Handball-Oberligist SG Lauterstein hat den Abstieg in die Württembergliga abgewendet. Nach dem Heimsieg im Relegations-Hinspiel gegen den TSV Viernheim erkämpfte sich die Truppe von Coach Stefan Klaus im Rückspiel bei den Kurpfälzern ein 29:29 (13:14). Etwa 100 Gästefans in Gelb-Blau feuerten ihre Mannschaft in Viernheim an.

Die Sorgen, die Klaus vor der Partie plagten, ließen den SGL-Trainer zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. Timo Funk hatte wegen einer schweren Schulterprellung große Schmerzen, Steffen Nägele ist auf Hochzeitsreise und Andreas Schuster war nur sporadisch einsatzfähig. Um je nach Verlauf der Partie reagieren zu können, stellte Klaus mit Matthias Nagel nur einen Torhüter auf. Marco Wiche, Timo Funk, Matthias Koller und Lucas Lenz hielten sich neben der Auswechselbank bereit.

Zeitweise sprang Christian Stuber für Mario Kölle auf Halbrechts ein und der junge Nico Krauß auf der Linksaußenposition spielte einige Angriffe Halblinks.Da er im Hinspiel fünf Mal eingenetzt hatte, kümmerte sich Viernheims Abwehr intensiver um den künftigen Handballpensionär Michael Lackinger, wodurch dessen Mitspieler mehr Platz bekamen.

Beinahe während des gesamten ersten Durchgangs sorgte Viernheim für die Führungstreffer, doch konnte sich der TSV zu keinem Zeitpunkt um mehr als zwei Tore absetzen. Lauterstein kam regelmäßig zum Ausgleich, so beim 4:4 in der sechsten Minute oder beim 6:6 nach elf Minuten. Dem 8:8 (14. Minute) folgte eine Phase ohne jeden Treffer. In der 22. Minute trafen die Viernheimer gleich zwei Mal, worauf die Gelb-Blauen mit fünf Gegentreffern zu ihrer einzigen Führung in diesem Spielabschnitt (13:11) antworteten.

Nach der Pause ging zunächst die SGL in Führung, bevor sich Parallelen zur ersten Hälfte abzeichneten. Zum erneuten Ausgleich für Lauterstein warfen Mario Kölle das 19:19 (40. Minute) und zu Beginn der letzten Viertelstunde Nico Krauß das 20:20. In der Folge konnte sich kein Team um mehr als ein Tor absetzen und die Spannung nahm zu.

Erleichterung kam bei den Gästen auf, als Markus Stuber einen Siebenmeter zum 23:24 sicher verwandelte. Nun stieg bei den Viernheimern der Druck, weil sie die SGL mit mindestens vier Toren Unterschied besiegen mussten. Als den Gastgebern knapp drei Minuten vor der Schlusssirene das 28:26 gelang, dachten die Gästefans mit Bangen an das Hinspiel, an dessen Ende die SGL eingebrochen war. Diese Ängste zerstreute Markus Stuber mit seinem nächsten Tor. Danach brauchte der TSV für das 29:27 bis zur Schlussminute. In dieser trafen Christian Stuber und Jochen Nägele zum Ausgleich und dann tanzte nur noch Gelb-Blau in der Halle.

"Alle haben ihre Sache gut gemacht, aber im Ganzen ist es ein großartiger Erfolg der Mannschaft", freute sich Trainer Stefan Klaus.

SG Lauterstein: Nagel; C. Stuber (3), Schmid (1), Lackinger (1), M. Stuber (8/2), Beutel, Schuster, Villforth (3), Krauß (4), Kölle (3), Nägele (6/3), Thrun, Lenz.