Göppingen Nyokas-Brüder sorgen für Schlagzeilen

Olivier Nyokas (l.) kann am Mittwoch für Balingen spielen, sein Zwillingsbruder Kévynn lässt sich immerhin mal wieder in Göppingen in der Halle sehen.
Olivier Nyokas (l.) kann am Mittwoch für Balingen spielen, sein Zwillingsbruder Kévynn lässt sich immerhin mal wieder in Göppingen in der Halle sehen. © Foto: Eibner
HARALD BETZ 16.03.2016
Für Balingens Coach Bergemann ist es die Derby-Premiere, sein Göppinger Gegenüber Andersson kann vier Siege in Serie im Nachbarschaftsduell vorweisen. Dafür kann Bergemann am Mittwoch seinen Nyokas einsetzen.

Im Sommer 2014 heuerten die französischen Zwillingsbrüder Nyokas in der Handball-Bundesliga an - Linkshänder Kévynn schoss sich bei Frisch Auf Göppingen schnell in die Herzen der Zuschauer, Rechtshänder Olivier nahm sich etwas mehr Zeit, um dafür eine feste Größe im linken HBW-Rückraum zu werden. Denn während der 29-Jährige auch am Mittwoch im Derby in der Göppinger EWS-Arena (Anpfiff 20.15 Uhr) für die "Gallier von der Alb" auflaufen wird, dürfte sein Zwillingsbruder, zu Beginn des Jahres 2015 mit Frankreich Weltmeister und nach einer Knie-Operation im Oktober sowie einer monatelanger Reha-Phase in Frankreich seit fast einem Jahr im Krankenstand, immerhin mal wieder auf den Sitzen hinter der Ersatzbank Platz nehmen.

Duelle der französischen Zwillingsbrüder in der Bundesliga wird es vorerst nicht mehr geben. Olivier Nyokas' Wechsel zum HBC Nantes am Saisonende steht fest, während Kévynn unterm Hohenstaufen noch einen Vertrag bis 2017 besitzt. Doch das Verhältnis zwischen den Funktionären des Traditionsvereins und dem anfänglichen Publikumsliebling ist merklich abgekühlt, Anwälte sind in die Kommunikation eingeschaltet.

"Kévynn Nyokas hat elf Monate nicht bei mir trainiert, wir werden sehen, wann er uns helfen kann", erklärt Coach Magnus Andersson nüchtern die Situation. Zu Jahresbeginn haben die Göppinger Adrian Pfahl aus Hamburg für den rechten Rückraum geholt, im Sommer kommt Jens Schöngarth, aktuell in Magdeburg, dazu. Auch deshalb halten sich hartnäckig die Spekulationen, dass Frisch Auf den bislang wenig integrationswilligen Nyokas loswerden will.

Doch auch ohne den Franzosen gehen die Göppinger als Favorit in die Partie am Mittwoch. Das Hinspiel war mit 29:21 eine klare Angelegenheit für die Grün-Weißen. Im DHB-Achtelfinale war es zwar knapper (29:25), der Sieger kam aber erneut aus Göppingen. Ohnehin ist Anderssons Derby-Bilanz gegen den HBW makellos: Vier Spiele, vier Siege. Auf Seiten der Gäste kann Frank Bergemann für sich reklamieren, noch nie ein Spiel mit Balingen gegen Göppingen verloren zu haben. Für den HBW-Trainer, seit Jahresbeginn im Amt, ist es die Derby-Premiere. Deshalb geht der 59-Jährige auch gänzlich unbelastet in das emotionale Duell: "Es ist vielleicht ganz gut, wenn in der hitzigen Atmosphäre einer den kühlen Kopf bewahrt."

Löwen unter Druck

Unter Druck Neben dem Klassiker Göppingen - Balingen empfängt am Mittwoch (19 Uhr/Sport 1) der TVB 1898 Stuttgart die Rhein-Neckar Löwen. Die vier Württemberger Erstligisten sind also unter sich. Die Rollen in der Porsche-Arena sind klar verteilt: Die Gastgeber sind gegen den Tabellenführer Außenseiter. Doch die Löwen sind unter Druck. "Wir müssen eigentlich jedes Spiel gewinnen, und das am besten noch deutlich", so Coach Nikolaj Jacobsen.