Bittenfeld TV Bittenfeld steigt erstmals in die Handball-Bundesliga auf

Trainiert künftig den TV Bittenfeld: Thomas König.
Trainiert künftig den TV Bittenfeld: Thomas König. © Foto: Imago
Bittenfeld / MHA 08.06.2015
Der TV Bittenfeld hat am gestrigen Sonntag den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Die Planungen für die Premierensaison im Oberhaus des deutschen Handballs laufen in dem "Familienbetrieb" bereits auf Hochtouren.

Stuttgart hat jetzt auch einen Handball-Bundesligisten. Nun ja, nicht direkt Stuttgart, aber das kleine Örtchen Bittenfeld vor den Toren der Landeshauptstadt trägt die "Beste Liga der Welt" in die Porsche-Arena. Denn nach dem gestrigen 25:23-Erfolg des TV Bittenfeld bei Tusem Essen und dem damit verbundenen Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Handballs steht fest, dass der TVB, der vor zwölf Jahren noch in der fünften Liga spielte, ab August die ganz Großen des Sports ärgern darf. Acht der 17 Heimspiele, darunter das Derby gegen Frisch Auf Göppingen und das Topspiel gegen Serienmeister THW Kiel, werden in der mehr als 6000 Zuschauer fassenden Porsche-Arena ausgetragen, die restlichen in der benachbarten Scharrena (rund 2000 Plätze).

Durch die gesteigerte überregionale Bedeutung des TV Bittenfeld ist der Verein in den vergangenen Jahren näher an Stuttgart herangerückt. Diskutiert wird nun sogar, ob der TVB die Landeshauptstadt in seinen Klub-Namen aufnehmen soll. "Da gibt es nichts Konkretes", sagte Geschäftsführer und Trainer Jürgen Schweikardt jedoch der Stuttgarter Zeitung. Nicht zu leugnen ist, dass sich der TVB - auch dank Hauptsponsor Kärcher - peu a peu vom klassischen Dorfklub eines 4000-Einwohner-Ortes zu einem professionell geführten "Familienbetrieb" entwickelt hat. Allerdings wird die Doppelfunktion für Jürgen Schweikardt, der den Verein gemeinsam mit seinem Vater Günter führt, nun auch zu viel. Deshalb holte der TVB Thomas König als neuen Trainer zu sich, der mit Aufsteiger TSG Friesenheim den Klassenerhalt knapp verpasst hat und den Verein nach neun Jahren in Richtung Stuttgart verlässt.

Dass es auch für Bittenfeld in der "Besten Liga der Welt" in der kommenden Saison eng werden könnte mit dem Klassenerhalt, ist allen klar. So zurückhaltend wie die SG BBM Bietigheim, die früh als erster Absteiger feststand, wollen die Bittenfelder das Abenteuer Bundesliga aber nicht angehen. Der Etat wird von 1,5 auf mindestens 2 Millionen Euro erhöht, damit sollen vor allem Verstärkungen im Rückraum, am Kreis und in der Abwehr geholt werden. "Wir haben sehr gute strukturelle Voraussetzungen, um ein etablierter Bundesligist zu werden", sagt Günter Schweikardt. Nicht zuletzt der Standortvorteil nahe Stuttgart spielt da eine Rolle. Inwiefern die Landeshauptstadt den Aufstieg ihres "Dorfklubs" honoriert, wird sich ab Herbst zeigen.

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