Handball Handball-Bundestrainer: Noch geht die Familie vor

Vom Vereins- zum Bundestrainer: Christian Prokop musste sich im vergangenen Jahr umstellen. Der Start für ihn und die deutsche Nationalmannschaft war mit dem Gruppensieg in der EM-Qualifikation schon einmal vielversprechend.
Vom Vereins- zum Bundestrainer: Christian Prokop musste sich im vergangenen Jahr umstellen. Der Start für ihn und die deutsche Nationalmannschaft war mit dem Gruppensieg in der EM-Qualifikation schon einmal vielversprechend. © Foto: Axel Heimken
Ulm / dpa 22.12.2017
Am Weihnachtswochenende beschäftigt sich Christian Prokop mal nicht mit der Mission EM-Titelverteidigung der deutschen Handballer.

Erst Hochzeitstag, dann Geburtstag: Am Weihnachtswochenende wird sich Christian Prokop ausnahmsweise mal nicht mit der Mission EM-Titelverteidigung der deutschen Handballer beschäftigen. „Es wird natürlich etwas gefeiert. Die beiden Tage gehören der Familie“, sagte der Bundestrainer. Die Festtage runden ein – sowohl sportlich als auch privat – aufregendes Jahr für Prokop ab. Am 23. Dezember 2016 heiratete der frühere Bundesligaspieler seine Freundin Sabrina.

Anfang Februar 2017 trat er die Nachfolge von Dagur Sigurdsson als Bundestrainer an und stürmte mit der DHB-Auswahl zum Gruppensieg in der EM-Qualifikation. Nebenbei führte er den SC DHfK Leipzig in der Bundesliga auf Platz acht. „Es war zu Beginn eine sehr intensive Zeit, weil ich in den ersten vier Monaten noch in Doppelfunktion tätig war“, sagte Prokop im Rückblick.

Für den stets freundlichen, in der Sache aber bestimmten Bundestrainer hat sich der Alltag nach dem Wechsel vom Vereins- zum Auswahltrainer verändert. „Beide Berufsfelder haben unterschiedliche Anforderungen. Darauf habe ich mich eingestellt“, erzählte Prokop. Er steht jetzt nicht mehr täglich auf der Platte, um mit seinen Schützlingen Spielzüge und Abwehrmechanismen zu üben. Dafür verbringt er viel Zeit in seinem Leipziger Büro, das mit modernster Technik ausgestattet ist. „Es ist eine sehr vielschichtige Arbeit, bei der ich die Bundesliga, insbesondere unsere Nationalspieler beobachte, die internationalen Mannschaften analysiere und natürlich die EM in Kroatien vorbereite“, berichtete Prokop.

Weil er nun nicht mehr an feste Termine wie das tägliche Training oder die Spiele gebunden ist, kann er sich seine Zeit aber etwas flexibler einteilen. Davon profitieren seine Ehefrau sowie Tochter Anna (4) und Söhnchen Luca (1). „Es kommt jetzt regelmäßiger vor, dass ich gemeinsam mit meiner Familie am Abendbrottisch sitze und die Kinder öfters ins Bett bringen kann“, erzählte Prokop.

Die Familienidylle wird der Bundestrainer am Heiligen Abend, an dem er seinen 39. Geburtstag feiert, noch einmal richtig genießen. Danach wird wieder der Handball in den Fokus rücken. „Am zweiten Weihnachtsfeiertag werde ich mir die letzten Bundesligaspiele anschauen. Zwei Tage danach starten wir in die finale Phase der Vorbereitung“, sagte Prokop. Bei der EM vom 12. bis 28. Januar will er mit den Bad Boys dann einen ähnlich starken Auftritt hinlegen wie sein Vorgänger Dagur Sigurdsson beim EM-Triumph 2016.

Neben der Gesundheit für die Familie hat Prokop daher einen speziellen Weihnachtswunsch: „Ich wünsche mir, dass wir nicht von schwerwiegenden Verletzungen heimgesucht werden. Und natürlich wünsche ich mir ein erfolgreiches Jahr 2018 für den deutschen Handball.“ Als Bundestrainer kann er einen erheblichen Beitrag dazu beitragen.

Stuttgart verliert in Melsungen

Mit 24:33 (10:18) ist der Handball-Bundesligist TVB Stuttgart bei der MT Melsungen untergegangen. Es war bereits die siebte Niederlage in Folge für das Team von TVB-Coach Markus Baur. Die Bittenfelder haben mit neun Punkten nur zwei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge. Im Tabellenkeller feierte TuS N-Lübbecke mit einem 29:22 gegen Minden seinen zweiten Saisonsieg und kletterte auf den vorletzten Platz. Die Eulen Ludwigshafen, die gegen den SC Magdeburg mit 23:26 verloren, sind das neue Tabellenschlusslicht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel