Balingen Rhein Vikings beim HBW: klare Rollenverteilung

Trotz Startschwierigkeiten konnte der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Matthias Flohr) auch gegen Hagen zwei Zähler einfahren. Trainer Runar Sigtryggsson erwartet dennoch eine Steigerung.
Trotz Startschwierigkeiten konnte der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Matthias Flohr) auch gegen Hagen zwei Zähler einfahren. Trainer Runar Sigtryggsson erwartet dennoch eine Steigerung. © Foto: Eibner
Balingen / Marcus Arndt 08.09.2017

Ex-Erstligist gegen Branchenneuling – die Rollen in der Zweitliga-Partie am Samstag sind klar verteilt. „Wir müssen gewinnen“, betont Balingens Trainer Runar Sigtryggsson, „wollen aber auch stabil auf hohem Niveau spielen.“

In Hagen brachte der Bundesliga-Absteiger erst nach der Pause sein Potenzial auf die Platte, drehte einen knappen Rückstand in eine klare Führung. „In der ersten Halbzeit hatten wir Riesenprobleme“, räumt der Balinger Kommandogeber unumwunden ein, „wir sind in der Abwehr nicht gut gestanden und haben vorne viel verworfen.“ In dieser schwierigen Phase hielt Keeper Marouèn Maggaiz die Schwaben im Spiel. „Er hat uns am Leben gehalten“, sagt der Isländer, welcher nach dem 32:24-Erfolg beim Aufsteiger hadert: „Es sind immer die gleichen Baustellen. . .“

Wie schon gegen Altmeister TUSEM Essen verteidigten die „Gallier von der Alb“ viel zu brav und brachten ihre Kreisläufer nicht ins Spiel. „Wir müssen eine stabile Verteidigung spielen“, fordert der 45-Jährige, „das gelingt uns nur, wenn wir aggressiver auftreten.“ Das schafft dem Team um Kapitän Martin Strobel nur bedingt, „und auch die Verbindung zwischen Rückraum und Kreis bekommen wir nicht hin“, moniert Sigtryggsson, „nur gut, dass beide Gegner nicht so stark waren.“

Am Samstagabend (19 Uhr, SparkassenArena) erwarten die Balinger den Branchenneuling vom Niederrhein: den HC Rhein Vikings. Als Neusser HC holte sich die Mannschaft von Coach Ceven Klatt in der 3. Liga West mit 59:1 Punkten die Meisterschaft, blieb saisonübergreifend fast eineinhalb Jahre ohne Niederlage. Den einzigen Zähler gaben die Vikings gegen Eintracht Hagen (29:29) ab. In Kooperation mit ART Düsseldorf wollen sich die Neusser im Bundesliga-Unterhaus etablieren und in den nächsten Jahren in die Beletage des deutschen Handballs aufsteigen. „Das ist ein routiniertes Truppe“, urteilt Sigtryggsson über den Aufsteiger, welcher sich markant verstärkt hat. Bereits in der WM-Pause wechselte Alexander Oelze aus dem Bergischen Land an den Rhein, Nils Artmann und Christian Hoße folgten dem ehemaligen Balinger im Sommer in die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Aus Stuttgart kam der abwehrstarke Kreisläufer Teo Coric – aus Neuhausen/Erms der torgefährliche Linkshänder Andreas Bornemann (143 Tore in der Saison 2016/17).

Noch hat sich die neu formatierte Wikingerhorde aber nicht gefunden, kassierte zum Auftakt eine empfindliche 20:30-Klatsche in Bietigheim. Am vergangenen Spieltag folgte der erste Erfolg: ein knappes 24:23 über die HSG Konstanz. Mit der Schlusssirene erzielten die Rheinländer den viel umjubelten Siegtreffer. „Einfach Wahnsinn“, fand der 36-jährige Daniel Pankofer – neben Oelze Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Aufsteigers –, „wir hatten den Druck, uns zu Hause gut präsentieren zu müssen.“

In „Hölle Süd“ sind die Westdeutschen nur Außenseiter, „und wir müssen liefern“, nimmt Balingens Übungsleiter den Gesprächsfaden wieder auf. Der frühere Bundesliga-Spieler hofft, „dass wir uns vor dem Doppelspieltag gegen Coburg und Dresden deutlich besser und stabiler präsentieren.“

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