Belgrad Rückschlag gegen die Dänen

Thomas Gruber berichtet von der Handball-EM
Thomas Gruber berichtet von der Handball-EM
Belgrad / SWP 24.01.2012
Durch eine 26:28-Niederlage gegen den WM-Zweiten Dänemark hat Deutschland den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale der Handball-EM verpasst. Nun steht morgen gegen Polen quasi ein Endspiel an.

"Wir haben noch eine Riesenchance, hier etwas zu erreichen", machte Rückraumspieler Holger Glandorf gleich nach der 26:28-Niederlage gegen Dänemark sich und seinen Mannschaftskameraden Mut. Morgen (16.15 Uhr/ZDF) geht es nun gegen Polen um den Einzug ins Halbfinale der Handball-EM - es wird ein Duell um Alles oder Nichts. Gegen die Dänen gelang außer der Startphase bei einer 5:1-Führung (5.) nicht viel. Zwar gefiel über weite Strecken die Defensive, aber im Angriff wollte kaum etwas gelingen. Die Fehlwurfquote war erschreckend hoch. "Wir haben schlecht geworfen", gab Glandorf zu, "aber er hat auch gut gehalten."

Damit meinte er Niklas Landin, der einen stärkeren Eindruck hinterließ als der gute, aber nicht herausragende Silvio Heinevetter auf deutscher Seite.

Zur Halbzeit sah sich die Auswahl um Bundestrainer Martin Heuberger einem 14:17-Rückstand hinterherhecheln. Die Phase nach dem Wechsel gehörte weiter den Skandinaviern, vor allem, weil Adrian Pfahl drei Fehler in Serie produzierte. So lag die DHB-Mannschaft in der 39.Minute mit 17:22 in Rückstand. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmals alles versucht", analysierte Heuberger - so gelang tatsächlich noch eine Annäherung zum 23:24 (48.).

Dänemarks Torhüter Landin steigerte sich jedoch weiter, indem er gleich Würfe in Serie parierte. So arbeiteten sich die Mannen des erfahrenen Coaches Ulrik Wilbek über 27:24 (56.) zum 28:26-Erfolg. "Wir haben viel zu viele Bälle auf leichte Art und Weise verloren", ergänzte Martin Heuberger.

"Mit Dänemark hat die richtige Mannschaft gewonnen", erkannte Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen die Überlegenheit des Gegners an, der in Anders Eggert Jensen (7) und Hans Lindberg (5) die erfolgreichsten Werfer hatte. "Unser größtes Problem war, dass wir nach zehn Minuten unseren Rhythmus verloren hatten und dann nicht mehr in den Spielfluss reingekommen sind", erkannte der Berliner Christophersen, der im Spiel zuvor noch drei Sekunden vor Schluss das 21:21 gegen Serbien erzielt und eine Aufholjagd gekrönt hatte. Diese blieb dieses Mal aus.

Auf deutscher Seite lag die Trefferquote bei lediglich 47 Prozent. Ein Blick in die Wurfstatistik sagt eigentlich alles: Jeweils viermal trafen Lars Kaufmann (bei neun Versuchen), Uwe Gensheimer (acht), der künftige Balinger Christoph Theuerkauf (sieben) und der Göppinger Michael Haaß (ebenfalls sieben Versuche). Kapitän Pascal Hens, der zuletzt nach den Spielen nur noch geschwiegen hatte, weil er über seine Formschwäche nicht reden wollte, meinte zum Spiel: "Wir haben einfach zu früh den Abschluss gesucht." Nun steht morgen gegen Polen quasi ein Endspiel um den Einzug ins Halbfinale an. Für diese entscheidende Begegnung, die auch im Hinblick auf die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in London von großer Bedeutung ist, gibt Hens die Richtung vor: "Wir müssen einfach wieder versuchen, unser Spiel zu machen und gegen die Polen unsere Leistung abrufen." Ob dies dem Hamburger ausgerechnet im sechsten Spiel der EM gelingen wird? Es wäre ihm zu wünschen.

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