TVN Personell angespannte Lage im TVN-Lager nach dem Derby

TVN-Interimstrainer Markus Bühner (kniend) will den zweiten Sieg unter seiner Leitung am Samstag feiern. Gegen die SG Nußloch muss er vermutlich wieder umstellen, weil einige Akteure ausfallen.
TVN-Interimstrainer Markus Bühner (kniend) will den zweiten Sieg unter seiner Leitung am Samstag feiern. Gegen die SG Nußloch muss er vermutlich wieder umstellen, weil einige Akteure ausfallen. © Foto: Eibner
Neuhausen / Alexander Mareis 07.12.2017
Handball, 3. Liga Süd: Die Neuhäuser erwarten am Samstag (20 Uhr, Hofbühlhalle) den Tabellendritten SG Nußloch. Bessere Angriffsleistung erhofft.

Nach dem großen Derbyabend hat der Alltag die Neuhäuser Drittligahandballer wieder. Wobei Alltag in diesem Fall immerhin die Vorbereitung aufs Gastspiels eines Topteams im Ermstal bedeutet.   Unter der Leitung des Schiedsrichter-Gespanns Hehn/Tauchert tritt der Tabellendritte SG Nußloch in der Hofbühlhalle an. Die Gäste zählen seit Jahren zu den besseren Teams der 3. Liga, verzichteten zuletzt trotz sportlich erreichter Qualifikation aus wirtschaftlichen Gründen freiwillig auf den Zweitligaaufstieg. „Reisekosten, Übernachtungen, der generelle Ligabeitrag und zusätzliche strukturelle Kosten – das sind mindestens 120 000 Euro, die wir zusätzlich zu unseren jetzigen Aufwendungen aufbringen müssten“, rechnete SGN-Geschäftsführer Manfred Gspandl zum Ende der Vorsaison vor und führte weiter aus: „Und mit diesem Etat wären wir dann, aus finanzieller Sicht gesehen, nur am Tabellenende der 2. Liga, das dürfen wir nicht vergessen.“ Also blieben die Handballer aus dem Rhein-Neckar-Kreis in der 3. Liga Süd und dort sportlich auf Kurs.

„Die SG Nußloch steht nicht umsonst auf Platz drei. Die Truppe ist sowohl in der Breite stark besetzt wie auch mit individuell hervorragenden Akteuren gesegnet. Kevin Bitz im linken Rückraum, Simon Kuch sowie Jochen Geppert auf Rückraum Mitte sind absolute Könner. Zudem sind beide Torhüter bärenstark. Das wird nicht einfach“, glaubt TVN-Interimstrainer Markus Bühner.

Der Coach hat sich viele Videos über die Spielweise der Gäste angesehen und will seine Truppe entsprechend auf die Nußlocher einstellen. „Wir werden alles in die Waagschale werfen und aggressiv dagegenhalten. Vor allem aber müssen wir uns im Vergleich zum Derby gegen Pfullingen im Angriff steigern“, macht Markus Bühner klar.

Er habe den 19:17-Sieg gegen den Nachbarklub vom Echaztal ausgiebig analysiert und besprochen. „Wir haben gegen den VfL im Angriff kein gutes Spiel gemacht. Ich habe der Mannschaft mitgeteilt, was wir falsch gemacht haben, an den Schwächen wurde intensiv gearbeitet. Ich bin sicher, dass wir gegen Nußloch eine andere Angriffsleistung zeigen werden“, verspricht Bühner.

Der Trainer glaubt, dass die besondere Derbyatmosphäre den einen oder anderen seiner Spieler verunsichert haben könnte. „Wir gingen zu wenig ins 1:1, das muss anders werden. Hochzufrieden war ich hingegen mit der Abwehrarbeit - sowohl mit dem 6:0 vor der Pause, als auch mit dem 3:2:1 im zweiten Durchgang“, lässt Bühner wissen.

Sorgen bereitet dem Trainer die Tatsache, dass seine Spieler nicht ungeschoren aus dem Derby herauskamen. Rechtsaußen Mario Laurenco konnte am Mittwoch erstmals wieder trainieren, pausierte vorher tagelang. Tim Keupp machte sowohl im Derby als auch danach das Knie wieder zu schaffen. Er fehlte bis gestern durchgehend im Training und steht für Samstag auf der Kippe. „Ich rechne eher nicht mit ihm“, befürchtet Bühner.

Kreisläufer Daniel Reusch macht die Hüfte zu schaffen, Blutergüsse zeugen optisch von den Leiden. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) war unumgänglich, Reuschs Einsatz erscheint nach aktuellem Stand unrealistisch.

Also werden abermals Akteure aus der Zweiten Mannschaft aufgeboten. Daniel Jungel überzeugte gegen den VfL. Der Linksaußen kann allerdings aufgrund der Tatsache, dass er der Ü21-Regel zum Opfer fällt, nicht ständig in der „Ersten“ eingesetzt werden. „Er soll sich nicht festspielen. Wir brauchen Daniel auch noch in der Württembergliga-Truppe in wichtigen Partien“, meint Bühner, der aktuell die Erste und Zweite Mannschaft des TVN coacht.

Rechtsaußen Mike Pracht könnte Laurenco ersetzen. Außerdem ist Felix Weißer wieder an Bord. Tim Reusch vom TVN II ist ein Thema, ebenso kann Marcel Meyer auflaufen.

Trainerentscheidung steht noch aus

Nach dem Heimspiel gegen die SG Nußloch haben die Neuhäuser Handballer eine Pause bis zum 13. Januar 2018, wenn es mit dem Derby-Rückspiel beim VfL Pfullingen in der Kurt-App-Halle weitergeht. Bis dahin soll die Trainerentscheidung gefallen sein. Markus Bühner betreut gegen die SG Nußloch nach seinem Traumeinstand gegen Pfullingen zum zweiten Mal die „Erste“ als Interimstrainer. „Die weitere Zukunft ist noch ungeklärt. Ich gehe aber davon aus, auch 2018 noch Trainer des TVN II in der Württembergliga zu sein“, meint Bühner.