Handball Titel-Angler Lars Kaufmann setzt den Haken

Verlässt den Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göpingen nach insgesamt vier Jahren und als dreifacher EHF-Cup-Sieger: Rückraum-Hüne Lars Kaufmann.
Verlässt den Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göpingen nach insgesamt vier Jahren und als dreifacher EHF-Cup-Sieger: Rückraum-Hüne Lars Kaufmann. © Foto: Peter Poller
Göppingen / HARALD BETZ 09.06.2017
Lars Kaufmanns beendet am Samstag mit dem Bundesligaspiel gegen den TVB Stuttgart seine Karriere. Allein mit Frisch Auf hat er drei Mal den EHF-Pokal gewonnen.

Als Mitglied der Weltmeistermannschaft von 2007 erhielt er das Silberne Lorbeerblatt, insgesamt stehen 132 Länderspiele für Lars Kaufmann zu Buche. Im Klubhandball gewann der wurfgewaltige Hüne mit der SG Flensburg den Europapokal der Pokalsieger und den DHB-Pokal – und in seinen insgesamt vier Jahren mit Frisch Auf Göppingen gleich drei Mal den EHF-Cup. „Was soll ich dazu sagen, besser geht es ja fast nicht“, fasst der 35-jährige Profi seine Erfolgsgeschichte zusammen, bevor er am Samstag um 16 Uhr in der EWS-Arena im letzten Bundesliga-Saisonspiel gegen den TVB Stuttgart einen Haken unter seine Laufbahn setzt.

„Am Anfang meiner Karriere habe ich gedacht, dass es schön wäre, wenn ich mal einen Titel gewinne“, blickt der gebürtige Görlitzer zurück, der mit 17 Jahren vom Heimatverein zu Zweitligist Delitzsch wechselte und zwei Mal Liga-Torschützenkönig wurde. 2005 ging Kaufmann in die erste Liga nach Wetzlar, 2007 zum TBV Lemgo. „Ich habe mir meine Vereine immer mit dem Ziel ausgesucht, mich weiter zu entwickeln“, erklärt Kaufmann, der als passionierter Angler das Meer liebt und dennoch 2009 in Göppingen unterschrieb. „Mir hat es im Süden gefallen“, sagt der Vater von zwei kleinen Töchtern heute, bevor es Ende Juni zurück in den Norden geht, wo Kaufmann nach dem EHF-Cup-Sieg mit Frisch Auf 2011 für vier Jahre das Trikot der SG Flensburg trug. Allerdings war der Mann mit der Gel-Frisur in der kompletten Saison 2013/14 aufgrund einer Knieverletzung nur Zuschauer. Es folgte ab 2015 das zweite Engagement bei Frisch Auf, gekrönt vom Europapokal-Gewinn in eigener Halle im Mai mit dem achtfachen Final-Torschützen Lars Kaufmann als „wertvollstem Spieler“ des Turniers. „Ich bin echt zufrieden mit meiner Karriere, das war ein guter Abschluss“, bleibt der Sympathieträger der Frisch-Auf-Fans bescheiden, „noch einmal irgendwo zu unterschreiben, reizt mich im Moment nicht.“

Vielmehr locken Veränderungen: Die Familie zieht nach Glücksburg, die ältere Tochter wird eingeschult, der langjährige Profisportler möchte sein BWL-Studium abschließen. „Wir wollen keinen Umzugsstress mehr, haben ein Grundstück gekauft und beabsichtigen, ein Haus zu bauen“, blickt Kaufmann auf die kommende Zeit.

Bei seinem letzten Auftritt in der „Hölle Süd“ will der Routinier „ein schönes Spiel genießen“, weiß aber auch, dass die Gäste noch absteigen können. „Wir wollen für uns und unsere Fans den Sieg holen und einen versöhnlichen Bundesliga-Abschluss“, so Kaufmann, der nach dem Schlusspfiff wie weitere Kollegen verabschiedet wird. „Das dürfte emotional werden“, befürchtet der Publikumsliebling, der am Samstag auch einige Familienmitglieder auf der Tribüne weiß.

Programm nach dem Schlusspfiff

Abschied: Nach der Partie gegen den TVB werden von Frisch Auf mit Manuel Späth, Lars Kaufmann, Niclas Barud, Andreas Berg, Bastian Rutschmann und Jona Schoch sechs Spieler verabschiedet.Zudem werden die Spieler des Jahres gekürt. Die Sitzplätze sind ausverkauft, Stehplätze gibt es an der Tageskasse. Beim Hock nach Spielende gibt es Live-Musik und Freibier.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel