Ehrenamt Steile Karriere im Handball

Mit Herzblut für den Ehinger Hanbdall da: Chefhostess Silvia Zeh und Turnierdirektor Andreas Wax sowie die jungen Handballer Selina und Niklas Herberger.
Mit Herzblut für den Ehinger Hanbdall da: Chefhostess Silvia Zeh und Turnierdirektor Andreas Wax sowie die jungen Handballer Selina und Niklas Herberger. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / Renate Emmenlauer 14.08.2018

Andreas Wax lebt inzwischen in Tübingen und ist beruflich häufig im französischen Aix-Marseilles. Aber Handball lockt den Sportdirektor und 2. Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Handballsports (EVFH) immer nach Ehingen. Seit 13 Jahren ist er Sportlicher Leiter des Traditionsturniers.

Der 42-Jährige erinnert sich noch gut an die Anfänge, damals beim Schlecker-Cup im Jahr 1987. Als begeisterter TSG-Handballer sei für ihn gleich klar gewesen, „bei diesem Turnier helfe ich mit“. Sein Vorteil: Er hat in unmittelbarer Nähe der Längenfeldhalle gewohnt. „Erst war ich Wischer, dann Ordner, später Wurstverkäufer“, erzählt Wax munter und betont: „Das höchste der Gefühle war für mich, als ich dann als junger Mann Fahrer der teilnehmenden Teams sein durfte.“

2005 hat er die Turnierleitung von Heinz Fiesel übernommen. Wie Andreas Wax witzelnd anmerkt, „war mein Dienst als Wischer mindestens so wichtig wie der des Sportlichen Leiters. Und etwas entspannter.“ Zumal die Aufgaben eines Sportchefs nach dem Motto „nach dem Turnier ist vor dem Turnier“ schon immer spätestens zum Jahreswechsel beginnen. Für Andreas Wax sind die gewachsenen Freundschaften bei der TSG Ehingen ein gewichtiger Grund, warum er alljährlich zum Sparkassen-Cup eigens „Arbeits-Urlaub“ nimmt und viele Stunden in sein Ehrenamt investiert. Dabei lebt er seit 25 Jahren in Tübingen und ist als promovierter Jurist zweifellos immer gut unterwegs.

Niklas Herberger (10) und seine drei Jahre ältere Schwester Selina stehen im Prinzip am Anfang ihrer „Helfer-Karriere“. Als
Wischer und Flaschensammler waren sie die vergangenen Jahre im Einsatz. Für die Geschwister ist klar: „Wir helfen auch beim nächsten Mal mit.“ Denn für die Kinder von Marco Herberger, dem früheren Vorsitzenden des Handballfördervereins, steht der Gemeinschaftsgeist in der Handballfamilie der TSG Ehingen im Mittelpunkt. Beide spielen Handball. Niklas gehört der D-Jugend an, die Papa Marco trainiert, Selina spielt parallel in Ehingen und Biberach in der C-Jugend.

„Der Niklas wächst so richtig in das Turniergeschehen rein. Vielleicht tritt er mal in meine Fußstapfen“, hofft Andreas Wax und zeigt sich stolz über die engagierten jungen Helfer. Selina hat ganz andere Ziele als ihr Bruder. „Wenn ich alt genug bin, melde ich mich als Hostess. Da lernt man auch die Mannschaften besser kennen.“ Ihr großes Vorbild ist Silvia Zeh, die beim Ehinger Handballturnier seit 26 Jahren als Hostess fungiert, längst auch als Chef-Hostess. Für Andreas Wax ist die „Silvi“ die „Miss Handball“ aus Ehingen.

Silvia Zeh hat selbst 32 Jahre aktiv Handball gespielt und war bis vergangenen April 28 Jahre als Trainerin der aktiven Frauenmannschaft und der Jugend tätig. In ihrem ehrenamtlichen Job als Hostess beim Sparkassen-Cup hat die Ehingerin schon zahlreiche Mannschaften betreut, mehrere Mal Kiel, Veszprem, Lemgo und zum dritten Mal den dreifachen Sieger HBC Nantes. „Es ist immer so ein nettes Verhältnis zwischen den Jungs und mir. Die haben  keinerlei Star-Allüren.“

Zu Silvia Zehs Job gehört auch, die Teams mit dem Bus abzuholen. Dieses Jahr ging es nach Straßburg und wieder zurück. Schade findet die Chefhostess, dass es zunehmend schwieriger wird, Betreuerinnen zu finden. „Den jungen Frauen ist der Job zu anstrengend, und gerade am Wochenende.“ In diesem Jahr waren neben Silvia Zeh drei andere im Einsatz: Nadine Obermaier (für Göppingen), Svenja Geiselhardt (für Esbjerg) und Lea Przywara (für Stuttgart).

32

Jahre lang hat Silvia Zeh Handball gespielt, 28 Jahre war sie Trainerin bei der TSG Ehingen. Die 45-jährige Erzieherin liest den Gästeteams alle Wünsche von den Lippen ab.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel