Ulm Sorgenfalten in Söflingen

Ulm / MANUELA HARANT 19.09.2016
Eine schwache Leistung gegen einen absolut schlagbaren Gegner treibt bei den Handballern der TSG Söflingen die Sorgenfalten auf die Stirn.

Zumindest eine handvoll Zuschauer stand nach dem ersten Saisonspiel der TSG Söflingen auf und beklatschte die geschlagenen Handballer. Es hätte auch nicht verwundert, wenn sich keiner erhoben hätte, angesichts der unterirdischen Leistung beim 30:35 (15:14) gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim.

Etliche verworfene Bälle, eine statische Abwehr und eine maximal durchschnittliche Torhüterleistung machte in einem Oberliga-Spiel auf niedrigem Niveau den Gegner in der einstigen „Kuhberghölle“ stark. Kaum zu glauben, dass hier der Tabellensiebte der Vorsaison gegen den Elften spielte, der mit einer 16:33-Heimpackung vom Saisonauftakt angereist war. Bis auf die letzten drei Minuten in der ersten Hälfte, als die Söflinger aus einem 10:13 ein 15:14 machten, waren die insgesamt nur acht aufgebotenen Feldspieler von der Form der vergangenen Runde meilenweit entfernt.

„Meine Spieler haben sehr statisch abgewehrt und dann auch noch selbst aus dem Stehen geworfen. Das wird in dieser Liga nicht geduldet“, war TSG-Trainer Gabor Czako mit der Leistung seiner Mannschaft bedient. Als er dann auch noch zum gefühlt hundertsten Mal auf den dünnen Kader angesprochen wurde, war das dem sonst so ruhigen Ungarn zuviel. „Ich bin nicht für den Kader verantwortlich“, sagte Czako und übergab Handballmanager Uli Gebhard das Wort.

Der wiederum erklärte ebenfalls zum wiederholten Mal, dass geeignete Viertliga-Spieler nicht vom Himmel fallen und es an Nachwuchs aus der eigenen Jugend mangeln würde. Außerdem fehle es an Geld, um vermeintliche Hochkaräter für die Baden-Württemberg-Oberliga zu verpflichten: „Der Manager kann nicht mehr ausgeben als er hat, sonst führt er den Verein in die Insolvenz“, erklärte Gebhard – und fügte süffisant hinzu: „Wer bei uns mitspielen möchte, soll sich gleich melden, ich gebe ihm sicher einen Vertrag.“

Die einzige gute Nachricht des Abends war schließlich, dass Philipp Eberhardt aus gesundheitlichen Gründen nun wohl doch nicht operiert werden muss und vielleicht schon am kommenden Sonntag wieder auf dem Feld steht. Er wird auch dringend gebraucht.

Themen in diesem Artikel