Spakassen-Cup Französische Spitzenmannschaft HBC Nantes triumphiert

Ehingen / Maurice Glienke 12.08.2018

Zum ersten Mal seit der Premieren-Auflage vor 32 Jahren wurde der Sparkassen-Cup ohne echtes Endspiel ausgetragen. FrischAuf Göppingen und auch der HBC Nantes erwiesen sich beide wie erwartet als würdigste Teams für das letzte Spiel um den Pott.

Und dieses Spiel prickelte vor Spannung. Nur acht Sekunden fehlten dem Außenseiter aus Schwaben, um der Weltklasse-Mannschaft aus Frankreich den Titel streitig zu machen. Der bullige Kreisläufer Nicolas Tournat ließ Nantes ganz knapp mit 27:26 jubeln. „Es war ein toller Test für meine Mannschaft. Wir sind froh, gewonnen zu haben, müssen aber auch Göppingen gratulieren für eine tolle Leistung“, sagte Nantes-Trainer Thierry Anti. Kapitän Rock Feliho, der zum besten Spieler gewählt wurde, lobte seine Kollegen. „Wir haben die Ruhe bewahrt und das ist ganz wichtig gewesen“.

Bis zur Halbzeit sah es so aus, als würde nach den beiden Titeln 2016 und 2017 auch dieses Mal ein souveräner Erfolg für den Champions-League-Finalisten herausspringen. Doch der zum besten Torhüter gewählte Primoz Prost im FrischAuf-Tor ließ die Franzosen verzweifeln. Mit tollen Paraden ebnete er den Weg zur zwischenzeitlichen 22:21-Führung durch Ivan Sliskovic zehn Minuten vor dem Ende. Doch der


Titelverteidiger ließ nicht locker und blieb durch zwei verwandelte Siebenmeter von David Balaguer weiter dran. In den letzten zwei Minuten lieferten sich die Mannschaften einen hitzigen Schlagabtausch, bei dem es auch die beiden Schiedsrichterinnen Maike Merz und Tanja Schilha nicht einfach hatten.

Erst traf Sliskovic zum 26:25, dann drehten der Spanier Eduardo Gurbindo und Tournat die Partie zugunsten von Nantes. „Ich bin stolz auf die Leistungen meiner Mannschaft an beiden Tagen“, sagte Göppingens Coach Hartmut Mayerhoffer. Mit dem dritten Titelgewinn zog der HBC Nantes mit dem THW Kiel, MKB Veszprem und der SG Wallau-Massenheim gleich. Im nächsten Jahr streben die Franzosen den alleinigen Rekord an. „Ich habe vor vielen Jahren schon von diesem Turnier gehört. Es ist unglaublich hier und mir eine große Ehre, hier drei Mal gewonnen zu haben“, freute sich HBC-Trainer Anti.

„Jeder gegen Jeden“

Ein „richtig spannendes Finale“, sah auch Oberbürgermeister Alexander Baumann. Und den neuen Vorstandsvorsitzenden des Hauptsponsors Sparkasse Ulm, Stefan Bill, gewannen die Turnierorganisatoren als neuen Fan. „Sie haben mit mir heute einen neuen großen Handball-Fan dazu gewonnen“, erklärte er. Auch der neue Modus mit sechs Spielen im „Jeder gegen Jeden“ kam an. Denn auch die beiden anderen Teilnehmer, Ribe-Esbjerg HH aus Dänemark und Bundesligist TVB Stuttgart zeigten ihre Klasse. Turnierorganisator Andreas Wax war begeistert: „Von den Zuschauerzahlen, über die tollen Spiele bis zu unseren Helfern war es ein super Turnier“. Einzig die längere Pause am Samstagnachmittag kritisierten einige Fans. „Wir werden uns eine Lösung überlegen, aber für das erste Mal in dieser Form war es ein echter Erfolg“, erklärte Wax. Der Göppinger Trainer Mayerhoffer regte an, das Turnier auf drei Tage auszuweiten, um die Belastung zu minimieren. „Es könnte eine Überlegung für die Zukunft sein“, kommentierte Wax, „wir werden sehen, was das kommende Jahr bringt.“

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Tore erzielte Marcel Schiller von FrischAuf Göppingen und wurde damit zum besten Torschützen des Turniers gekürt. Dabei traf er zehn seiner elf Versuche vom Siebenmeterpunkt.

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