Traditionsverein mit mehreren Namen

FRANK HÄRTERICH 05.01.2013
Am Dreikönigstag treffen die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen in der EWS-Arena auf den deutschen Meister vom Thüringer HC.

Der morgige Gast wurde in den 1960er-Jahren als Betriebssportgemeinschaft Erfurt-Nord gegründet und später in Betriebssportgemeinschaft des Kombinats Umformtechnik umgetauft. Nach der Wende kam vom Kombinat keine Unterstützung mehr, somit schlossen sich die Handballerinnen dem TSV Erfurt an, der zu dieser Zeit in der ersten und zweiten Bundesliga spielte. Als der Verein aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht mehr zu führen war, entschlossen sich die Verantwortlichen im Dezember 1996, einen eigenen Verein zu gründen. Der Handballclub Erfurt hatte jedoch nicht lange Bestand, denn im Juni 2000 fusionierten die Erfurterinnen mit dem SV Empor Bad Langensalza und starteten als THC Erfurt-Bad Langensalza. Im ersten Jahr gelang den Thüringerinnen der Aufstieg in die zweite Bundesliga. In dieser Zeit kreuzten sich die Wege mit den Göppingerinnen mehrfach in der Zweiten Liga Süd.

2004 gelang unter dem ehemaligen Bundestrainer Dago Leukefeld der große Wurf. Nach einem vierten Platz in der Hauptrunde gelang in den Play-Offs die Überraschung, als man im Finale den SC Markranstädt in zwei engen Spielen ausschaltete. Nachdem die Erfurterinnen in Sachsen mit 27:23 triumphiert hatten, verloren sie ihr Heimspiel in Erfurt zwar mit 25:28, jubelten aber dank des einen mehr geschossenen Tores über den Aufstieg. Im selben Jahr scheiterten die Frisch Auf-Handballerinnen an der TSG Ketsch und stiegen erst ein Jahr später auf.

Nach einem achten und zwei sechsten Plätzen in den Folgejahren erreichten die Thüringerinnen den elften Platz und qualifizierten sich dennoch für das Finale des Challenge-Cups. Zum Sieg reichte es für das Team um Marielle Bohm und die ehemalige Kreisläuferin der Frisch-Auf-Frauen, Christine Dangel, gegen Cercle Nimes nicht, aber der Klassenerhalt wurde am Ende gefeiert. Dies hatte jedoch keinen erfreulichen Hintergrund, da damals die Handballerinnen des FC Nürnberg Insolvenz anmeldeten und deshalb kein Spielrecht für die Bundesliga mehr bekamen. Im Jahr 2010 starteten die Thüringer unter Erfolgstrainer Herbert Müller, der den FC Nürnberg zu Meisterehren geführt hatte, einen Neuanfang und bereits nach zwei Jahren gelang der große Wurf. Nachdem im Meisterschaftsfinale der Buxtehuder SV in zwei Spielen ausgeschaltet worden war, gelang in Göppingen der erstmalige Gewinn des DHB-Pokals. Nach einem spannenden Spiel wurde erneut der Buxtehuder SV bezwungen. Auch in der letzten Saison triumphierten die Thüringerinnen in der Bundesliga. Anfang Januar gelang dabei Frisch Auf die Überraschung: Nach starkem Kampf besiegten die Göppingerinnen mit 26:25 den Favoriten.

Vor der Saison lockten die Verantwortlichen erneut einige starke Spielerinnen nach Erfurt. Neben Nationalspielerin Anja Althaus, die aus Viborg kam, wurden Mie Augustesen (Randers HK), Ana Gros (Györ), Katarina Tomasevic (Kroatien) und Sonja Frey (MGA Wien) verpflichtet.