Frisch Auf Oprea bei Länderspiel in der Zuschauerrolle

Im rumänischen Trikot: Linksaußen Dragos Oprea. Foto: Privat
Im rumänischen Trikot: Linksaußen Dragos Oprea. Foto: Privat © Foto: Foto: Privat
Göppingen / HARALD BETZ 03.01.2017

Gerade erst hat Dragos Oprea wieder den Ball aus der Hand gegeben. Eine Kurzzeit-Verpflichtung durch den abstiegsgefährdeten Bundesligisten TVB Stuttgart beförderte  den 34-jährigen Links­außen für drei Partien zurück in die beste Liga der Welt, der Klub aus der Landeshauptstadt hatte auf seine verletzungs- und krankheitsbedingte Notlage reagiert und den Routinier aus dem Filstal verpflichtet, der gegen Minden und Balingen mitwirkte, allerdings beim Heimsieg über Leipzig wenige Tage vor dem Jahreswechsel selbst mit einem Infekt passen musste.

Nachdem der Vertrag beim Tabellen-16. zum 31. Dezember ausgelaufen ist, wird sich in nächster Zeit zeigen, ob es zu einer weiteren Zusammenarbeit kommt. „Je nach Personallage bei den Bittenfeldern werden die Gespräche meines Beraters mit TVB-Manager Jürgen Schweikardt ausfallen“, erklärte Oprea gestern.

Der 34-Jährige weilt aktuell mit der Familie in Südtirol, in Sand in Taufers lernt Sohn Loui das Skifahren. „Ich konzentriere mich auf das Après-Ski“, verrät Papa Oprea lachend, der am Rande der mit Kunstschnee präparierten Pisten lieber die Zuschauer-Rolle einnimmt. Diese hat er auch inne, wenn heute um 18.30 Uhr (frei empfangbar auf Sky Sport News) in Krefeld die Handballer von Deutschland und Rumänien aufeinandertreffen, „vorausgesetzt, ich finde einen Fernseher, wo es läuft“.

Für beide Seiten ist der Links­außen im Laufe seiner langen Profikarriere bereits aufgelaufen. Am 4. Januar 2002 absolvierte der Handballer, der bis 2015 viele Jahre für Frisch Auf Göppingen spielte, gegen die Schweiz in Balingen sein Debüt im deutschen Nationalteam, für das er insgesamt 21 Partien (56 Tore) bestritt. In Tel Aviv gegen Israel kam es am 6. April 2016 zu Opreas Premiere im rumänischen Nationalteam – in bislang zwei Begegnungen traf er neun Mal für sein Geburtsland. Aktuell zählt der Göppinger, der in Bukarest zur Welt kam und seit knapp einem Jahr die doppelte Staatsangehörigkeit besitzt, nicht zum rumänischen Kader. Der seit Juni 2016 engagierte spanische Trainer Xavier Pascal, im Hauptberuf Coach des FC Barcelona, hat einen neuen Kader zusammengestellt, sein Konzept sieht die Integration von jungen Spielern vor, so Oprea, der kurz nach den Feiertagen ein Spiel erwartet, „das keine Maßstäbe setzen wird“. Stattdessen hofft er beim Kräftevergleich „auf ein schönes Spiel ohne Verletzungen.“ Schließlich steht zumindest für das deutsche Team in wenigen Tagen die WM in Frankreich auf dem Plan. Harald Betz

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