teil des Trainerteams ist. Kein Wunder, rutschte Steinheim in den vergangenen Wochen doch immer weiter in der Tabelle ab.

Doch nun schöpft man beim Tabellen-13. neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Grund dafür ist das 27:27-Unentschieden gegen die HSG Langenau/Elchingen am vergangenen Spieltag. „Der Punkt war wichtig für die Moral“, erklärt Mühlberger.

Die Spieler seien nach der Partie ganz anders aufgetreten. „Die Stimmung war eine komplett andere“, fügt der 36-Jährige an. Dies habe man auch während der Trainingswoche gemerkt. In dieser wurde im Hinblick auf das kommende Heimspiel am Samstag gegen den TSVHeiningen akribisch gearbeitet (20 Uhr, Wentalhalle). Schließlich gelte es nun die Leistung aus dem Spiel gegen Langenau zu bestätigen. „Wir müssen jetzt dranbleiben“, fordert Mühlberger.

Dreimal die Woche wird bei den Steinheimer Handballern trainiert. Montags übernimmt Mühlberger die Leitung. Dann gehe es um individuelles Training mit den Schwerpunkten Kraft, Koordination und Werfen, erklärt Mühlberger. Dienstags werde intensiver gearbeitet, donnerstags (an beiden Tagen ist Dietmar Kässer der hauptverantwortliche Coach/Gerhard Kraft ist Torwarttrainer) gehe es an die Spielvorbereitung, einen Schwerpunkt nehme die Taktik ein.

Da die Mannschaften der Württembergliga verpflichtet sind, ihre Spiele filmen zu lassen und die Aufnahmen anschließend in eine gemeinsame Datenbank hochzuladen, kann man sich den jeweiligen Gegner auf dem Bildschirm anschauen. Während Mühlberger mit den Spielern die Wurfbilder durchgeht, nimmt sich Kässer der Spielhandlung an.

Auffällig ist dabei, dass der TV Steinheim zwar viele Tore erzielt (504) und in dieser Wertung zu den Topteams gehört, in der Tabelle aber dennoch so weit unten steht. Heißt also, dass die Steinheimer einfach zu viele Gegentore bekommen (535). Auch deswegen wird das Hauptaugenmerk auf die Abwehrarbeit gelegt, das „Steckenpferd“ von Dietmar Kässer, wie es dessen Co-Trainer Mühlberger ausdrückt.

Gegen den Tabellenachten Heiningen wird es also vor allem darauf ankommen, wie sicher sich die Steinheimer in der Abwehr präsentieren. Die Gäste hatten in der Saison viele Verletzte zu beklagen, haben aber in den letzten sechs Partien viermal gewonnen (ein Unentschieden und eine Niederlage), zuletzt schlugen sie den Tabellenzweiten Zizishausen.

Mentalcoach nötig?

In einer ähnlichen Lage befindet sich die Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim, die zuletzt sechs Niederlagen in Folge kassierte. Somit rutschte der Aufsteiger folgerichtig auf den vorletzten Platz ab. Zu welchen Mitteln nun die Verantwortlichen der SHB da wohl greifen? Vielleicht wird ein Mentalcoach herangezogen? „Den brauchen wir auf gar keinen Fall“, weist Jochen Gerstlauer solche Vermutungen weit von sich. „Wir wissen, was wir können. Wir müssen es nur umsetzen“, erklärt der Teammanager.

Ja, die deutliche 23:35-Niederlage am vergangenen Spieltag sei schwer zu verdauen gewesen. „Aber wir haben in Spielen wie gegen Laupheim und Heiningen gesehen, dass wir dran sind“, betont Gerstlauer im Hinblick auf die jeweils knappen Niederlagen (26:28) und (25:27). Allerdings müsse die SHB die Anzahl der technischen Fehler minimieren und einfach cleverer agieren.

Die Trainingswoche sei allerdings gut verlaufen. Besonders Michael Kling, den Gerstlauer als extrovertiert bezeichnet, habe auf seine Mitspieler positiv eingewirkt. Und in der Hinsicht räumt Gerstlauer dann doch ein, dass Kling sehr wohl die Funktion eines Mentalcoaches habe.

Eines wurde bei der SHB aber doch geändert. Anders als in den vergangenen Wochen verzichtete Trainer Sandro Jooß auf eine ausführliche Videoanalyse. Auf Wunsch der Mannschaft, wie Gerstlauer erklärt. „Wir wollen wieder verstärkt nach unseren eigenen Stärken schauen.“ Ob diese Maßnahme fruchtet, wird sich am Samstag im Kellerduell gegen Schlusslicht Reichenbach zeigen (20 Uhr, Bibrishalle).