Jetzt gibt es schon zum zweiten Mal die Möglichkeit, nach dem sportlichen Abstieg doch noch in der 3. Handball-Liga zu bleiben - und die TSG Söflingen ist wieder nicht dabei. Nur wenige Tage, nachdem die Stuttgarter Kickers ihre Mannschaft aus finanziellen Gründen abgemeldet haben, entschied der Deutsche Handball-Bund (DHB), einen Nachrücker für die Anfang September beginnende Saison 2012/2013 zuzulassen.

"Wir haben diese Möglichkeit rechtlich prüfen lassen und sind mit DHB-Präsidium und -Regionalrat übereingekommen, dass wir die neue Saison mit 16 Mannschaften bestreiten werden", erklärte Drittliga-Spielleiter Michael Kulus gestern auf Nachfrage. Bei der Wahl des Nachrückers erhalte die HSG Pohlheim als Verlierer des Relegationsfinales klar den Vorzug vor der TSG Söflingen, die bereits in der ersten Runde an Hagen scheiterte.

Der DHB hatte folgende Frage zu klären: Zählen die Stuttgarter Kickers erst als erster Absteiger der neuen Saison oder gibt es eine Möglichkeit, doch noch einen der Absteiger der vergangenen Saison in die Drittklassigkeit zurückkehren zu lassen? "In einigen Verbänden gilt der 1. Juli als Fixtermin für diese Frage, aber das ist bei uns nicht festgeschrieben", erklärte Kulus nun. Soll heißen: Die Saison beginnt mit dem ersten Meisterschaftsspiel Anfang September, davor sind noch Änderungen an der Zusammensetzung der Staffeln möglich.

Genau das kritisiert die TSG Söflingen, die sich von jeher als rechtmäßiger Drittligist sieht. TSG-Handballchef und Rechtsanwalt Uli Gebhard prangert an: "Dafür, dass der in unserer Staffel (Süd) freigewordene Platz von der Mannschaft einer anderen Staffel besetzt werden könnte, gibt die DHB-Spielordnung nichts her." Die einzig logische Konsequenz der Abmeldung von Südklub Stuttgarter Kickers sei nach §39 der nachträgliche Klassenerhalt der TSG Söflingen. Durch die Zulassung eines weiteren Drittligisten habe der DHB den Kickers-Rückzug in die abgelaufene Saison eingeordnet, in der die TSG Söflingen Drittletzter wurde. Zweites Argument von Gebhard: "Falsch war schon, dass Pohlheim nach dem Verzicht seines ersten Relegationsgegners automatisch für die Endrunde qualifiziert war." Laut Statuten hätte eine Runde unter den drei Relegationsgegnern gespielt werden müssen.

Fakt ist: Pohlheim hat das Angebot des DHB angenommen, während Söflingen nach dem sportlichen Aus nun auch am Grünen Tisch das Nachsehen hat. Jedoch beraten die Söflinger nun darüber, ob sie gegen den DHB-Beschluss Einspruch erheben, sagte TSG-Vorsitzender Walter Feucht gestern. Das letzte Wort in Sachen 3. Liga scheint also immer noch nicht gesprochen.