Handball Privates oft im Vordergrund

Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 03.05.2017
Häufig haben bei den TSG-Handballern Spieler gefehlt. Das Team konnte sich so nicht einspielen. Das Resultat ist der Abstieg aus der Bezirksliga.

„Früher haben die Spieler ihre privaten Termine nach dem Spielplan ausgerichtet. Aber das ist heute zum Teil nicht mehr so“, erzählt Fritz Bernhardt. Seit fünf Jahren leitet er die Handball-Abteilung der TSG Schwäbisch Hall. Nun müssen er und der gesamte Verein den Abstieg der Herren-Mannschaft aus der Bezirksliga verkraften.

Weil das Private oft im Vordergrund stand, fehlte dem Team die Konstanz. Wechselnde Aufstellungen führten dazu, dass sich die Mannschaft nicht einspielen konnte. „Die Qualität des Teams hat dann variiert, je nachdem welche Schlüsselspieler nicht zur Verfügung standen“, erklärt Bernhardt. Die schwankenden Leistungen durchzogen die komplette Saison. „Wir haben zuhause den Tabellenführer und späteren Meister Degmarn-Oedheim geschlagen. Bei der dortigen Auswärtspartie sind wir ohne Auswechselspieler angetreten und haben ein Unentschieden erreicht“, erinnert sich Bernhardt. Danach folgten aber wieder Niederlagen, auch gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich.

Neuer Trainer kommt

Bald soll der Abstieg mit dem Team analysiert werden. „Wir haben zum Beispiel mit Jakob Janle vielleicht sogar den besten Torhüter der Liga, aber wir kassieren die zweitmeisten Gegentreffer. Da müssen wir schauen, woran das gelegen hat“, sagt Bernhardt.

Wie das Team im kommenden Jahr aussehen wird, werde man sehen, so der Abteilungsleiter. Klar ist, dass es eine Veränderung auf der Trainerbank geben wird. Lutz Rheinsberg wird die Mannschaft in der Bezirksklasse nicht mehr betreuen. Sein Nachfolger steht schon so gut wie fest, den Namen will Bernhardt allerdings noch nicht verraten.

Ob der Abstieg ein Rückschlag ist? Bernhardt glaubt, dass der Neuaufbau eine Liga tiefer vielleicht leichter wird: „Die jüngeren Spieler können dort mehr Verantwortung übernehmen, weil der Druck nicht so hoch ist.“ Dies könne für ihre Entwicklung besser sein, weil die Jüngeren wohl mehr Spielanteile bekommen könnten.

In der nächsten Saison gilt es, sich wieder zu stabilisieren. „Natürlich ist es unser Ziel, in Hall höherklassigen Handball zu bieten. Aber dazu müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Die Abteilung kann die Rahmenbedingungen schaffen, aber das Team und der Trainer müssen es auch umsetzen“, so Bernhardt. Hoffnung macht ihm die Jugendarbeit im Verein. „Wir haben dort einen regen Zulauf und sind voll im Soll. Da wird auch Qualität für die Herrenmannschaft nachkommen.“ In den ersten fünf Jahren seiner Amtszeit hat sich der Abteilungsleiter vermehrt um den Nachwuchsbereich gekümmert. In den kommenden fünf Jahren will er das Augenmerk auf die Aktiven legen.