Nikola Karabatic machte kein Geheimnis aus seiner Freude, überhaupt in Berlin zu sein. Ein zufriedenes Lächeln war am Sonntag im Gesicht des französischen Handball-Superstars zu sehen, als er über die Weltmeisterschaft in Deutschland sprach.

„Ich bin nicht hier als Zuschauer“, betonte der dreifache Welthandballer. Nach einer Zeh-Operation im Oktober war eigentlich mit einer bis zu sechs Monate langen Pause des 34-Jährigen gerechnet worden - aber jetzt könnte er sogar schon im Vorrundenspiel gegen die deutsche Mannschaft am Dienstag (20.30 Uhr) sein überraschendes Comeback geben. „Sie werden sehen“, sagte sein Trainer Didier Dinart schmunzelnd.

Erst einmal wird Karabatic mit seinen Teamkollegen in der Hauptstadt nur trainieren. Ob der frühere Profi des THW Kiel dann gegen die DHB-Auswahl schon wieder zum Einsatz kommt, kann Dinart bis Dienstagmorgen entscheiden. Dafür müsste dann ein anderer Akteur des Titelverteidigers weichen. „Allein schon hier zu sein, ist ein Sieg für mich“, sagte der Superstar. „Ich bin stolz darauf.“ Dass er schon gegen die Deutschen wieder spielen wird, glaube er aber nicht, meinte Karabatic.

Die DHB-Auswahl ist dennoch gewarnt. „Ich denke, das macht den Kader der Franzosen, der ja ohnehin nicht schlecht besetzt ist, ganz sicher nicht schwächer“, sagte Torhüter Andreas Wolff. Mit seiner Erfahrung und Präsenz könne er Abwehr und Angriff der Franzosen Präsenz geben, meinte Deutschlands Kapitän Uwe Gensheimer, der mit Karabatic beim französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain zusammenspielt. Dort hatte Karabatic vor zehn Tagen das Handballtraining wieder aufgenommen. Schon im Dezember war er erstmals wieder gelaufen. „Ich bin fit“, sagte er am Sonntag.

Seine schnelle Rückkehr kommt dennoch etwas überraschend. Vier bis sechs Monate, das war die ursprünglich von PSG kommunizierte Ausfallzeit. Aber schon Ende November habe er wieder gehen und ein paar Übungen machen können, erzählte Karabatic. „Die Ärzte von Paris haben mir gesagt, wenn es so weitergeht, gibt es eine Möglichkeit, dass du im Januar wieder mitmachst.“ Tatsächlich sollte es trotz der ursprünglich komplizierten Zeh-Verletzung so kommen, worüber der 34-Jährige überglücklich zu sein scheint. Nicht nur, weil er mal wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei ist, sondern vor allem, dass diese WM in Deutschland stattfindet.

„Es macht immer Spaß, zurück nach Deutschland zu kommen“, sagte er im Anspielung auf seine vier Jahre in Kiel von 2005 bis 2009. Und Karabatic ist mit dem vielleicht letzten großen Ziel seiner außergewöhnlichen Karriere gekommen: Der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio - der Weltmeister qualifiziert sich direkt dafür. „Ich will unbedingt nach Tokio“, betonte er. „Vielleicht kann ich danach meine Karriere beenden.“

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